20 Portionen Essen im Flugzeug für eine Person – YouTuber muss sich nach herber Kritik bei Crew entschuldigen

Mukbang-Videos erfreuen sich großer Beliebtheit, sind aber fragwürdig – besonders wenn andere darunter leiden.

Mukbang im Flugzeug 01 You Tube Yuno
Die vielen Bestellungen Yunos störten nicht nur die Crew an Bord, sondern auch seine Zuschauer. | © YouTube / Yuno

Ein Mukbang in der First Class sorgt für Diskussionen: Der koreanische YouTuber Yuno bestellte während eines Langstreckenflugs mehr als 20-mal Essen und Snacks. Nach Kritik an der zusätzlichen Belastung für die Flugbegleiter löschte er das Video und entschuldigte sich öffentlich.

Der Koreaner Yuno macht auf YouTube "Mukbang"-Content. Das sind Videos, in denen es darum geht, innerhalb kurzer Zeit gewaltige Portionen von Lebensmitteln zu verschlingen – so wie sie früher auch die skandalträchtige Foodie Beauty machte. Und wie es scheint schauen ihm dabei viele Leute gerne zu, weswegen er für seine 780.000 Abonnenten ein besonderes Video machen wollte – ausgerechnet während eines rund 15-stündigen Flugs.

Dafür nutzte er das Essensangebot der First Class ausgiebig und filmte sich dabei, wie er immer wieder neue Speisen bestellte. Insgesamt soll Yuno während des Fluges mehr als 20 Bestellungen aufgegeben haben. Auf dem Speiseplan standen unter anderem sieben Portionen Ramen sowie Salat, Brot, Obst, Sandwiches, Käse und Tiramisu.

Zuschauer kritisieren Belastung der Flugbegleiter

Nach der Veröffentlichung entwickelte sich rund um das Video schnell eine Diskussion. Zahlreiche Zuschauer warfen Yuno vor, die Flugbegleiter mit seinen vielen Bestellungen unnötig beschäftigt zu haben. Auch auf andere Passagiere in der First-Class-Kabine hätte die Produktion des Videos störend wirken können.

Yuno erklärte anschließend, dass er die Crew vor Beginn der Aufnahmen gefragt habe, ob das Filmen erlaubt sei. Außerdem habe er versucht, seine Aufnahmen hauptsächlich zu Zeiten durchzuführen, in denen auch die anderen Passagiere Essen oder Snacks bekamen.

Trotzdem räumte der YouTuber ein, die Situation falsch eingeschätzt zu haben. Die Zustimmung zum Filmen bedeute schließlich nicht automatisch, dass eine so große Zahl zusätzlicher Bestellungen für die Crew kein Problem darstelle.

Yuno löscht das Video und entschuldigt sich

Nach dem zunehmenden Backlash veröffentlichte Yuno schließlich eine ausführliche Entschuldigung in seinem YouTube-Community-Bereich und entfernte das ursprüngliche Video.

Darin erklärte er, zu sehr darauf fokussiert gewesen zu sein, neuen und auffälligen Content zu produzieren. Dabei habe er nicht ausreichend darüber nachgedacht, welche zusätzliche Arbeit seine zahlreichen Bestellungen für die Flugbegleiter verursachen könnten und wie andere Passagiere auf die Aufnahmen reagieren würden.

Auch die besonders reißerische Darstellung des Videos und des Thumbnails habe die Situation zusätzlich verschärft.

Besonders bei der Crew entschuldigte sich Yuno direkt. Die Flugbegleiter seien trotz seiner vielen Anfragen bis zum Ende freundlich geblieben. Rückblickend habe er sich zu sehr auf diese Freundlichkeit verlassen und seine Wünsche dadurch immer weiter ausgereizt.

Mukbang-Content sorgt immer wieder für Diskussionen

Der Fall zeigt erneut, wie schnell die Suche nach spektakulärem Content für Creator zum Problem werden kann. Mukbang-Videos leben häufig von ungewöhnlichen Mengen, besonderen Locations oder immer extremeren Herausforderungen.

Im Fall von Yuno wurde jedoch vor allem kritisiert, dass für das Video auch Menschen eingespannt wurden, die eigentlich nur ihrer normalen Arbeit nachgehen wollten. Die mehr als 20 Bestellungen wurden damit weniger als außergewöhnlicher First-Class-Test wahrgenommen, sondern vor allem als zusätzliche Belastung für die Kabinencrew.

Daniel Fersch

Daniel schreibt über so ziemliches alles, was mit Games, Serien oder Filmen und (leider) auch fragwürdigen Streamern zu tun hat – insbesondere, wenn es dabei um Nintendo, Dragon Ball, Pokémon oder Marvel geht....