Nach Pädophilie Anschuldigungen: Vitaly Zdorovetskiy entschuldigt sich bei Opfer

Vitaly Zdorovetskiy streamt sich und sein Team bei der Entlarvung eines angeblichen Sexualstraftäters, nur dass der Mann, den sie belästigen, der Falsche ist.

Vitaly Zdorovetskiy Instagram Twitter
Er hat nichts gelernt | © VitalyTheGoat Instagram / X

Vitaly Zdorovetskiy hat es sich zur Aufgabe gemacht Pädophile im Stream zu fangen und zu entlarven. Diesmal hat er jedoch den Falschen erwischt und sich dafür entschuldigt.

Vitalys Geschichte

Vitaly Zdorovetskiy war ursprünglich unter dem Namen VitalyzdTV auf YouTube bekannt. Seine Inhalte bestanden aus Streichvideos, die mit der Zeit immer extremer wurden.

2020 wurde er wegen Körperverletzung an einer Joggerin verurteilt und wechselte daraufhin zu IRL-Streaming auf Kick. Er wanderte auf die Philippinen aus und wurde nach mehreren Vorfällen auch dort vor Gericht gestellt.

Er wurde zunächst in Haft genommen und später nach Russland abgeschoben.

Hier könnt ihr mehr über Vitaly und seine Festnahme lesen.

Sein Comeback

Seit Ende Januar 2026 ist Vitaly wieder in Amerika und streamt dort auch direkt wieder seine Eskapaden.

Nun hat er es sich zur Aufgabe gemacht, „Täter“ zu fassen, indem er sie an Orte lockt, wo er und sein Team anstatt eines minderjährigen Mädchens die pädophilen Männer erwarten. Dazu täuscht sein Team potenzielle Täter, indem es sich als minderjährige Mädchen ausgibt und die erwachsenen Männer kontaktiert. Wenn diese sich zu einem Treffen bereit erklären (meist mit keinen guten Absichten), überraschen Vitaly und seine Crew sie, verhören sie, entlarven sie und rufen die Polizei. Selbstverständlich wird alles live übertragen.

Falsche Anschuldigungen

Eine dieser Aktionen ging kürzlich schief, als Vitaly versuchte, den Täter vor laufender Kamera zu überführen. Ein Mitglied seines Teams hatte über Snapchat mit einem Mann geschrieben und ihm ausdrücklich gesagt, dass sie 16 Jahre alt sei. Am Abend des geplanten Treffens bezogen die Helfer Positionen und warteten auf den verdächtigen Mann. Und tatsächlich tauchte ein Mann auf.

Vitaly issues an apology after a Pedophile sting gone wrong, where they repeatedly accused the wrong man of being a Pedophile
by u/999braindead in LivestreamFail

Die Crew stürmte sofort auf ihn zu, wobei Vitaly auf den Mann zuging und unverständliches Zeug sang, bis er schließlich - natürlich mit einem falschen indischen Akzent - ​​zu singen begann:

Du willst eine 16-Jährige vergew***.

Als der Mann behauptet, sie habe ihm nie gesagt, dass sie 16 sei, antwortet Vitaly, immer noch singend, dass sie es doch getan habe. Während Vitaly weiter singt und den Mann beschuldigt, ein Sexualstraftäter zu sein, versucht dieser wiederholt, ihn zum Aufhören und Zuhören zu bewegen und ihm die Nachrichten auf seinem Handy zu zeigen.

Ich schwöre bei Gott, sie hat mir nie gesagt, dass sie 16 ist, ehrlich. Nein, warte mal, Mann, hör zu, 18, ich schwöre bei Gott. So bin ich nicht.

Sagt er, während er Vitaly sein Handy zeigt. Er fleht das Mädchen sogar an, ihre Nachrichten aufzurufen, um zu beweisen, dass sie ihm nie gesagt hat, dass sie 16 sei. Der Mann erklärt weiter, dass er einen „CNC“-Kink (einvernehmlicher, nicht einvernehmlicher Sex in der Öffentlichkeit) habe und sich in der Gegend mit einem 18-jährigen Mädchen treffen wolle. Dabei versucht er verzweifelt, jedem, der ihm zuhört, sein Handy zu zeigen.

Doch das Mädchen, das sich als 16-Jährige ausgegeben hatte, holt ihr Handy heraus und liest folgende Nachrichten vor:

LOL du kannst es mir sagen

Ihre Antwort:

Okay, ich will vor allem ganz ehrlich sein. Ich habe da gelogen, ich bin 16, aber mach es nicht komisch.

Dann schreibt er:

Oh, wow, lass mich noch ein(en) (unverständlich) von dir bekommen.

Der beschuldigte Mann ruft jetzt entschieden, dass das nicht er gewesein sei, dass das nicht sein Account sei und zeigt ihnen sein tatsächliches Profil. Anschließend ruft er die Polizei, da sein Flehen und seine Beweise ihm nicht helfen konnten, die Gruppe von seiner Unschuld zu überzeugen. Vitaly sagt sogar:

Du gehörst also zu diesen Technik-Indern, die Schlauen, hm, zwei Snapchats.

Die Gruppe vermutet, dass der Mann entweder seine Snaps gelöscht hat oder einen Zweitaccount auf Snapchat benutzte, um mit der angeblichen 16-Jährigen zu schreiben. Der Mann versucht sich vehement zu verteidigen, jedoch vergeblich.

Dann wird das Mädchen blockiert und alle rasten aus und behaupten, der anwesende Mann sei wirklich der Pädophile hinter dem Account gewesen, obwohl sie ihn und sein Handy die ganze Zeit beobachten konnten und gesehen hätten, wenn er in dieser Sekunde jemanden blockiert hätte.

Nach einer Weile gelingt es Vitaly endlich, alle zu beruhigen. Er tut so, als lasse er den Beschuldigten seine Version der Geschichte erzählen, fügt aber gleichzeitig hinzu, dass dieser, weil er Inder sei, wahrscheinlich schlau sei und das System hintergangen habe. Der Mann kommt nicht zu Wort.

Mehrere Polizisten treffen ein, zwei von ihnen sprechen getrennt voneinander mit dem Beschuldigten und der Frau, die sich als 16-Jährige ausgab. Dann bricht das Video ab.

Vitaly hat den Stream und die Clips inzwischen von seinem Kanal gelöscht. Trotzdem wurde er nun auf Kick gebannt.

Später veröffentlichte er ein Statement auf X, in dem es heißt:

Mir ist zu Ohren gekommen, dass mein Team und ich in einer kürzlich ausgestrahlten Folge von „Catching Child Predators“ Akash Singhania fälschlicherweise als Kinderschänder dargestellt haben.

Er entschuldigt sich bei Singhania und seiner Familie und versichert, dass er aus der Erfahrung gelernt habe.

Die Meinungen gehen auseinander. Während einige Singhania weiterhin für einen Sexualstraftäter halten, der dieses Mal nur ungeschoren davongekommen ist, kritisiert der Großteil Vitaly scharf. Singhanias Vorlieben mögen zwar fragwürdig sein, doch der Sex ist einvernehmlich, legal und findet mit Partnern über 18 Jahren statt. Es scheint, als ob Vitaly gar nicht die Wahrheit ans Licht bringen wollte, sondern vielmehr Klicks, Videos und Lob für die provokanten Reaktionen auf die Ergreifung vermeintlicher Sexualstraftäter generieren wollte - und dabei die Konsequenzen völlig außer Acht ließ. Ein solcher Fehler kann für den Beschuldigten schwerwiegende Folgen haben. Zudem waren sein Gesang und seine Äußerungen schlichtweg rassistisch.

Ein Kommentator auf X veröffentlicht private Nachrichten zwischen ihm und Singhania, aus denen die Absicht des Beschuldigten hervorgeht, Vitaly und sein Team möglicherweise wegen Verleumdung und emotionaler Belastung zu verklagen.

Singhania hat inzwischen auf Vitalys Entschuldigung reagiert. Er bekräftigt, dass alle Beteiligten – Vitaly, er selbst und die Polizei von Santa Ana – seine Unschuld bestätigt haben. Dennoch berichtet er, aufgrund der falschen Anschuldigungen schwerwiegende Konsequenzen erlitten zu haben. Er schreibt:

Ich habe Belästigungen, Vorurteile und Schäden in meinen persönlichen und beruflichen Beziehungen erfahren, basierend auf etwas, das sich inzwischen als falsch erwiesen hat.

Er sagt, er unterstütze die Bemühungen, echte Täter zu entlarven, betont aber die Wichtigkeit ordnungsgemäßer Verfahren und Überprüfung, da sich die Folgen als schwerwiegend erwiesen hätten.

Wie Singhania sagt, sollte dies eine Lehre sein: Täter zu entlarven und sie zum Aufhören zu bewegen ist zwar gut, aber dies nur für Klicks und Aufmerksamkeit zu tun, ist nicht die richtige Intention. Das Thema ist ernst und birgt potenziell schwerwiegende Konsequenzen, daher sollte es auch so behandelt werden, mit angemessenen Verfahren. Ob Vitaly tatsächlich daraus lernt, bleibt abzuwarten.

Nora Weirich

Schon als Kind hat Noras Vater ihre Begeisterung für Videospiele und alles was damit zu tun hat geweckt. Dazu kommt eine viel zu hohe Bildschirmzeit, weshalb sie so gut wie alles mitbekommt, was online so passiert und eine Vorliebe für das Schreiben, die sie durch ihr Philosophiestudium entdeckt hat. So kann sie all ihre Leidenschaften bei Earlygame verwirklichen....