Influencerin überfährt ihr Kleinkind und postet sofort Bilder davon im Netz

Eine Mutter-Influencerin sieht sich heftiger Kritik ausgesetzt, weil sie am selben Tag, an dem es passierte, darüber postete, dass sie ihr Kleinkind versehentlich überfahren hatte.

Hillside farmhouse Instagram
Influencer-Eltern scheinen nicht aufhören zu können, jede Sekunde im Leben ihrer Kinder zu filmen. | © hillside_farmhouse Instagram

Eltern- und Familieninfluencer sind dafür bekannt, ihre Kinder und jeden Augenblick ihres Lebens online zu teilen, was schon oft Kontroversen ausgelöst hat. Diesmal hat eine Influencerin das Ganze auf die Spitze getrieben, indem sie noch am selben Tag, als ihr Kleinkind noch im Krankenhaus lag, ein Post veröffentlichte, in dem sie schildert wie sie es versehentlich mit ihren Wagen überfuhr. Das hat eine große Welle an Kritik ausgelöst.

"Der Schlimmste Tag unseres Lebens"

Kelly Hopton-Jones ist zweifache Mutter und teilt auf ihrem Instagram-Account hillside_farmhouse Einblicke in ihr Leben, die Herausforderungen des Elternseins und ihre Kinder. Außerdem verkauft sie Ratgeber zu Erziehung und "Clean Living".

Am 16. April soll die Mutter ihren 23 Monate alten Sohn versehentlich mit ihrem Auto angefahren haben. Das Kleinkind wurde umgehend ins Krankenhaus gebracht.

Nicht der Unfall selbst erzürnte die Zuschauer, sondern die Tatsache, dass sie noch am selben Tag des Vorfalls einen Instagram-Beitrag veröffentlichte, in dem sie die Situation ihren Zuschauern schilderte und Bilder des verletzten Kleinkindes in einem Krankenhausbett zeigte.

Der Beitrag beschreibt, wie Hopton-Jones mit ihrer vierjährigen Tochter Donuts holen und anschließend zu deren Tanzaufführung fahren wollte. Ihr Mann und der kleine Henry blieben zu Hause. Als sie aus der Einfahrt fuhr, rannte das Kind, so ihre Aussage, aus der Garage und wurde „innerhalb weniger Sekunden“ von ihrem Auto überfahren.

Heute war der schlimmste Tag unseres Lebens. Das Leben kann sich buchstäblich im Handumdrehen ändern. Heute ein wahrer Albtraum für Eltern wahr geworden.

schreibt die Influencerin auf einem Foto, auf dem sie die kleine Hand ihres Sohnes mit einem Krankenhausarmband daran hält.

Sie sagte außerdem, dass die Röntgenaufnahmen von Henrys Brustkorb, Beinen und Hals unauffällig seien, er aber einen Beckenbruch habe, dessen Heilung Zeit in Anspruch nehmen werde.

Wir könnten uns mit all den „Was wäre wenn“-Gedanken verrückt machen, und ehrlich gesagt, tun wir das auch ein bisschen. Aber Unfälle passieren. Und ich denke immer wieder darüber nach, was ich meinen Kindern eines Tages sagen würde, wenn ihnen so etwas passieren würde. Unfälle passieren, und die einzigen Fehler sind die, aus denen wir nicht lernen. Wir sind auf der glücklichen Seite eines tragischen Unfalls.

liest sich in der Beschreibung.

Der Beitrag verbreitete sich rasend schnell im Internet, und viele stellten ihre Entscheidung infrage, so schnell oder überhaupt über den Vorfall zu berichten. Sie hat die Kommentare inzwischen gelöscht und die Kommentarfunktion für diesen Beitrag deaktiviert.

Laut Dexerto äußerten Zuschauer Kommentare wie: „Ja, sein eigenes Kind zu überfahren und dann am selben Tag einen Beitrag darüber zu veröffentlichen, ist nicht gerade ‚Ich bin traumatisiert‘. Soziale Medien haben uns ruiniert.“ oder „Es tut mir leid, dass das passiert ist. Aber noch am selben Tag Content darüber zu erstellen … ist seltsam.“

Wohl verteidigten manche Hopton-Jones mit der Begründung, dass jeder Mensch anders mit einem Trauma umgeht, aber die meisten Kommentare scheinen sich einig zu sein, dass der Beitrag unangemessen war und der Moment zumindest für ein paar Tage privat hätte bleiben sollen.

Einige Kommentare haben sich auf ihre früheren Beiträge ausgeweitet und fragen sie, warum der andere Beitrag noch online, die Kommentarfunktion aber deaktiviert ist. Außerdem fordern einige Kommentatoren eine Untersuchung des Jugendamtes.

Die Kommentare werden sarkastisch: „Hattest den schlimmsten Tag deines Lebens, aber alles für Instagram, was? Leg vielleicht das Handy weg“, „Mein Sohn ist in der Notaufnahme, schnell, lass uns einen Social Media Post für Aufmerksamkeit machen“ und „Oh nein, ich habe mein eigenes Kind überfahren, schnell hol' die Kamera, damit wir Mitleids-Likes bekommen“.

Aber naja, es scheint tatsächlich funktioniert zu haben. Während alle anderen Beiträge auf ihrer Instagram-Seite mit 65.000 Followern nur etwa 50 bis 200 Likes haben, hat der Beitrag über den Unfall über 38.000. Er hat ihr also tatsächlich Aufmerksamkeit verschafft. Sie selbst hat sich bisher nicht dazu geäußert.

Nora Weirich

Schon als Kind hat Noras Vater ihre Begeisterung für Videospiele und alles was damit zu tun hat geweckt. Dazu kommt eine viel zu hohe Bildschirmzeit, weshalb sie so gut wie alles mitbekommt, was online so passiert und eine Vorliebe für das Schreiben, die sie durch ihr Philosophiestudium entdeckt hat. So kann sie all ihre Leidenschaften bei Earlygame verwirklichen....