Nach Trennung zwischen EA und der FIFA: Wer macht eigentlich FIFA 24?

EA Sports und der Weltfußballverband FIFA gehen getrennte Wege. Statt FIFA 24 wird uns der etablierte Publisher im Herbst 2023 dann EA Sports FC liefern – und die FIFA will laut Präsident Gianni Infantino persönlich ein eigenes Spiel entwickeln, das den Branchenprimus in den Schatten stellen soll. Was ist der Stand der Dinge?

EA ohne FIFA Wer macht FIFA 24
Wie wird die Zukunft von EA Sports ohne die FIFA aussehen? | © EA Sports / FIFA / EarlyGame

Nach 30 Jahren ist es aus und vorbei mit unserer geliebten FIFA-Reihe. Die kanadischen Entwickler von EA Sports und die Fédération Internationale de Football Association – wir kennen sie als korrupte Verbrecher, bzw. FIFA – beenden ihre jahrzehntelange Partnerschaft.

Keine Sorge, einstampfen wird EA ihre Gelddruckmaschine namens Ultimate Team, das als DLC in FIFA 09 das Licht der Welt erblickte, aber nicht. Auch im Jahr 2023 werden wir eine Fußballsimulation aus dem Hause Electronic Arts zocken können. Künftig aber unter dem recht gewöhnungsbedürftigen Namen EA Sports FC. Wer erste Leaks zum nächsten Teil der Reihe lesen will, für den haben wir bereits was im Angebot:

Spannend bleibt allerdings, was wir wiederum aus dem Hause des Fußballverbandes erwarten dürfen. Niemand geringerer als Präsident Gianni Infantino spuckt – wie wir es von ihm gewohnt sind – ganz große Töne und kündigt an, dass die FIFA das beste Fußballspiel entwickeln wird. Äh, was?

EA Sports FC wohl keine FIFA-Konkurrenz: Infantino will "das beste" Spiel entwickeln

Die Trennung zwischen EA und der FIFA war ein langer Hickhack. Am Ende hat es wohl vor allem am lieben Geld gelegen. In einem BBC-Interview vom Mai 2022 spricht EA-Vizepräsident David Jackson zwar davon, dass der Verband den Entwicklern "einige Restriktionen" auferlegt hat, die es "uns nicht erlauben, die Experience für Spieler zu verbessern" – er betont aber auch, dass Geld bei den meisten Verhandlungen eine entscheidende Rolle spiele.

Ja ne, is klar. FIFA vs. EA – wir könnten uns da nicht entscheiden, auf welche Firma oder Unternehmen das Wort "gierig" besser zugeschnitten ist... Wer die Story nochmal nachlesen will, findet sie hier:

Und klar ist auch, dass Selbstdarsteller Infantino nicht zur Trennung schweigt. Nach dem Motto "tOdaY I fEel liKe a viDeO gAmE pUbLiSher" hat der FIFA-Präsident ebenfalls im Mai 2022 folgendes Statement gedroppt:

"Ich kann Ihnen versichern, dass das einzige authentische, reale Spiel mit dem Namen FIFA das beste für Gamer und Fußballfans sein wird. Der Name FIFA ist der einzig globale und originelle Titel. FIFA 24, FIFA 25, FIFA 26 und folgende – die Konstante ist der Name FIFA, der für immer bestehen bleibt und stets der beste bleiben wird.“

Genauso, wie die WM in Katar wohl die beste aller Zeiten war – wir kennen das Spielchen, Gianni. Woraus wir aber nicht ganz schlau werden, ist die konkrete Idee hinter der Aussage. Denn der kommende Konkurrent EA hat sich für ihre Zukunft bereits diverse Lizenzen gesichert.

Nicht nur bleiben Stars und Vereine in EA Sports FC erhalten, die Kanadier gehen auch in Sachen Marketing neue Wege. So wurden die Namensrechte der italienischen Supercoppa gekauft und obendrein wird die spanische La Liga ab der Saison 2023/24 dann La Liga EA Sports FC heißen.

EA kauft sich also in den realen Fußball ein, um die Fans nicht zu verlieren und auch um den neuen Namen ihres Spiels an die breiten Massen zu verteilen – und die FIFA? Hat bereits erste Games auf den Markt gebracht.

Die FIFA 24-Entwicklung bleibt ein Fragezeichen

Dabei handelt es sich aber eher um... Mini-Games oder besser gesagt die grobe Idee eines Fußballspiels. Wie zum Beispiel World Cup Qatar 2022 im Upland Metaverse – wobei es hier darum ging, den Nutzern "Collectibles und Items" anzudrehen, die diese dann im Upland Metaverse ausrüsten und begutachten konnten. Wem's gefällt...

Oder das total tolle virtuelle Kartenspiel in der Zusammenarbeit mit Matchday. Gut, als alter FUT-Schwitzer, der in dem Game quasi auch Karten sammelt, wird jetzt nicht weiter gehatet, aber come on. Wir brauchen ja wenn schon eine Simulation, in der Fußball gespielt werden kann. Alles andere ist doch Quatsch – und safe keine Konkurrenz zu EA Sports FC.

Den anderen Müll an diesen ersten Testversuchen von Games ersparen wir dir an der Stelle. Das wichtigste ist: Noch gibt es kein Update der FIFA in Sachen Partnerschaften mit einem Entwickler. Und wir haben bereits 2023.

Vielleicht denkt Infantino, dass er mit genügend Geld rechtzeitig ein Spiel bis zum Herbst fertig bekommt (hat ja in Katar auch so funktioniert). Aber EA Sports hat eben 30 Jahre Vorsprung in Sachen Erfahrung. Ob innerhalb weniger Monate ein brauchbares Game entwickelt werden kann, wagen wir zu bezweifeln.

Konami, 2K Games – oder wer?

Spannend bleibt die Zukunft auf dem virtuellen Fußballmarkt also auf jeden Fall. Mit der Ultimate Football League (kurz UFL) steht ein weiterer Konkurrent bereit. Dieses Game wird sogar free-to-play und sicherlich nicht ganz so schick und gut wie das EA-Produkt – aber der Download eben kostenlos.

Ein echter Coup der FIFA wäre es wohl, den alten Erzfeind von EA anzuheuern. Das japanische Studio Konami hat ja jahrelang mit Pro Evolution Soccer das einzig brauchbare Konkurrenzprodukt zum EA-Pendant geschaffen. Seitdem sich PES jedoch in eFootball verwandelt hat, ist die Marke ziemlich tot. Zeit für etwas Neues?

Oder wagt 2K Games (genau, die NBA-Entwickler) einen neuen Sportspiel-Schritt; weg von Basketball und hin zum Fußball? Du merkst, wir driften in Spekulationen ab. So oder so sind wir uns aber sicher, dass die FIFA Hilfe brauchen wird, beim Entwickeln ihres neuen, besten Spiels. Woher die kommen soll, ist derzeit allerdings offen.

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