• Lootday logo
  • Hol dir deinen täglichen Gaming Loot
German
    • News
    • Streamer
    • EA FC
      • COACH
      • News
      • Guides
      • EA Sports FC
      • TOTW/TOTS
    • Gaming
      • League of Legends
      • Fortnite
      • Deals
      • Lootday
    • Filme & Serien
    • Giveaways
    • Hero Stories
    • EarlyGame Awards
    • Deine Zukunft!
    • Lootday
    • EarlyGame+
  • Login
  • Homepage Meine Liste Settings Sign out
  • News
  • Streamer
  • EA FC
    • All EA FC
    • COACH
    • News
    • Guides
    • EA Sports FC
    • TOTW/TOTS
  • Gaming
    • All Gaming
    • League of Legends
    • Fortnite
    • Deals
    • Lootday
  • Filme & Serien
  • Giveaways
  • Hero Stories
  • EarlyGame Awards
  • Deine Zukunft!
  • Lootday
  • EarlyGame+
Game selection
Kena
Gaming new
Enterianment CB
ENT new
Streamers bg
Streamers logo
TV Shows Movies Image
TV shows Movies logo 2
Fifa stadium
Fc24
Fortnite Llama WP
Fortnite Early Game
LOL 320
Lo L Logo
Codes bg image
Codes logo
Smartphonemobile
Mobile Logo
Videos 320
Untitled 1
Call of Duty
Co D logo
Eg hardware category header
Hardware category logo
DALL E 2024 09 17 16 33 22 An animated style illustration showing a dynamic battle scene featuring a variety of video game characters and famous movie icons The scene is set on
GALLERIES 17 09 2024
News 320
News logo
Lootday bg
Lootday bg
Mehr EarlyGame
Codes bg image

Codes

Razer blackhsark v2 review im test

Giveaways

  • Copyright 2026 © eSports Media GmbH®
  • Datenschutzerklärung
  • Impressum
 Logo
German
  • English
  • German
  • Spanish
  • EarlyGame india
  • Home
  • Galerien

15 Deutsche SchauspielerInnen, die viel zu früh von uns gegangen sind

1-17

Laura Axtmann Laura Axtmann
Galerien - Juli 14th 2026, 07:00 MESZ
Schauspieler zu fruh gestorben 00

15 Deutsche Schauspieler, die viel zu früh gestorben sind

Die Frage, wann jemand "zu früh" gestorben ist natürlich schwer zu beantworten. Nur in den seltensten Fällen ist es wohl so, dass der Tod nicht zumindest für die Hinterbliebenen noch hätte auf sich warten lassen können – und doch gibt es immer wieder bestimmte Personen, bei denen wir alle schockiert darüber sind, wie früh sie von uns gegangen sind.

An dieser Stelle wollen wir von EarlyGame uns 15 deutsche Schauspieler*Innen ins Gedächtnis rufen, von denen wir wohl alle der Meinung sind, dass sie viel zu früh gestorben sind. | © Erma-Film GmbH

Frank gierig

Frank Giering

Frank Giering gehörte zu den eindringlichsten deutschen Charakterdarstellern seiner Generation. Einem größeren Publikum wurde er 1997 durch Michael Hanekes verstörenden Thriller Funny Games bekannt, in dem er einen höflich auftretenden, aber vollkommen skrupellosen Gewalttäter verkörperte. Seinen endgültigen Durchbruch feierte er zwei Jahre später als Floyd in Sebastian Schippers Kultfilm Absolute Giganten. Seine stille und melancholische Darstellung eines jungen Mannes, der Hamburg und seine Freunde verlassen will, machte ihn für viele Zuschauer unvergesslich.

Auch danach übernahm Giering häufig schwierige und widersprüchliche Rollen. In Baader spielte er den RAF-Terroristen Andreas Baader, während er in der ZDF-Serie Der Kriminalist mehrere Jahre lang als Kommissar Henry Weber zu sehen war. Besonders überzeugend wirkte er als Außenseiter, Getriebener oder emotional beschädigter Mensch. Seine Figuren konnten bedrohlich und abweisend erscheinen, gleichzeitig aber auch verletzlich und einsam.

Diese Verletzlichkeit prägte offenbar auch sein Leben außerhalb der Kamera. Weggefährten beschrieben Giering als schüchternen, sensiblen und von starken Selbstzweifeln geprägten Menschen. Er sprach öffentlich über seine Alkoholabhängigkeit und darüber, dass er Alkohol zeitweise nutzte, um Unsicherheit und fehlendes Selbstbewusstsein zu überspielen. Gerade diese Offenheit und sichtbare Melancholie wurden später häufig mit der Intensität seiner Rollen verbunden.

Am 23. Juni 2010 wurde Frank Giering im Alter von nur 38 Jahren tot in seiner Berliner Wohnung gefunden. Nach Angaben seiner Agentur führte eine durch Gallensteine ausgelöste akute Gallenkolik zu Organversagen. Medienberichte, nach denen eine Alkoholvergiftung die unmittelbare Todesursache gewesen sei, wurden von seiner Familie dementiert. Sein früher Tod beendete eine außergewöhnliche Karriere, in der er gerade durch seine leise, ungeschützte und oftmals schmerzhafte Art zu spielen einen bleibenden Eindruck hinterließ. | © ZDF

Romy schneider

Romy Schneider

Romy Schneider war weit mehr als nur die junge Kaiserin aus den berühmten Sissi-Filmen. Die 1938 in Wien geborene deutsch-französische Schauspielerin wurde bereits als Teenager zum internationalen Star. Zwischen 1955 und 1957 verkörperte sie Kaiserin Elisabeth von Österreich in der erfolgreichen Filmtrilogie und wurde dadurch im gesamten deutschsprachigen Raum zum Publikumsliebling. Das romantische Image der unschuldigen Prinzessin wurde jedoch schnell zu einer Rolle, von der sie sich künstlerisch befreien wollte.

Ende der 1950er-Jahre zog Schneider nach Paris und begann dort einen vollständigen Neuanfang. In Frankreich entwickelte sie sich zu einer der angesehensten Schauspielerinnen ihrer Generation. Sie arbeitete mit bedeutenden Regisseuren wie Luchino Visconti, Claude Sautet und Andrzej Żuławski und spielte zunehmend komplexe, verletzliche und tragische Frauenfiguren. Filme wie Der Swimmingpool, Die Dinge des Lebens, Nachtblende und Eine einfache Geschichte zeigten eine ganz andere Romy Schneider: ernst, modern und emotional schonungslos. Für Nachtblende und Eine einfache Geschichte erhielt sie jeweils den César als beste Hauptdarstellerin.

Auch ihr Privatleben stand immer wieder im Mittelpunkt der Öffentlichkeit. Ihre Beziehung mit Alain Delon, zwei gescheiterte Ehen und gesundheitliche Probleme wurden von der Presse intensiv begleitet. Der schwerste Schicksalsschlag ereignete sich im Juli 1981: Ihr 14-jähriger Sohn David starb bei einem tragischen Unfall, nachdem er beim Überklettern eines Zauns schwer verletzt worden war. Schneider verkraftete seinen Tod offenbar nur schwer. Zu diesem Zeitpunkt hatte sie bereits eine schwere Operation hinter sich, bei der ihr wegen eines gutartigen Tumors eine Niere entfernt worden war.

Am 29. Mai 1982 wurde Romy Schneider im Alter von nur 43 Jahren leblos in ihrer Pariser Wohnung gefunden. Im Totenschein wurde Herzversagen als Todesursache angegeben. Weil keine Obduktion durchgeführt wurde, ließen sich die genauen medizinischen Umstände später nicht zweifelsfrei klären. Bekannt war, dass sie Alkohol sowie Schlaf- und Aufputschmittel konsumierte, doch eine absichtliche Überdosis oder ein Suizid wurden nie bewiesen. Die häufig wiederholte Aussage, sie sei an einem „gebrochenen Herzen“ gestorben, ist daher eher eine romantisierende Deutung ihres tragischen Lebens als eine medizinisch belegte Todesursache.

Bis heute gilt Romy Schneider als eine der bedeutendsten europäischen Schauspielerinnen des 20. Jahrhunderts. Ihr gelang etwas, das nur wenigen Kinder- und Jugendstars gelingt: Sie befreite sich von der Rolle, die sie berühmt gemacht hatte, und schuf sich als Charakterdarstellerin ein vollkommen neues künstlerisches Leben. | © Erma-Film GmbH

Ferdinand Schmidt Modrow

Ferdinand Schmidt-Modrow

Ferdinand Schmidt-Modrow galt als einer der vielseitigsten bayerischen Schauspieler seiner Generation. Der 1985 in Aichach geborene Darsteller entdeckte seine Begeisterung für die Schauspielerei bereits während seiner Schulzeit und stand schon früh auf der Theaterbühne. Sein Filmdebüt gab er 2005 in der bayerischen Komödie Grenzverkehr. Größere Bekanntheit erlangte er anschließend durch die Heimatfilm-Trilogie Beste Zeit, Beste Gegend und Beste Chance von Regisseur Marcus H. Rosenmüller. Für seine Darstellung des Rocky in Beste Zeit wurde er 2007 für den Förderpreis Deutscher Film als bester Nachwuchsschauspieler nominiert.

Auch über Bayern hinaus wurde Schmidt-Modrow einem breiten Publikum bekannt. 2008 war er in dem erfolgreichen Jugenddrama Die Welle zu sehen. Später folgten Auftritte in Produktionen wie Eine ganz heiße Nummer, Der blinde Fleck, Die Rosenheim-Cops, Sturm der Liebe und der schwarzhumorigen Serie Arthurs Gesetz. Gleichzeitig blieb er dem Theater eng verbunden und trat unter anderem mehrfach bei den Luisenburg-Festspielen auf.

Zu einer seiner bekanntesten Rollen wurde ab 2017 der junge Pfarrer Simon Brandl in der BR-Serie Dahoam is Dahoam. Schmidt-Modrow spielte ihn nicht als steifen Geistlichen, sondern als modernen, humorvollen und manchmal unkonventionellen Seelsorger. Seine offene Art machte die Figur schnell zu einem Publikumsliebling. Kollegen beschrieben ihn auch abseits der Kamera als herzlich, sensibel und voller positiver Energie. Der Bayerische Rundfunk würdigte besonders seinen Facettenreichtum und die menschliche Wärme, mit der er sich seine Rollen erarbeitete.

Am 15. Januar 2020 starb Ferdinand Schmidt-Modrow während eines Aufenthalts an der Nordsee völlig unerwartet im Alter von nur 34 Jahren. Nach ersten Angaben seiner Familie war eine zuvor nicht erkannte Vorerkrankung dafür verantwortlich. Medien berichteten später, er sei plötzlich schwer erkrankt, per Hubschrauber in ein Krankenhaus in Bremerhaven gebracht worden und dort an den Folgen eines Speiseröhrenrisses gestorben. Da die Familie diese konkrete Diagnose nicht öffentlich bestätigte, sollte sie vorsichtig als Medienbericht und nicht als zweifelsfrei festgestellte Todesursache formuliert werden.

Sein früher Tod hinterließ vor allem bei den Zuschauern von Dahoam is Dahoam eine große Lücke. Die Serie widmete ihm wenige Monate später eine eigene Abschiedsfolge, in der auch das Verschwinden seiner Figur Simon Brandl thematisiert wurde. Schmidt-Modrow blieb vielen als Schauspieler in Erinnerung, der komische, bodenständige und ernste Rollen gleichermaßen glaubwürdig verkörpern konnte. | © Constantin Film

Karina kraushaar

Karina Kraushaar

Karina Kraushaar wurde 1971 im sächsischen Eilenburg geboren. Bevor sie vor der Kamera arbeitete, absolvierte sie zunächst eine Ausbildung zur Krankenschwester. Anfang der 1990er-Jahre begann sie als Fotomodell zu arbeiten und ließ sich später in Hamburg in Schauspiel und Sprechtechnik ausbilden. Ab 1997 war sie regelmäßig in deutschen Fernsehproduktionen zu sehen.

Zu ihren frühen Rollen gehörten Auftritte in Serien und Fernsehfilmen wie Alphateam, Der Bulle von Tölz, Stubbe – Von Fall zu Fall, SOKO Leipzig, Klinik unter Palmen und Alarm für Cobra 11. In In aller Freundschaft trat sie 2000 in der Episode „Stunden der Angst“ auf. Darüber hinaus moderierte sie zeitweise die Sendung Love Stories.

Einem größeren Publikum wurde sie besonders durch Die Rettungsflieger bekannt, in der sie über mehrere Jahre in wiederkehrender Rolle zu sehen war. Ihre wohl prägendste Serienfigur war jedoch die Meeresbiologin Carla Dux in der ZDF-Familienserie Hallo Robbie!. Zwischen 2002 und 2007 wirkte Kraushaar in mehr als 50 Folgen mit. Die Geschichten rund um eine Robbe und ihre menschlichen Begleiter machten sie zu einem vertrauten Gesicht des deutschen Nachmittags- und Familienfernsehens.

Nach ihrem Ausscheiden aus Hallo Robbie! wurde es beruflich ruhiger um sie. Später widmete sie sich verstärkt der Malerei und schuf vor allem großformatige Ölbilder. In Berichten und Rückblicken wurde sie häufig als lebensfroh und herzlich beschrieben. Gleichzeitig deuteten spätere Medienberichte darauf hin, dass sie in ihren letzten Lebensjahren mit persönlichen und gesundheitlichen Problemen zu kämpfen hatte. Die konkreten Hintergründe wurden von ihrem privaten Umfeld jedoch nicht umfassend öffentlich gemacht.

Am 5. März 2015 wurde Karina Kraushaar bewusstlos in ihrer Hamburger Wohnung aufgefunden. Sie wurde in das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf gebracht, starb dort jedoch noch am selben Tag – nur wenige Wochen vor ihrem 44. Geburtstag. Als Todesursache wurde multiples Organversagen genannt. Einige Medien brachten dieses mit einer Suchterkrankung beziehungsweise langjährigem Alkoholmissbrauch in Verbindung. Die Deutsche Presse-Agentur erklärte damals allerdings, dass ihr keine offiziell bestätigten Informationen zur genauen Ursache vorlagen. Diese Verbindung sollte deshalb nicht als zweifelsfrei gesicherte Tatsache dargestellt werden.

Karina Kraushaar wurde nur 43 Jahre alt. Vielen Zuschauerinnen und Zuschauern blieb sie als sympathische und energievolle Darstellerin aus einer Zeit in Erinnerung, in der Serien wie Hallo Robbie! und Die Rettungsflieger fest zum deutschen Fernsehprogramm gehörten. | © ZDF

Falko Ochsenknecht

Falko Ochsenknecht

Falko Ochsenknecht wurde 1984 in Lüdenscheid geboren und einem großen Publikum durch die Reality-Seifenoper Berlin – Tag & Nacht bekannt. Seit dem Start der Serie im Jahr 2011 verkörperte er Ole Peters, der wegen seiner ständigen Geldprobleme und seiner großen Träume schnell den Spitznamen „Ole ohne Kohle“ erhielt. Ole war laut, chaotisch, naiv und meistens überzeugt davon, kurz vor seinem großen Durchbruch zu stehen. Gerade diese Mischung aus Selbstüberschätzung, kindlichem Optimismus und Humor machte die Figur zu einem der bekanntesten Charaktere der frühen Serienjahre. RTLZWEI beschrieb Ole als freiheitsliebenden, polarisierenden Partyclown, der bevorzugt den Weg des geringsten Widerstandes ging.

Ochsenknecht spielte die Rolle zunächst von 2011 bis 2018. Nach einer längeren Pause kehrte er 2020 noch einmal zur Serie zurück und blieb bis 2022 Teil des Formats. Für viele Zuschauer war die Grenze zwischen Falko Ochsenknecht und seiner Fernsehfigur dabei zunehmend fließend: Auch außerhalb der Serie trat er mit dem Namen „Ole ohne Kohle“ auf und übernahm den extrovertierten Partycharakter für seine öffentlichen Auftritte.

Bereits 2012 begann er parallel zur Serie eine Karriere als Party- und Schlagersänger. Seine erste Single Ich bin kein Model und kein Superstar erreichte Platz 38 der deutschen Singlecharts und blieb sein größter musikalischer Erfolg. Es folgten weitere Partysongs wie Mallorca, Hey ich komme!, Was auf Malle war und Ich und mein Eimer. Ochsenknecht trat regelmäßig auf Mallorca und bei Partyveranstaltungen auf. Damit wurde aus der zunächst fiktiven Musikerkarriere seiner Serienfigur zumindest teilweise ein reales zweites Standbein.

Hinter seiner lauten Fernsehrolle zeigte Ochsenknecht auch eine nachdenklichere Seite. 2019 veröffentlichte er die autobiografische Erzählung Mobbing, Ruhm und treue Hunde – Danke Amy. Darin schrieb er über seinen Weg ins Fernsehen, seine Erfahrungen als Schlagersänger und die besondere Beziehung zu seiner Hündin Amy. Das Buch sollte vor allem den sensibleren Menschen hinter der überdrehten Figur „Ole ohne Kohle“ zeigen.

Am 1. Juli 2024 wurde Falko Ochsenknecht im Alter von nur 39 Jahren tot aufgefunden. Nur wenige Wochen später, am 30. Juli, wäre er 40 Jahre alt geworden. RTLZWEI bestätigte seinen Tod und erklärte, dieser habe bei den Verantwortlichen und Weggefährten der Serie tiefe Trauer ausgelöst. Zahlreiche frühere Kolleginnen und Kollegen erinnerten in den sozialen Medien an seinen Humor, seine besondere Persönlichkeit und die vielen gemeinsamen Jahre am Set.

Falko Ochsenknecht blieb vor allem als eines der prägenden Gesichter von Berlin – Tag & Nacht in Erinnerung. Mit „Ole ohne Kohle“ schuf er eine Figur, die für viele Zuschauer untrennbar mit den Anfangsjahren der Serie verbunden ist – überdreht, oft planlos, aber fast immer voller Optimismus. | © RTL II

Sylvia seidel

Silvia Seidel

Silvia Seidel wurde 1969 in München geboren und stand bereits als Jugendliche auf der Bühne und vor der Kamera. Ihren großen Durchbruch erlebte sie mit nur 17 Jahren: In der sechsteiligen ZDF-Weihnachtsserie Anna spielte sie 1987 die junge Ballettschülerin Anna Pelzer, deren Traum vom Tanzen nach einem schweren Unfall zunächst zerstört scheint. Die Serie wurde zu einem gewaltigen Publikumserfolg und machte Seidel innerhalb weniger Tage zu einem der bekanntesten Nachwuchsstars Deutschlands. 1988 folgte mit Anna – Der Film eine Fortsetzung fürs Kino.

Der Erfolg brachte ihr große Bekanntheit und mehrere Auszeichnungen ein, legte sie zugleich aber dauerhaft auf eine einzige Figur fest. Für viele Zuschauer blieb sie auch Jahre später „Anna“. Obwohl Seidel weiterhin als Schauspielerin arbeitete, Theater spielte und in verschiedenen Fernsehserien auftrat, erreichte keine ihrer späteren Rollen eine vergleichbare Aufmerksamkeit. Der frühe Ruhm wurde dadurch zunehmend zu einer Belastung: Statt als vielseitige erwachsene Darstellerin wahrgenommen zu werden, wurde sie immer wieder an dem Teenagerstar aus der Ballettserie gemessen.

Auch privat musste Seidel schwere Krisen bewältigen. 1992 nahm sich ihre Mutter Hannelore das Leben. Silvia Seidel erklärte später, ihre Mutter habe unter schweren Depressionen gelitten. Sie selbst sprach in Interviews über starke Ängste und Selbstzweifel, die ihr vieles im Leben erschwert hätten. Berichte über ihre letzten Jahre zeichnen das Bild einer Frau, die trotz weiterer Engagements zunehmend unter psychischen, beruflichen und finanziellen Problemen litt. Dabei sollte ihr Lebensweg nicht allein als angeblicher „Fluch des frühen Ruhms“ dargestellt werden: Psychische Erkrankungen entstehen meist durch ein komplexes Zusammenspiel verschiedener persönlicher und gesundheitlicher Faktoren.

Anfang August 2012 wurde Silvia Seidel im Alter von nur 42 Jahren tot in ihrer Münchner Wohnung gefunden, nachdem Bekannte mehrere Tage nichts von ihr gehört hatten. Die Polizei fand einen Abschiedsbrief und schloss nach damaligem Ermittlungsstand ein Fremdverschulden aus. Die Behörden gingen deshalb von einem Suizid aus; öffentlich verbreitete Details zur konkreten Todesart stammten überwiegend aus Medienberichten und sollten nicht unnötig wiederholt werden.

Silvia Seidel blieb einer ganzen Generation als ehrgeizige und verletzliche Ballettschülerin Anna in Erinnerung. Hinter dieser einen berühmten Rolle stand jedoch eine Schauspielerin, die über Jahrzehnte weiterarbeitete und immer wieder versuchte, sich von dem Bild des frühen Jugendstars zu lösen. Ihr Tod löste zugleich eine Debatte darüber aus, wie schwierig der Übergang vom gefeierten Nachwuchsstar zu einer langfristigen Karriere sein kann – und wie wenig sichtbar psychische Krisen selbst bei bekannten Menschen oftmals bleiben. | © ZDF

Ulrich mühe

Ulrich Mühe

Ulrich Mühe wurde 1953 in Grimma in der DDR geboren. Nach dem Abitur mit Berufsausbildung zum Baufacharbeiter und seinem Wehrdienst studierte er an der Theaterhochschule „Hans Otto“ in Leipzig. Seine ersten Engagements führten ihn an das Städtische Theater Karl-Marx-Stadt und später an die Berliner Volksbühne. 1983 wechselte er an das Deutsche Theater in Ost-Berlin, wo er sich schnell zu einem der herausragenden Schauspieler des Ensembles entwickelte.

Auf der Bühne überzeugte Mühe sowohl in klassischen als auch in modernen Stoffen. Er spielte unter anderem in Egmont, Peer Gynt, Nathan der Weise und als Hamlet in einer Inszenierung, die Shakespeares Drama mit Heiner Müllers Hamletmaschine verband. Sein Spiel war häufig von großer Konzentration und äußerer Zurückhaltung geprägt. Selbst in emotionalen Rollen benötigte er nur wenige Gesten, um innere Konflikte sichtbar zu machen.

Auch politisch gehörte Mühe zu den prägenden Künstlern der späten DDR. Bei der großen Demonstration auf dem Berliner Alexanderplatz am 4. November 1989 trat er öffentlich für demokratische Veränderungen ein. Nach der deutschen Wiedervereinigung setzte er seine erfolgreiche Theaterkarriere fort und wurde zugleich einem breiten Fernsehpublikum bekannt. Von 1998 bis 2007 spielte er in der Krimiserie Der letzte Zeuge den eigenwilligen Gerichtsmediziner Dr. Robert Kolmaar.

Seine international bekannteste Rolle übernahm Mühe als Stasi-Hauptmann Gerd Wiesler in Florian Henckel von Donnersmarcks Drama Das Leben der Anderen. Wiesler soll einen Schriftsteller und dessen Lebensgefährtin überwachen, beginnt aber zunehmend an seinem Auftrag und am politischen System der DDR zu zweifeln. Mühe verkörperte diese langsame innere Veränderung fast vollständig durch Blicke, Pausen und minimale Bewegungen. Aus dem zunächst kühl und pflichtbewusst auftretenden Offizier wird ein Mann, der Mitgefühl entwickelt und schließlich seine eigene Sicherheit riskiert.

Für seine Darstellung erhielt Mühe 2006 den Deutschen Filmpreis als bester Hauptdarsteller sowie den Europäischen Filmpreis. Der Film selbst wurde international gefeiert und gewann 2007 den Oscar als bester fremdsprachiger Film. Damit erreichte Mühe kurz vor seinem Tod den größten weltweiten Erfolg seiner Karriere.

Zu diesem Zeitpunkt war er bereits schwer erkrankt. Bei der Oscarverleihung in Los Angeles im Februar 2007 soll Mühe schon gesundheitlich stark angeschlagen gewesen sein. Kurz darauf kehrte er für eine dringende Operation nach Deutschland zurück. Seine Magenkrebserkrankung hielt er zunächst weitgehend aus der Öffentlichkeit heraus und sprach erst kurz vor seinem Tod darüber.

Am 22. Juli 2007 starb Ulrich Mühe in Walbeck im Alter von 54 Jahren. Sein früher Tod wurde besonders tragisch wahrgenommen, weil er gerade den Höhepunkt seiner internationalen Karriere erreicht hatte. Dennoch sollte sein Lebenswerk nicht allein auf Das Leben der Anderen reduziert werden: Mühe war bereits lange zuvor einer der bedeutendsten deutschen Theaterdarsteller und hatte über Jahrzehnte in Film, Fernsehen und auf der Bühne anspruchsvolle, häufig widersprüchliche Figuren verkörpert.

| © LEONINE Distribution Spielfilm
Susanne lothar

Susanne Lothar

Susanne Lothar wurde 1960 in Hamburg als Tochter des Schauspielerpaares Hanns Lothar und Ingrid Andree geboren. Sie begann ein Schauspielstudium an der Hamburger Hochschule für Musik und Theater, wechselte jedoch schon früh in die praktische Theaterarbeit. Am Thalia Theater machte sie schnell auf sich aufmerksam: Für ihre Darstellung der Recha in Lessings Nathan der Weise erhielt sie 1981 als erste Schauspielerin den neu geschaffenen Boy-Gobert-Preis.

Bereits zu Beginn ihrer Karriere zeigte sich, welche Rollen sie besonders prägten. Lothar spielte selten glatte oder gefällige Figuren. Ihre Frauen waren häufig verletzt, verzweifelt, widersprüchlich oder bis an ihre psychischen Grenzen getrieben. Dabei wirkte ihr Spiel nicht künstlich dramatisch, sondern unmittelbar und beinahe ungeschützt. Für ihr Kinodebüt in Tankred Dorsts Eisenhans wurde sie 1983 mit dem Bundesfilmpreis als beste Nachwuchsdarstellerin ausgezeichnet.

Den entscheidenden Durchbruch auf der Bühne erlebte sie 1988 am Deutschen Schauspielhaus Hamburg. Unter der Regie von Peter Zadek übernahm sie die Titelrolle in Frank Wedekinds Lulu. Ihre körperlich und emotional radikale Darstellung wurde zu einem der großen Theaterereignisse jener Jahre. Die Kritiker der Zeitschrift Theater heute wählten sie dafür zur „Schauspielerin des Jahres“. Auch später blieb Lothar eine Darstellerin, die in ihren Rollen kaum Distanz erkennen ließ und bewusst das Risiko suchte.

International bekannt wurde sie vor allem durch ihre Zusammenarbeit mit Regisseur Michael Haneke. In Funny Gamesspielte sie 1997 an der Seite von Ulrich Mühe eine Mutter, deren Familie in ihrem Ferienhaus von zwei jungen Männern terrorisiert wird. Lothars Darstellung der zunehmenden Angst, Erschöpfung und Verzweiflung gehörte zu den belastendsten und eindringlichsten Leistungen des Films. Gemeinsam mit Mühe war sie im selben Jahr außerdem in Hanekes Kafka-Verfilmung Das Schloss zu sehen.

Später arbeitete sie erneut mit Haneke an Die Klavierspielerin und Das weiße Band. In Das weiße Band verkörperte sie eine Hebamme, die in einer von Abhängigkeit, Demütigung und Gewalt geprägten Beziehung lebt. Auch in internationalen Produktionen wie Der Vorleser und Anna Karenina übernahm sie Nebenrollen. Ihre Figuren waren oft nicht groß angelegt, blieben durch ihre intensive Präsenz aber lange im Gedächtnis.

Susanne Lothar und Ulrich Mühe lernten sich bei der gemeinsamen Theaterarbeit kennen und waren seit 1997 verheiratet. Sie hatten zwei gemeinsame Kinder und standen mehrfach zusammen vor der Kamera und auf der Bühne. Besonders kompromisslos war ihre Zusammenarbeit in Sarah Kanes Theaterstück Gesäubert, das Peter Zadek 1999 inszenierte. Das Stück konfrontierte das Publikum mit extremer körperlicher und psychischer Gewalt und passte zu ihrem Ruf als Schauspielerpaar, das auch vor besonders fordernden Stoffen nicht zurückschreckte.

Ulrich Mühe starb am 22. Juli 2007 an Magenkrebs. Fünf Jahre später, am 21. Juli 2012, starb Susanne Lothar im Alter von nur 51 Jahren in Berlin. Ihr Tod wurde wenige Tage später durch den Anwalt der Familie bekannt gegeben. Dieser erklärte ausdrücklich, dass mit Rücksicht auf die Angehörigen keine weiteren Einzelheiten zur Todesursache veröffentlicht würden. Diese Entscheidung wurde auch später nicht durch eine offizielle medizinische Erklärung ergänzt.

Susanne Lothar hinterließ das Bild einer Schauspielerin, die ihre Figuren nicht nur darstellte, sondern sich ihnen mit ungewöhnlicher Konsequenz aussetzte. Obwohl sie häufig auf leidende, beschädigte oder düstere Frauenrollen besetzt wurde, lag ihre Stärke nicht allein in der Tragik. Sie konnte gleichzeitig hart und zerbrechlich, abweisend und verletzlich wirken. Damit gehörte sie zu den intensivsten deutschen Theater- und Filmschauspielerinnen ihrer Generation. | © rbb

Willi herren

Willi Herren

Willi Herren wurde 1975 in Köln geboren und stand bereits als Kind vor der Kamera. Seinen großen Durchbruch hatte er 1992 mit der Rolle des Oliver „Olli“ Klatt in der ARD-Serie Lindenstraße. Der ständig verschuldete, betrügerische und gleichzeitig unterhaltsame Kleinkriminelle wurde zu einer der auffälligsten Figuren der Serie. Olli versuchte immer wieder, mit neuen Plänen an Geld zu kommen, und landete dabei regelmäßig in Schwierigkeiten oder sogar im Gefängnis.

Herren spielte die Figur zunächst rund 15 Jahre lang und kehrte später für einzelne Gastauftritte zurück. Obwohl Olli Klatt als unsympathischer Serienfiesling angelegt war, entwickelte er sich durch Herrens temperamentvolle Darstellung zu einer Kultfigur. Daneben wirkte der Schauspieler in Filmen und Fernsehproduktionen wie Der bewegte Mann, Lola und Bilidikid und verschiedenen Krimiserien mit.

Ab Mitte der 2000er-Jahre verlagerte sich seine Karriere zunehmend vom klassischen Schauspiel in die Unterhaltungs- und Partyszene. Herren trat als Stimmungssänger auf Mallorca und bei zahlreichen Partyveranstaltungen auf. Mit Coverversionen, Fußballliedern und Ballermann-Songs schuf er sich ein zweites berufliches Standbein. Gleichzeitig war er regelmäßig in Realityformaten wie Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!, Promi Big Brother, Das Sommerhaus der Stars und Promis unter Palmen zu sehen.

Hinter seiner lauten, humorvollen Bühnenfigur kämpfte Herren über viele Jahre mit einer Suchterkrankung. Er sprach öffentlich darüber, wie sich sein zunächst gelegentlicher Kokainkonsum immer weiter gesteigert hatte. Seine Drogenprobleme belasteten sowohl sein Privatleben als auch seine Schauspielkarriere. In einer ZDF-Dokumentation und weiteren Fernsehsendungen ließ er sich bei Entzugsversuchen begleiten und machte seine Rückfälle und den schwierigen Kampf gegen die Abhängigkeit öffentlich.

Am 20. April 2021 wurde Willi Herren leblos in seiner Kölner Wohnung gefunden. Er war erst 45 Jahre alt. Ein Fremdverschulden wurde im Zuge der Ermittlungen ausgeschlossen, die genaue medizinische Todesursache blieb jedoch unter Verschluss. Medienberichte über einen tödlichen Cocktail aus Alkohol, Kokain und Tabletten oder einen dadurch ausgelösten Herzstillstand wurden niemals offiziell bestätigt.

Willi Herren blieb vielen Zuschauern als Olli Klatt, Ballermann-Sänger und energiegeladener Reality-TV-Unterhalter in Erinnerung. Sein Lebensweg zeigte zugleich die schwierige Seite einer Karriere, in der öffentlicher Erfolg, persönliche Krisen und Suchterkrankung über viele Jahre eng miteinander verbunden waren. | © ARD

Andreas schmidt

Andreas Schmidt

Andreas Schmidt wurde 1963 im sauerländischen Heggen geboren und wuchs überwiegend im West-Berliner Märkischen Viertel auf. Zunächst studierte er Germanistik und Philosophie, bevor er sich vollständig der Schauspielerei zuwandte. Nach Schauspiel- und Regieseminaren folgten Bühnenengagements in Mannheim, Dortmund, Bonn und Berlin. Gleichzeitig schrieb und inszenierte er eigene Theaterstücke und war zeitweise Sänger der Rockband „Lillies große Liebe“. Sein Kinodebüt gab er 1987 in der Krimikomödie Peng! Du bist tot!.

Größere Aufmerksamkeit erhielt Schmidt Ende der 1990er-Jahre durch die Zusammenarbeit mit Regisseur Eoin Moore. In plus-minus null, Conamara und Pigs Will Fly spielte er Männer aus schwierigen sozialen Verhältnissen, die zugleich rau, verletzlich und unberechenbar wirkten. Für seine Hauptrolle in Pigs Will Fly wurde er 2003 für den Deutschen Filmpreis nominiert. Diese Mischung aus Härte, Melancholie und trockenem Humor entwickelte sich zu einem seiner besonderen Markenzeichen.

Einem breiteren Publikum wurde er 2005 durch Andreas Dresens Tragikomödie Sommer vorm Balkon bekannt. Als gutmütiger, etwas unbeholfener Lastwagenfahrer Ronald spielte Schmidt keinen klassischen romantischen Helden, sondern einen widersprüchlichen Mann, der sympathisch und verletzend zugleich sein konnte. Für diese Rolle erhielt er eine weitere Nominierung für den Deutschen Filmpreis. Filmkritiker beschrieben seine besondere Fähigkeit später damit, dass er innerhalb weniger Augenblicke glaubwürdige Figuren erschaffen konnte, ohne sichtbar „zu spielen“.

Auch in dem oscarprämierten Drama Die Fälscher gehörte Schmidt zum Ensemble. 2009 gewann er schließlich den Deutschen Filmpreis als bester Nebendarsteller für seine Rolle als Tanzkapellenchef Gurki in der Heinz-Strunk-Verfilmung Fleisch ist mein Gemüse. Mit Minipli, Glitzerkleidung und autoritärem Auftreten machte er aus der zunächst grotesk wirkenden Figur einen gleichzeitig komischen, unangenehmen und erstaunlich menschlichen Charakter.

Daneben war Schmidt in zahlreichen Fernsehfilmen, Krimireihen und Serien zu sehen. Er spielte mehrfach im Tatort und im Polizeiruf 110 und übernahm eine wiederkehrende Rolle als Nachbar Schlunzke in den Filmen um Polizeihauptmeister Krause. Besonders eindringlich war sein Auftritt im Polizeiruf 110: Familiensache, in dem er einen Familienvater verkörperte, der unter seinem persönlichen und gesellschaftlichen Scheitern zerbricht. Für die Tragikomödie Ein guter Sommer erhielt er gemeinsam mit Jördis Triebel und Devid Striesow 2012 den Grimme-Preis.

Trotz seiner Krebserkrankung arbeitete Schmidt bis in seine letzten Lebensjahre weiter. Zu seinen späten Produktionen gehörten Timm Thaler oder das verkaufte Lachen, Zwei Bauern und kein Land und das historische Drama Die Unsichtbaren – Wir wollen leben. Letzterer Film kam erst wenige Wochen nach seinem Tod in die deutschen Kinos. Die genaue Art seiner Krebserkrankung wurde öffentlich nicht näher bekannt gemacht.

Am 28. September 2017 starb Andreas Schmidt nach längerer Krankheit in Berlin. Er wurde nur 53 Jahre alt und hinterließ seine Frau und einen jungen Sohn. In Erinnerung blieb er als Darsteller, der nur selten den klassischen Mittelpunkt eines Films spielte, seinen Nebenfiguren aber oft mehr Tiefe und Eigenleben verlieh als manche Hauptrolle. | © Robert Schlesinger

Reiner fassbinder

Rainer Werner Fassbinder

Rainer Werner Fassbinder wurde 1945 in Bad Wörishofen geboren und wuchs nach der Scheidung seiner Eltern überwiegend bei seiner Mutter in München auf. Er verließ die Schule vor dem Abitur und nahm später Schauspielunterricht. Zweimal bewarb er sich erfolglos an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin. Statt über eine klassische Filmhochschule fand er über das experimentelle Theater zur Regie. 1967 schloss er sich dem Münchner Action-Theater an und gründete ein Jahr später gemeinsam mit Künstlern wie Hanna Schygulla, Peer Raben und Kurt Raab das sogenannte antiteater.

1969 präsentierte Fassbinder mit Liebe ist kälter als der Tod seinen ersten langen Spielfilm. Bereits seine zweite Regiearbeit Katzelmacher machte ihn zu einer wichtigen Stimme des jungen westdeutschen Kinos. In seinen frühen Filmen arbeitete er mit einem festen Ensemble und übertrug die reduzierte, teilweise bewusst künstliche Ästhetik seiner Theaterinszenierungen auf die Leinwand. Beziehungen erschienen bei ihm selten als romantischer Rückzugsort. Liebe, Geld, Abhängigkeit, gesellschaftlicher Status und Macht waren fast immer eng miteinander verbunden.

Fassbinder wurde zu einer zentralen Figur des Neuen Deutschen Films, zu dem auch Regisseure wie Werner Herzog, Wim Wenders und Volker Schlöndorff gezählt werden. Während viele deutsche Nachkriegsfilme gesellschaftliche Konflikte eher vorsichtig behandelten, blickte Fassbinder direkt auf Rassismus, Klassengegensätze, Ausgrenzung, unterdrückte Sexualität und die nicht aufgearbeitete deutsche Vergangenheit. Seine Figuren waren häufig Außenseiter: Migranten, queere Menschen, Arbeiter, Prostituierte oder Frauen, die sich gegen gesellschaftliche Erwartungen behaupten mussten.

Einen entscheidenden Einfluss übten die Hollywood-Melodramen von Douglas Sirk auf ihn aus. Besonders deutlich wurde das in Angst essen Seele auf von 1974. Der Film erzählt von der Beziehung zwischen einer älteren deutschen Reinigungskraft und einem deutlich jüngeren marokkanischen Gastarbeiter, die von ihrem rassistischen Umfeld abgelehnt werden. In Cannes erhielt der Film den Preis der internationalen Filmkritik und den Preis der Ökumenischen Jury. Weitere bedeutende Werke dieser Phase waren Händler der vier Jahreszeiten, Die bitteren Tränen der Petra von Kant und Fontane Effi Briest.

Seinen größten internationalen Publikumserfolg feierte Fassbinder 1979 mit Die Ehe der Maria Braun. Hanna Schygulla spielt darin eine Frau, die sich während des deutschen Wiederaufbaus wirtschaftlich nach oben arbeitet, dabei aber privat immer stärker vereinsamt. Der Film wurde zum Auftakt einer Trilogie über die Geschichte der Bundesrepublik, die Fassbinder mit Lola und Die Sehnsucht der Veronika Voss fortsetzte. Für Die Ehe der Maria Braun erhielt er unter anderem den Deutschen Filmpreis für die beste Regie; Veronika Voss gewann 1982 den Goldenen Bären der Berlinale.

Neben seinen Kinofilmen inszenierte Fassbinder Theaterstücke, schrieb Drehbücher und Hörspiele, produzierte Filme und stand regelmäßig selbst vor der Kamera. Zu seinen bekanntesten Fernsehprojekten gehören die Familienserie Acht Stunden sind kein Tag, der Science-Fiction-Zweiteiler Welt am Draht und die monumentale, aus 13 Teilen und einem Epilog bestehende Literaturverfilmung Berlin Alexanderplatz. Was andere Regisseure über mehrere Jahrzehnte aufgebaut hätten, verdichtete Fassbinder in wenige Jahre nahezu ununterbrochener Arbeit.

Diese extreme Produktivität beruhte auch auf einem Leben, in dem Arbeit und Privatleben kaum voneinander getrennt waren. Fassbinder drehte häufig mit denselben Schauspielern, Partnern und Freunden. Das eng verbundene Ensemble ermöglichte schnelle Produktionen, führte jedoch auch zu konfliktreichen Abhängigkeiten. Fassbinder galt als charismatisch, großzügig und künstlerisch kompromisslos, zugleich aber als kontrollierend, verletzend und selbstzerstörerisch. Drogen, Alkohol, Schlafmangel und ein fast pausenloser Arbeitsrhythmus belasteten seinen Körper zunehmend.

Sein letzter vollendeter Film war die stilisierte Jean-Genet-Verfilmung Querelle. Die Premiere im August 1982 erlebte er nicht mehr. Am 10. Juni 1982 wurde Fassbinder tot in seiner Münchner Wohnung gefunden – nur zehn Tage nach seinem 37. Geburtstag. Nach den öffentlich bekannten Angaben führte die gleichzeitige Einnahme von Kokain und Schlafmitteln beziehungsweise Barbituraten zu einer tödlichen Wechselwirkung und zum Herzversagen. Teilweise wird auch Alkohol als zusätzlicher Faktor genannt. Hinweise auf einen geplanten Suizid gibt es nicht; neben ihm lag Material zu seinem nächsten vorgesehenen Film über Rosa Luxemburg.

Rainer Werner Fassbinder hinterließ trotz seines kurzen Lebens ein Werk, das weit über die enorme Zahl seiner Produktionen hinausreicht. Seine Filme verbanden persönliche Abgründe mit einer schonungslosen Analyse der westdeutschen Gesellschaft. Viele seiner Themen – Rassismus, soziale Isolation, emotionale Abhängigkeit und der Zusammenhang zwischen Liebe und Macht – wirken bis heute erstaunlich gegenwärtig. Seine Arbeitsweise und Persönlichkeit bleiben umstritten, sein Einfluss auf das deutsche und internationale Autorenkino ist jedoch kaum zu überschätzen.

| © Deutsches Film Institut/ RWFF
Ron holzschuh

Ron Holzschuh

Ron Holzschuh wurde 1969 in Zwickau geboren. Bevor er seine künstlerische Laufbahn begann, absolvierte er zunächst eine Tischlerlehre. Anschließend ließ er sich in Tanz, Gesang und Schauspiel ausbilden. Seine tänzerische Ausbildung führte ihn unter anderem an die Staatliche Ballettschule Berlin und die Palucca Schule in Dresden; später studierte er Darstellende Kunst in Leipzig. Neben der Schauspielerei arbeitete er auch als Tänzer, Choreograf, Musiker und Coach.

Seinen größten frühen Bühnenerfolg feierte Holzschuh mit dem Musical Saturday Night Fever. Als Tony Manero soll er in Köln und auf Tournee mehr als 1.000 Vorstellungen gespielt haben. Die Rolle verlangte ihm nicht nur Schauspiel und Gesang, sondern vor allem seine umfangreiche tänzerische Ausbildung ab. Zu seinen weiteren belegten Musicalproduktionen gehören Elisabeth, Evita, Vom Geist der Weihnacht und Die drei Musketiere. Eine Mitwirkung an Jesus Christ Superstar lässt sich anhand der verfügbaren verlässlichen Biografien dagegen nicht eindeutig bestätigen.

Einem großen Fernsehpublikum wurde Holzschuh ab 2003 durch Verbotene Liebe bekannt. Bis 2007 spielte er den Geschäftsmann Bernd von Beyenbach, der durch Intrigen, Affären und Machtkämpfe zu den auffälligen Figuren der Serie gehörte. Danach folgten Rollen in zahlreichen weiteren Fernsehproduktionen, darunter Eine wie keine, Anna und die Liebe, Alarm für Cobra 11, Unter uns, Dahoam is Dahoam und In aller Freundschaft.

Neben den täglichen Serien blieb Holzschuh dem Theater verbunden. Bei den Gandersheimer Domfestspielen spielte er 2016 den Kardinal Richelieu im Musical Die drei Musketiere sowie Panos in der Bühnenkomödie Highway to Hellas. Das Theater erinnerte später an ihn als kraftvollen, gewissenhaften und ausgesprochen professionellen Darsteller, der seine Erfahrungen aus Schauspiel, Tanz und Fernsehen miteinander verbinden konnte.

2019 übernahm er in der RTL-Serie Alles was zählt die Rolle des Niclas Nadolny. Als ehrgeiziger Eisshow-Produzent und früherer Weggefährte von Simone Steinkamp wurde er schnell zu einer zentralen Figur der Handlung. Produzent Damian Lott würdigte nach Holzschuhs Tod besonders dessen Menschlichkeit, Herzenswärme und Leidenschaft für die Schauspielerei.

Während seiner letzten Monate verschlechterte sich sein Gesundheitszustand offenbar deutlich. Holzschuh arbeitete zunächst weiter, bis er körperlich nicht mehr in der Lage war, sämtliche geplanten Szenen selbst zu spielen. Für einzelne Einstellungen wurde deshalb ein Double eingesetzt. Da Holzschuh seine Figur gern mit seiner eigenen Stimme zu Ende führen wollte, verwendete die Produktion für spätere Szenen bereits vorhandene Sprachaufnahmen von ihm. Seine letzten selbst gedrehten Szenen wurden Ende Mai 2020 ausgestrahlt.

Am 27. April 2020 starb Ron Holzschuh im Alter von 50 Jahren im Haus seiner Eltern im sächsischen Mülsen. Öffentlich bestätigt wurde nur, dass er einer kurzen, schweren Krankheit erlag. Berichte über konkrete Magen- oder Darmerkrankungen gingen über diese offiziellen Angaben hinaus und wurden von seiner Familie beziehungsweise seinem Management nicht medizinisch bestätigt.

Ron Holzschuh blieb als vielseitiger Künstler in Erinnerung, der sich nicht auf ein einzelnes Fach reduzieren ließ. Er konnte vor der Kamera den intriganten Seriengegner spielen, auf der Musicalbühne tanzen und singen und in Theaterproduktionen klassische wie komische Figuren verkörpern. Sein Tod traf viele Zuschauer besonders unerwartet, weil er noch wenige Wochen zuvor regelmäßig bei Alles was zählt zu sehen gewesen war. | © RTL

Dieter krebs

Dieter Krebs

Diether Krebs wurde 1947 in Essen geboren und wuchs im Ruhrgebiet auf. Nach seiner Schauspielausbildung begann er seine Laufbahn am Theater. Einem breiten Fernsehpublikum wurde er Anfang der 1970er-Jahre durch die Kultserie Ein Herz und eine Seele bekannt. Als Michael Graf spielte er den sozialdemokratischen Schwiegersohn von Alfred „Ekel Alfred“ Tetzlaff und lieferte sich mit ihm regelmäßig politische und familiäre Wortgefechte. Die Rolle machte Krebs zu einem der bekanntesten Fernsehgesichter seiner Generation.

Krebs wollte sich jedoch nicht auf den komischen Schwiegersohn festlegen lassen. Nach seinem Ausstieg aus der Serie kehrte er zunächst verstärkt zum Theater zurück und arbeitete unter anderem am Schauspielhaus Bochum. 1978 übernahm er in SOKO 5113 die Rolle des Ermittlers Diether Herle. Bis 1986 war er in zahlreichen Folgen der Krimiserie zu sehen und bewies, dass er neben komischen Figuren auch bodenständige und ernstere Rollen überzeugend verkörpern konnte.

Seinen größten Erfolg als Komiker feierte er in den 1980er-Jahren. Zunächst gehörte er zum Ensemble von Rudi Carrells Rudis Tagesshow. Ab 1984 stand er in Sketchup gemeinsam mit Beatrice Richter und später Iris Berben vor der Kamera. Mit falschen Zähnen, dicken Brillen, Perücken und teilweise vollkommen absurden Kostümen verwandelte er sich in Hunderte überzeichnete Spießer, Angeber, Verlierer und Alltagsmenschen. Die Sendung gilt als wichtiger Vorläufer der deutschen Comedywelle der 1990er-Jahre.

Seine Komik lebte dabei nicht nur von Verkleidungen und lauten Pointen. Krebs beobachtete Menschen sehr genau und verwandelte alltägliche Eigenheiten in Figuren, die trotz ihrer Übertreibung erstaunlich vertraut wirkten. Sein Humor konnte albern und körperlich sein, enthielt aber häufig auch Gesellschaftskritik. Hinter seinen grotesken Rollen steckten oft einsame, selbstgerechte oder hoffnungslos überforderte Menschen.

Anfang der 1990er-Jahre gelang ihm sogar ein unerwarteter Erfolg als Sänger. In der Rolle des gehemmten Öko-Spießers Martin veröffentlichte er den Titel Ich bin der Martin, ne…?!, der bis auf Platz drei der deutschen Singlecharts stieg. Mit Nickelbrille, Rentierpullover und absichtlich unbeholfenem Auftreten schuf Krebs eine weitere Kultfigur, die seinen Ruf als außergewöhnlicher Verwandlungskünstler festigte.

Abseits der Bühne wurde Krebs als engagierter Familienmensch beschrieben. Nach seinem Umzug nach Hamburg lebte er dort mit seiner Frau Bettina und den beiden gemeinsamen Söhnen. Trotz seiner öffentlichen Rolle als lauter Spaßmacher nahm er sich regelmäßig längere Auszeiten für seine Familie. Gleichzeitig führte er über viele Jahre einen gesundheitlich belastenden Lebensstil mit starkem Zigaretten- und Alkoholkonsum.

Ende der 1990er-Jahre erkrankte Diether Krebs an Lungenkrebs. Seine Krankheit hielt er weitgehend aus der Öffentlichkeit heraus und arbeitete trotz der schweren Diagnose weiter. Eine seiner letzten und bis heute bekanntesten Filmrollen spielte er 1999 in der Ruhrgebietskomödie Bang Boom Bang – Ein todsicheres Ding. Als schmieriger Spediteur Werner Kampmann zeigte er noch einmal die gesamte Bandbreite seines Spiels: komisch, unangenehm, bedrohlich und gleichzeitig vollkommen absurd.

Am 4. Januar 2000 starb Diether Krebs im Alter von nur 52 Jahren in seinem Hamburger Zuhause im Kreis seiner Familie. Als Todesursache wurde Lungenkrebs genannt. Beigesetzt wurde er in seiner Heimatstadt Essen, die später einen Platz nach ihm benannte.

Diether Krebs blieb als einer der vielseitigsten deutschen Fernsehkomiker in Erinnerung. Seine Figuren konnten lächerlich, unsympathisch oder vollkommen überdreht sein, wirkten aber fast nie leblos. Hinter den Masken und Pointen war häufig eine menschliche Wärme zu spüren, die selbst seinen größten Ekelpaketen etwas Verletzliches verlieh. | © ARD

Barbara Rudnik

Barbara Rudnik

Barbara Rudnik wurde 1958 in Wehbach an der Sieg geboren und wuchs später in Kassel auf. Nach der Mittleren Reife arbeitete sie zunächst im Buchhandel. In München wurde sie von Studierenden der Hochschule für Fernsehen und Film als Darstellerin entdeckt und nahm ab 1978 Schauspielunterricht am Zinner-Studio. Nach ersten Auftritten in Studentenproduktionen gab sie 1981 ihr Kinodebüt als tagträumende Kartenverkäuferin in Kopfschuß, der teilweise auch unter dem Titel Nightfall geführt wird.

In den folgenden Jahren entwickelte sie sich zu einer der gefragtesten deutschen Film- und Fernsehschauspielerinnen. Rudnik verkörperte häufig selbstbewusste, kontrollierte und geheimnisvolle Frauen, hinter deren äußerer Stärke Verletzlichkeit und innere Konflikte sichtbar wurden. Ihre elegante Erscheinung führte zwar oft dazu, dass sie als distanzierte oder kühle Frau besetzt wurde, doch sie verlieh diesen Figuren meist deutlich mehr Tiefe, als das Rollenklischee zunächst vermuten ließ. Zu ihren frühen Erfolgen gehörten die österreichische Kriminalkomödie Müllers Büro, Der Unsichtbare und verschiedene deutsche sowie französische Produktionen.

Einen wichtigen Karriereschub brachte ihr 1995 der Fernsehthriller Der Sandmann. An der Seite von Götz George spielte sie eine Frau, die in ein gefährliches psychologisches Spiel mit einem erfolgreichen Schriftsteller gerät. Für ihre Darstellung wurde Rudnik gemeinsam mit weiteren Beteiligten mit dem Adolf-Grimme-Preis ausgezeichnet. Kurz darauf folgten Rollen in Es geschah am hellichten Tag, Sönke Wortmanns Der Campus und dem Thriller Solo für Klarinette, in dem sie erneut neben Götz George zu sehen war.

Auch in den großen deutschen Krimireihen wurde Rudnik zu einem vertrauten Gesicht. Im Tatort trat sie unter anderem in den Episoden Eine todsichere Falle und Odins Rache auf. Anders als bei vielen einmaligen Krimigastrollen spielte sie im Polizeiruf 110 zeitweise selbst eine Ermittlerin: Als Offenbacher Kommissarin Simone Dreyer war sie in den Filmen Grauzone und Abseitsfalle zu sehen. Die Figur stieß neu zu einem Team, das gerade den gewaltsamen Tod eines Kollegen verarbeiten musste, und musste sich ihre Position zunächst erkämpfen.

Eine ihrer prägendsten späten Rollen war die Polizeipsychologin Hannah Schwarz in der ZDF-Krimireihe Solo für Schwarz. Rudnik spielte eine analytische, eigenständige Frau, die beruflich mit schweren Verbrechen und privat mit ihrer eigenen Vergangenheit konfrontiert wurde. Für diese Darstellung erhielt sie 2006 die Goldene Kamera als beste deutsche Schauspielerin. Daneben überzeugte sie als Rut Brandt im politischen Mehrteiler Im Schatten der Macht, als Festzeltbedienung in Oktoberfest und an der Seite von Josef Hader in der schwarzen Kriminalkomödie Komm, süßer Tod.

Ende 2005 erhielt Barbara Rudnik die Diagnose Brustkrebs. Zunächst hielt sie ihre Erkrankung weitgehend aus der Öffentlichkeit heraus und arbeitete trotz Chemotherapien weiter. In dieser Zeit entstanden unter anderem Keinohrhasen, Der fremde Gast und weitere Folgen der Krimireihe Commissario Laurenti. Erst im Frühjahr 2008 sprach sie öffentlich über ihre Krankheit. Dabei beschrieb sie nicht nur die körperlichen Belastungen der Behandlung, sondern auch den bewussteren Blick auf ihr eigenes Leben.

Obwohl die Therapie zunächst Wirkung zeigte, kehrte die Krankheit zurück. Rudnik zog sich dennoch nicht vollständig aus dem Berufsleben zurück. Eine ihrer letzten Rollen spielte sie im Fernsehfilm Mörder auf Amrum, der erst nach ihrem Tod ausgestrahlt wurde. Ihr Auftreten während ihrer Erkrankung wurde häufig als diszipliniert und offen beschrieben, wobei sie sich dagegen wehrte, öffentlich nur noch als Krebspatientin wahrgenommen zu werden.

Am 23. Mai 2009 starb Barbara Rudnik im Alter von 50 Jahren im Beisein ihrer Familie und enger Freunde an den Folgen ihrer Krebserkrankung. Zwischen der Diagnose und ihrem Tod lagen rund dreieinhalb Jahre. Die Formulierung, sie habe „jahrelang gegen Brustkrebs gekämpft“, ist damit grundsätzlich zutreffend.

Barbara Rudnik blieb als Schauspielerin in Erinnerung, die keine großen Gesten benötigte, um Autorität und innere Spannung zu erzeugen. Gerade ihre zurückhaltende, klare Spielweise machte sie sowohl als Ermittlerin als auch in psychologisch anspruchsvollen Rollen überzeugend. Hinter der häufig beschriebenen Eleganz lag eine große Wandlungsfähigkeit, durch die selbst kleinere Figuren eine starke Präsenz entwickelten. | © ZDF

Lisa Martinek

Lisa Martinek

Lisa Martinek gehörte über viele Jahre zu den profiliertesten Schauspielerinnen des deutschen Fernsehens. Sie spielte häufig selbstbewusste, intelligente und kontrollierte Frauen, hinter deren äußerer Stärke persönliche Zweifel oder innere Konflikte sichtbar wurden. Statt sich über eine einzelne große Starrolle zu definieren, baute sie eine beständige Karriere zwischen Fernsehfilmen, Krimireihen, Serien, Kino und Theater auf.

Martinek wurde 1972 als Lisa Wittich in Stuttgart geboren. Bereits als Jugendliche stand sie in der ARD-Serie Fest im Sattel vor der Kamera. Nach dem Abitur absolvierte sie von 1993 bis 1997 ihre Schauspielausbildung an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg. Während dieser Zeit spielte sie bereits am Thalia Theater; später folgten Engagements am Schauspielhaus Leipzig, am Schauspiel Frankfurt und am Deutschen Theater Berlin.

Einen frühen Erfolg feierte sie 1997 in der Kinokomödie Härtetest. Als selbstbewusste Fahrradkurierin Lena erhielt sie eine Nominierung für den Deutschen Filmpreis. Für ihre Hauptrolle als junge Polizistin in dem Fernsehthriller Jagd auf den Flammenmann wurde sie 2003 außerdem für den Deutschen Fernsehpreis nominiert. Bereits zu diesem Zeitpunkt hatte sie sich als Darstellerin etabliert, die sowohl leichte Unterhaltung als auch psychologisch und körperlich fordernde Rollen tragen konnte.

Einem breiten Fernsehpublikum wurde Martinek besonders als Kommissarin Clara Hertz in der ZDF-Krimireihe Das Duobekannt. Von 2006 bis 2012 ermittelte sie dort an der Seite von Charlotte Schwab. Weitere Hauptrollen übernahm sie unter anderem in Die Zürcher Verlobung – Drehbuch zur Liebe, der Filmreihe Bella, dem Familiendrama Schwester Weißund der ZDFneo-Serie Blaumacher. Auch in Produktionen wie Im Labyrinth des Schweigens, Tatort und Schwartz & Schwartz war sie zu sehen.

Eine ihrer bekanntesten und zugleich anspruchsvollsten Rollen spielte sie 2018 in der ARD-Serie Die Heiland – Wir sind Anwalt. Als Romy Heiland verkörperte sie eine nahezu blinde Strafverteidigerin, die in Berlin eine eigene Kanzlei eröffnet. Die Figur basierte auf der Biografie der Rechtsanwältin Pamela Pabst, die Martinek während ihrer Vorbereitung intensiv begleitete. Martinek beobachtete Pabst bei ihrer Arbeit, besuchte mit ihr Gerichtsverhandlungen und trainierte den Umgang mit einem Langstock. Ihr Ziel war es, Romys Blindheit nicht als tragisches Schicksal, sondern als selbstverständlichen Teil einer unabhängigen und beruflich erfolgreichen Persönlichkeit darzustellen.

Gerade diese sorgfältige Vorbereitung zeigte ihre Arbeitsweise. Martinek setzte weniger auf große Gesten als auf Präzision, Konzentration und eine genaue Beobachtung ihrer Figuren. In der Branche galt sie als vielseitige und verlässliche Schauspielerin, die Hauptrollen tragen konnte, ohne sich selbst öffentlich in den Mittelpunkt zu stellen. Neben ihrer Arbeit gehörte sie zu den Gründungsmitgliedern der Deutschen Filmakademie und unterstützte verschiedene soziale Initiativen.

Am 28. Juni 2019 erlitt Lisa Martinek während eines Familienurlaubs auf der italienischen Insel Elba einen medizinischen Notfall. Sie wurde in ein Krankenhaus in Grosseto gebracht, konnte jedoch nicht gerettet werden. Die Obduktion ergab einen Herzstillstand und bestätigte einen natürlichen Tod. Eine genauere zugrunde liegende Erkrankung wurde öffentlich nicht bekannt gemacht. Martinek wurde nur 47 Jahre alt und hinterließ ihren Ehemann, den Schauspieler und Regisseur Giulio Ricciarelli, sowie drei Kinder.

Ihr plötzlicher Tod traf Kollegen und Publikum besonders, weil ihre Karriere noch längst nicht abgeschlossen wirkte. Für eine weitere Staffel von Die Heiland waren bereits neue Dreharbeiten geplant. Die Serie wurde später mit einer neuen Hauptdarstellerin fortgesetzt, doch Lisa Martineks Interpretation der Romy Heiland blieb prägend. In Erinnerung blieb sie als Schauspielerin, die Autorität, Wärme und Verletzlichkeit miteinander verbinden konnte – unaufdringlich, genau und mit einer Präsenz, die selbst zurückhaltende Figuren deutlich hervorhob. | © ARD

Deutsche Prominente die zu früh gestorben sind 19

Berühmte Deutsche, die viel zu früh gestorben sind

Auch außerhalb der Schauspieler-Riege überrascht uns das Ableben mancher prominenter und bekannter Persönlichkeiten immer wieder. Darum wollen wir von EarlyGame auch anderer berühmter Deutscher, die viel zu früh gestorben sind, gedenken. | © Sport1

1-17
  • Facebook X Reddit WhatsApp Copy URL

Mehr dazu

Mehr
Bianca Devins 01 Wikipedia
Entertainment
Bianca Devins: Sieben Jahre nach ihrem Tod und einem Mörder der Fotos der Tat an ihre Familie schickte
Sean Connery Allan Quatermain in The League of Extraordinary Gentlemen 2003 1
Entertainment
15 Filme die Schauspielkarrieren zerstört haben
Terms of Endearment
Filme und Serien
15 Oscar-prämierte Filme, die man sich heute kaum noch antun kann
Katja Krasavice 1
Streamer
Katja Krasavice verrät: Warum ihr Leben nicht so perfekt ist, wie viele denken
Sam Neill 01 Universal Roadshow Films
Entertainment
Jurassic Park-Star Sam Neill im Alter von 78 Jahren gestorben
Haaland Buu X
Entertainment
„Ich widerspreche nicht“ – Haaland-Memes fluten das Internet und der Superstar nimmt es mit Humor
Half Life 2
Gaming
15 von Anfang bis Ende nahezu perfekte Videospiele
Foodie Beauty Schlafstreams You Tube
Entertainment
FoodieBeauty will ihren Schlaf streamen, für den Fall, dass sie wegen ihres Übergewichts währenddessen stirbt
Harrison Ford Lucasfilm
Entertainment
Harrison Ford wird 84: Schreiner, Hollywood-Mythos und die vielen überlebten Flugzeugabstürze
Warcraft
Filme und Serien
15 SciFi-Filme mit makellosem Worldbuilding
Brendan fraser the mummy
Entertainment
15 Schauspieler, die von Hollywood geblacklisted wurden, weil sie ihre Meinung sagten
Patrick Stewart 01 CBS
Entertainment
Patrick Stewart wird 86: Der Captain, Shakespeare und die Frage, ob Disney ihn zwingt weiterzumachen
  • All Galerien
  • Home

Für den EarlyGame Newsletter anmelden

Melde dich an für ausgewählte Highlights von EarlyGame, Kommentare und vieles mehr

Über uns

Entdecke die Welt des Esports und der Videospiele. Bleibe auf dem Laufenden mit Nachrichten, Meinungen, Tipps, Tricks und Bewertungen.
Mehr Infos über uns? Klick hier!

Links

  • Affiliate links
  • Datenschutzerklärung
  • Impressum
  • Werbepolitik
  • Editorial Policy
  • Über uns
  • Autoren

Partner

  • Kicker Logo
  • Efg esl logo
  • Euronics logo
  • Porsche logo
  • Razer logo

Charity Partner

  • Laureus sport for good horizontal logo

Games

  • Gaming
  • Entertainment
  • Streamer
  • Filme und Serien
  • EA FC
  • Fortnite
  • League of Legends
  • Codes
  • Mobile
  • Videos
  • Call of Duty
  • Reviews
  • Deals
  • Galerien
  • News
  • Deine Zukunft
  • TK TFT Cup
  • Hero Stories
  • Lootday

Links

  • Affiliate links
  • Datenschutzerklärung
  • Impressum
  • Werbepolitik
  • Editorial Policy
  • Über uns
  • Autoren
  • Copyright 2026 © eSports Media GmbH®
  • Datenschutzerklärung
  • Impressum
  • Datenschutzeinstellungen aktualisieren
German
German
  • English
  • German
  • Spanish
  • EarlyGame india