YouTuber jagt betrunkene Autofahrer und verursacht dabei selbst tödlichen Unfall

Dieser „Trunkenheitsfahrerjäger“ und seine Abonnenten wurden zu Gefängnisstrafen verurteilt, nachdem ihre Verfolgungsjagd zu einem tödlichen Unfall geführt hatte.

Drunk Driver Hunter Crash Gwangju Fire Department
Don't drink and drive! | © Gwangju Fire Department

Dieser YouTuber hat es sich zur Aufgabe gemacht, betrunkene Autofahrer zu erwischen und sie vor Gericht zu bringen, doch nachdem eine seiner Verfolgungsjagden tödlich endete, ist er nun selbst derjenige, der im Namen der Gerechtigkeit verurteilt wird.

Der Jäger der betrunkenen Autofahrer

Der 41-jährige Mann namens Choi hat sich auf YouTube als „Jäger betrunkener Autofahrer“ einen Namen gemacht und durchstreift normalerweise die Straßen Südkoreas auf der Suche nach seiner nächsten Beute. Er überträgt dabei live, wie er Fahrer anzeigt und zur Rede stellt, die sich verdächtig verhalten und von denen er glaubt, dass sie betrunken sind.

Am 22. September 2024 gegen 3:50 Uhr morgens war Choi gerade bei seinem üblichen Geschäft, als er einen Mann Mitte 30 entdeckte, der einen SUV fuhr. Er alarmierte die Behörden und meldete den Mann wegen des Verdachts auf Trunkenheit am Steuer. Der YouTuber übertrug alles live, einschließlich der anschließenden Verfolgungsjagd des verdächtigen SUVs. An der Verfolgung beteiligten sich Choi und zwei weitere Fahrzeuge, in denen sich seine Abonnenten befanden.

Die Selbstjustizler sprachen den Fahrer an einer Ampel an und fragten ihn, ob er unter Alkoholeinfluss stünde. Der beschuldigte Mann raste daraufhin etwa 2 Kilometer davon, bevor er in einen auf dem Seitenstreifen geparkten Sattelzug prallte.

Choi und seine Anhänger versuchten, Erste Hilfe zu leisten, doch der Fahrer war schon beim Aufprall ums Leben gekommen und sein Auto wurde durch einen Brand zerstört.

Verurteilt nach tödlicher Verfolgungsjagd

Die Selbstjustizler mussten sich am 7. Mai vor einem Richter am Bezirksgericht Gwangju verantworten. Das Gericht befand, dass sie eine gefährliche Situation herbeigeführt hatten, wie Korea JoongAng Daily berichtet.

Sieben Abonnenten des YouTubers wurden entweder zu sechs Monaten Haft mit einer Bewährungsfrist von zwei Jahren oder zu Geldstrafen zwischen 1 Million und 2 Millionen Won (573 bis 1147 Euro) verurteilt.

Choi selbst wurde wegen gemeinschaftlicher Nötigung zu einem Jahr und sechs Monaten Haft verurteilt und sofort in Gewahrsam genommen.

Wir haben an dem Stream teilgenommen, um für soziale Gerechtigkeit einzutreten und in der Hoffnung, dass niemand durch Trunkenheit am Steuer zu Schaden kommt, und wir hatten niemals die Absicht, den Tod des Opfers oder irgendeinen Schaden zu verursachen.

So versuchten die Angeklagten, die Schuld von sich abzuweisen.

Trotz dieses Plädoyers für Milde war das Gericht der Ansicht, dass die Handlungen der Selbstjustizler eher eine private Bestrafung als Handlungen im öffentlichen Interesse darstellten. Darüber hinaus hatten sie eine tödliche Situation herbeigeführt. Daher wurden die Angeklagten in allen Anklagepunkten für schuldig befunden. Auch die Familie des Opfers hatte strenge Strafen gefordert.

Der Richter sah insbesondere Choi in einer verantwortlichen Position, da es sich um seine Übertragung und seine Führung handelte, der die anderen folgten.

Der Angeklagte trägt eine sehr schwere Verantwortung, da er die Straftat anführte, während er live auf YouTube übertrug, die Identität eines Fahrers enthüllte, der des Fahrens unter Alkoholeinfluss verdächtigt wurde, und eine gefährliche Verfolgungsjagd durch eine Umzingelung durchführte.

Nicht der erste Fall dieser Art

Was diesen Fall besonders schwerwiegend macht, ist die Tatsache, dass Choi nicht zum ersten Mal wegen eines solchen Verhaltens festgenommen wurde.

Es wird zudem anerkannt, dass er die Straftat begangen hat, obwohl er sich der Risiken bewusst war, da gegen ihn bereits wegen ähnlicher Vergehen ermittelt wurde oder er bereits einstweilige Verfügungen erhalten hatte, und dass er angesichts des Ablaufs seiner Beteiligung an einer Verschwörung teilgenommen hat.

Er war schon einmal wegen eines Vorfalls im Jahr 2023 angeklagt, bei dem er angeblich einen nüchternen Fahrer in dessen eigenen Fahrzeug festgehalten hatte.

Dieser Fall wirft schwierige Fragen hinsichtlich der Grenze zwischen öffentlicher Gerechtigkeit und gefährlicher Selbstjustiz auf. Während Choi sich einen Ruf dadurch aufgebaut hatte, betrunkene Autofahrer zu entlarven und andere vor Schaden zu bewahren, entschied das Gericht letztendlich, dass seine Methoden diese Grenze überschritten hatten und eine Mission für die öffentliche Sicherheit in eine Tragödie verwandelten, die einen Mann das Leben kostete und für alle Beteiligten schwerwiegende Folgen hatte. Ganz ehrlich: Fahr einfach nicht, wenn du getrunken hast.

Nora Weirich

Schon als Kind hat Noras Vater ihre Begeisterung für Videospiele und alles was damit zu tun hat geweckt. Dazu kommt eine viel zu hohe Bildschirmzeit, weshalb sie so gut wie alles mitbekommt, was online so passiert und eine Vorliebe für das Schreiben, die sie durch ihr Philosophiestudium entdeckt hat. So kann sie all ihre Leidenschaften bei Earlygame verwirklichen....