Gefälschter Livestream als Alibi: Gamer wegen Mordes an seiner schwangeren Freundin verurteilt

Stephen McCullagh wurde trotz seines Versuches, sich ein Alibi zu verschaffen, wegen Mordes an seiner schwangeren Freundin verurteilt.

Natalie Mc Nally and Stephen Mc Cullagh
Er hat sie in ihrem Zuhause getötet | © Family Handout, PA The Irish News / belfasttelegraph Instagram

Während er zu ihrem Haus fuhr, um seine Freundin zu töten, ließ dieser YouTuber einen Livestream laufen, um sich ein Alibi zu verschaffen. Nun wurde er wegen des brutalen Mordes an ihr verurteilt.

Der Fall

Die 32-jährige Natalie McNelly wurde im Dezember 2022 tot in ihrem Haus in Lurgan, Irland aufgefunden. Sie war im fünften Monat schwanger. Ihr Freund, der 36-jährige Stephen McCullagh, gehörte zu den ersten Verdächtigen und wurde umgehend vor Gericht gestellt. Seine Verteidigung: Er habe zum fraglichen Zeitpunkt aus seinem Haus in Lisburn live auf YouTube gestreamt.

Ein Livestream wäre ein ziemlich offensichtliches Alibi – wenn da nicht eine Sache wäre: Sein Livestream war vorab aufgezeichnet, wie die IT-Forensik ergab. Der Stream übertrug sechs Stunden lang McCullagh beim Spielen von Grand Theft Auto und Robot Wars. Die fehlende Chat-Interaktion erklärte er mit einem alten Computer und technischen Problemen. Er zeichnete die Session in den Nächten vom 14. auf den 15. Dezember auf und spielte sie am 18. Dezember ab, um den Eindruck zu erwecken, er sei zu Hause, während er zu seiner Freundin fuhr, um Mord zu begehen.

Seine Smartphone-Daten zeigten ihn währenddessen verdächtig inaktiv, berichtet The Guardian. Darüber hinaus zeigen Aufnahmen von Überwachungskameras einen Mann sowohl in Lisburn als auch in Lurgan am Abend des Mordes sowie einen Mann, der in Lurgan in ein Taxi stieg und um 23:13 Uhr an McCullaghs Adresse abgesetzt wurde. Die Identität des Mannes wird laut The Irish News mittlerweile als McCullagh akzeptiert.

Natalie McNally, die im fünften Monat schwanger war, wurde einem längeren Angriff ausgesetzt, der Stichwunden am Hals, Strangulation und schwere Schläge gegen den Kopf umfasste, sagte der staatliche Pathologe Dr. James Lyness vor Gericht aus, dukumentiert The Guardian.

Nach dem Mord fuhr McCullagh nach Hause, um seinen Livestream zu beenden und die Aufnahme zu löschen. Nur wenige Stunden später lud der Mörder ein Video hoch, in dem er ein Spielzeug-Lichtschwert vorstellte. Am nächsten Tag fuhr er zum Haus seiner Freundin und rief verzweifelt den Notruf an, um mitzuteilen, dass er sie tot aufgefunden habe.

Aufgrund seines Livestream-Auftritts scheint der Mord an McNally geplant und vorsätzlich gewesen zu sein. Angeblich soll er besonders arglistig sogar Botschaften in der Aufnahme versteckt haben, um sich über sein Opfer lustig zu machen. So hatte er sich explizit eine GTA-Mission für den Stream ausgesucht, in dem eine Frau getötet werden musste und soll mehrfach ihren Namen genuschelt haben, während er den Auftrag erledigte.

Die Verurteilung

Nachdem McCullagh mit den Ergebnissen der IT-Forensik konfrontiert wurde, bestätigte er, dass der Livestream vorab aufgezeichnet worden war, beharrte aber weiterhin auf seiner Unschuld. Er sagte, er habe während der laufenden Aufnahme geschlafen.

McCullagh stand über vier Wochen vor Gericht. Am 23. März, nach zweistündiger Beratung, befand ihn die Jury laut BBC des brutalen Mordes an Natalie McNally für schuldig. Ihm droht nun eine lebenslange Haftstrafe.

Seine Kanäle sind offline.

Nora Weirich

Schon als Kind hat Noras Vater ihre Begeisterung für Videospiele und alles was damit zu tun hat geweckt. Dazu kommt eine viel zu hohe Bildschirmzeit, weshalb sie so gut wie alles mitbekommt, was online so passiert und eine Vorliebe für das Schreiben, die sie durch ihr Philosophiestudium entdeckt hat. So kann sie all ihre Leidenschaften bei Earlygame verwirklichen....