Das Goldene Zeitalter Hollywoods prägte eine neue Vorstellung von Filmstar-Glamour. Seine strahlenden Schauspielerinnen faszinieren mit ihrer Eleganz noch Jahrzehnte später. Hier sind die 15 schönsten Filmstars des klassischen Hollywoods.
Zeitloser Glamour.
Paulette Goddard konnte anderen die Schau stehlen, ohne sich dafür anzustrengen. In Moderne Zeiten hält sie mühelos mit Charlie Chaplins Chaos Schritt – und lässt es aussehen, als wäre das alles ihre Idee gewesen. Auch abseits der Kamera war sie gewitzt und meisterte Vertragsverhandlungen und Verehrer mit derselben lässigen Souveränität, die sie auf der Leinwand ausstrahlte. Um in Erinnerung zu bleiben, brauchte sie weder eine tragische Lebensgeschichte noch einen Skandal. Ihr Lächeln genügte.
| © United Artists
Manche Schauspielerinnen spielten die elegante Dame. Myrna Loy war es einfach. Deshalb wirkten sie und William Powell in Der dünne Mann wie ein echtes Ehepaar. Ihre Wortgefechte klangen nie einstudiert, sondern so vertraut, als führten sie sie auch abseits der Kamera – Martinigläser inklusive. Loy ließ Intelligenz glamourös aussehen, zu einer Zeit, als Hollywood Frauen meist nur als Zierde sehen wollte.
| © MGM
Jean Simmons war kaum zwanzig, als sie an der Seite von Laurence Olivier in Hamlet die Ophelia spielte – und sie konnte mühelos mit ihm mithalten. Das Talent, das sie damals zeigte, blieb ihr über Jahrzehnte erhalten und kam in immer neuen Rollen zum Ausdruck. Ihr Gesicht konnte so viel erzählen, dass Regisseure ihr auch wortlose Szenen anvertrauten. Ihr beim Nachdenken zuzusehen, war auf der Leinwand oft interessanter, als anderen Schauspielerinnen beim Reden zuzuhören.
| © Warner Bros. Pictures
Joan Bennetts Karriere lässt sich in zwei Kapitel teilen: Zuerst spielte sie als Blondine die wohlerzogene junge Frau. Dann färbte sie sich für Trade Winds die Haare dunkel und verkörperte plötzlich Figuren mit gefährlicher Ausstrahlung. Diese zweite Version blieb dem Publikum im Gedächtnis. In Filmen wie Straße der Versuchung spielte sie Femme-fatale-Rollen so selbstverständlich, als hätte sie nur auf die Gelegenheit gewartet. Kaum einer Schauspielerin stand eine Neuerfindung so gut. | © United Artists
Der Pony. Das ist das Erste, woran man bei Louise Brooks denkt. Gleich danach fällt einem ein, dass sie eine viel bessere Schauspielerin war, als Hollywood sie je zeigen ließ. Die Büchse der Pandora gab ihr die Rolle, mit der sie in Europa Aufmerksamkeit erregte, als Amerika das Interesse an ihr bereits verloren hatte. Statt sich den Regeln der Studios zu beugen, kehrte sie Hollywood ganz den Rücken. Das kostete sie ihre Karriere – und machte sie zur Legende.
| © The Criterion Collection
Ein Pullover und eine Entdeckung an einer Limonadentheke machten Lana Turner zur Legende, noch bevor sie ihren ersten Satz vor der Kamera sprach. Die Geschichte ihrer Entdeckung wurde zum Hollywood-Mythos. Dass sie blieb, verdankte sie jedoch ihrem schauspielerischen Können – besonders der eiskalten Entschlossenheit, mit der sie in Im Netz der Leidenschaften auftrat. Sie spielte Frauen, denen man ihre Geheimnisse ansah, ohne dass sie sie je erklären mussten. Turner wusste: Vor der Kamera ist das Geheimnisvolle oft fesselnder als jede Offenheit.
| © Paramount Pictures
In den 1930er-Jahren konnte kaum jemand einen Slapstick-Sturz so gut auf den Punkt spielen wie Carole Lombard – und dabei noch so mühelos gut aussehen. In Mein Mann Godfrey verkörpert sie eine reiche, herrlich alberne Frau, ohne sie je unsympathisch wirken zu lassen. Das ist schwieriger, als es aussieht. Ihr Gespür für Komik wirkte echt, nicht vom Studio glattpoliert. Lombard starb jung bei einem Flugzeugabsturz, als sie auf dem Rückweg von einer Werbetour für Kriegsanleihen war. Mit ihr verlor Hollywood eine seiner scharfsinnigsten Komödiantinnen. | © Universal Pictures
Ingrid Bergmans Gesicht hatte etwas, das im Hollywood ihrer Zeit selten war: Es wirkte wie das eines echten Menschen. In Casablanca braucht sie kaum Worte. Ein Blick über das Klavier hinweg sagt alles – und von dieser Zurückhaltung lebt der ganze Film. Als sie aus Schweden nach Amerika kam, war sie noch nicht nach den Vorstellungen eines Filmstudios geformt. Diese Natürlichkeit bewahrte sie sich. In jeder Nahaufnahme wirkt es, als hätte sie die Kamera vergessen.
| © Warner Bros. Pictures
Für Scarlett O’Hara brauchte es eine Schauspielerin, die auch unsympathisch sein konnte. Vivien Leigh nahm die Herausforderung ohne Zögern an. In Vom Winde verweht spielte sie eine Frau, die intrigiert, andere manipuliert und sich für niemanden verstellt. Leigh zeigte auch die hässlichen Seiten dieser Figur mit voller Überzeugung – und genau deshalb konnte das Publikum den Blick nicht von ihr abwenden. Sie wusste, dass eine Figur faszinieren kann, ohne sympathisch zu sein.
| © MGM
Kuckuck. Ein Auge hinter einer blonden Haarsträhne – und Veronica Lake wurde während des Krieges über Nacht zum Star. Ihre Frisur wurde so oft kopiert, dass Fabrikarbeiterinnen vor der Gefahr gewarnt werden mussten, die von offenem Haar an Maschinen ausging. Hinter dem berühmten Look steckte eine gewitzte Komödiantin, die besonders an der Seite von Joel McCrea in Sullivans Reisen glänzte. Lake zeigte, wie ein einziges Bild eine ganze Karriere überstrahlen kann – im Guten wie im Schlechten.
| © Paramount Pictures
Rita Hayworth sagte einmal, die Tragödie ihres Lebens sei, dass Männer mit Gilda einschliefen und neben ihr aufwachten. In diesem Abstand zwischen Fantasie und Wirklichkeit steckt ihre ganze Geschichte. In Gilda wirft sie ihr Haar zurück, und schon scheint es im ganzen Kinosaal heißer zu werden. Abseits der Leinwand wollte sie einfach mit einem Buch in Ruhe gelassen werden. Doch genau das ließ Hollywood kaum zu. | © Columbia Pictures
Diese Wangenknochen hätten Glas schneiden können. Gene Tierneys Gesicht wirkte fast wie eine Skulptur – perfekt für Laura, einen Film über einen Mann, der von ihrem Porträt besessen ist. Die Kamera schien sie geradezu zu lieben. Ihre makellosen, symmetrischen Züge wirkten dabei beinahe unwirklich. Auch abseits der Leinwand trug sie Traurigkeit in sich. Die Filme verlangten von ihr jedoch vor allem, unerreichbar auszusehen.
| © 20th Century Fox
Kühle Eleganz war Grace Kellys Markenzeichen. Sie konnte einen Satz so frostig sprechen, dass einem der Raum gleich kälter vorkam – und im nächsten Moment mit einer winzigen Veränderung ihres Gesichtsausdrucks alles verraten. Hitchcock baute ganze Filme auf dieser Spannung auf. Er wusste, dass Zurückhaltung manchmal mehr sagt als jeder Schrei. Kelly gab die Schauspielerei auf und wurde tatsächlich Prinzessin. Das klingt wie ein erfundenes Filmende, passt aber erstaunlich gut zu ihr.
| © Paramount Pictures
Ava Gardner betrat einen Raum, als wüsste sie längst, dass alle sie ansahen. Diese Selbstsicherheit machte sie zur perfekten Besetzung für Frauenfiguren, für die Männer ihr Leben aufs Spiel setzen – wie in Rächer der Unterwelt. Sie spielte keine zerbrechliche Schönheit, sondern eine Frau, die niemand ganz für sich gewinnen konnte. Abseits der Kamera lebte sie ebenso ungestüm, was ihren Mythos nur noch verstärkte. | © Universal Pictures
Die meisten kennen Hedy Lamarrs Gesicht, bevor sie irgendetwas anderes über sie wissen. Weit weniger Menschen wissen, dass sie während des Zweiten Weltkriegs an der Entwicklung eines Frequenzwechselverfahrens beteiligt war, das später zur Grundlage moderner Funktechnologien beitrug. Hollywood besetzte sie in Filmen wie Samson und Delilah vor allem wegen ihres Aussehens und interessierte sich kaum für ihren Erfindergeist. Sie war klüger als die Branche, die sie unterschätzte.
| © Paramount PicturesDas Goldene Zeitalter Hollywoods prägte eine neue Vorstellung von Filmstar-Glamour. Seine strahlenden Schauspielerinnen faszinieren mit ihrer Eleganz noch Jahrzehnte später. Hier sind die 15 schönsten Filmstars des klassischen Hollywoods.
Das Goldene Zeitalter Hollywoods prägte eine neue Vorstellung von Filmstar-Glamour. Seine strahlenden Schauspielerinnen faszinieren mit ihrer Eleganz noch Jahrzehnte später. Hier sind die 15 schönsten Filmstars des klassischen Hollywoods.