Marcant spricht offen über heftiges Mobbing in seiner Schulzeit und verrät, wie es ihn bis heute prägt.
Wenn auf Deutschlands Straßen gegen Rechtsextremismus demonstriert wird, ist Marcant mit seinem Team häufig nicht weit entfernt. Der Streamer hat sich in den vergangenen Jahren vor allem mit politischem Content einen Namen gemacht und setzt sich dabei regelmäßig mit rechten Narrativen auseinander. Auf YouTube klärt er über politische Themen auf, diskutiert mit Menschen aus unterschiedlichen Lagern und nimmt dabei auch kontroverse Aussagen unter die Lupe.
Dass ihn der teilweise heftige Gegenwind, den er für seine Arbeit bekommt, kaum noch zu treffen scheint, hat allerdings einen persönlichen Grund. In einem Podcast spricht Marcant nun erstmals ausführlicher darüber, wie starkes Mobbing während seiner Schulzeit ihn geprägt hat – und warum er heute das Gefühl hat, kaum noch etwas an sich heranzulassen.
Hass lässt ihn kalt
„Dadurch, dass ich wirklich in meiner Schulzeit sehr, sehr, sehr, sehr starkes Mobbing durchleben musste, hab ich echt so eine krasse Schicht von Fell“, erklärt der Streamer. Diese Schutzschicht habe allerdings zwei Seiten: „Leider sowohl positiv als auch negativ kommen wenige Emotionen an mich ran.“
Für seinen heutigen Job sieht Marcant darin durchaus einen Vorteil. Gerade als politischer Content Creator ist er regelmäßig mit Kritik, Beleidigungen und Hass konfrontiert. „Mich juckt’s tatsächlich zu 0 Prozent“, sagt er. „Ich spür nichts mehr.“
Dass diese emotionale Distanz nicht für alle Menschen selbstverständlich ist, wird dem Content-Creator im Gespräch allerdings ebenfalls bewusst. Er erzählt von einer Person aus seinem Umfeld, die ihm gegenüber geäußert habe, dass sie die Situation sehr belaste. Erst dadurch sei ihm wieder klar geworden, dass andere Menschen solche Angriffe deutlich stärker wahrnehmen.
„Es gibt ja auch Leute, die spüren noch was“, sagt der YouTuber. Hass, Beleidigungen, Bedrohungen oder sogar körperliche Angriffe könnten für diese Menschen eine enorme Belastung darstellen. „Und so gehasst zu werden und beleidigt zu werden und bedroht zu werden und geschubst zu werden, das ist tatsächlich ein Problem für die“, erklärt er.
Für Marcant selbst scheint das inzwischen anders zu sein. Durch die Erfahrungen aus seiner Schulzeit habe er sich eine Art emotionalen Schutz aufgebaut. Gleichzeitig erkennt er, dass genau diese Schutzschicht auch eine Kehrseite hat. Denn wenn negative Emotionen kaum noch durchdringen, gilt das offenbar teilweise auch für positive. „Manchmal vergesse ich das“, sagt er. Eine bemerkenswert offene Aussage von einem Streamer, der sich online regelmäßig mit politischen Konflikten, Hass und extremen Positionen auseinandersetzt.
Verfolgt ihr seinen Content? Schreibt uns eure Meinung doch einfach mal in die Kommentare.
