Was als bizarre Protestaktion begann, entwickelte sich innerhalb kürzester Zeit zu einer weltweiten Kontroverse.
Für diese Geschichte braucht man wirklich starke Nerven. Ein marokkanischer YouTuber hat mit einem verstörenden Video weltweit für Aufsehen gesorgt. Der unter dem Namen Ben Nesnness bekannte Creator veröffentlichte Aufnahmen, in denen zu sehen ist, wie er einen Hund häutet, zubereitet und anschließend isst. Obwohl YouTube das Video kurz nach der Veröffentlichung entfernte, soll es zuvor rund 200.000 Mal angesehen worden sein.
Mehreren Medienberichten zufolge wurde der YouTuber kurz nach der Veröffentlichung des Videos festgenommen. Die Behörden werfen ihm Tierquälerei sowie die Beleidigung des Islam vor. Welche Strafe ihm im Falle einer Verurteilung droht, ist derzeit noch unklar.
YouTuber bestreitet, den Hund getötet zu haben
Der größte Streitpunkt in dem Fall ist die Frage, ob der YouTuber den Hund selbst getötet hat. Genau das weist er entschieden zurück. In einem weiteren Video, das weiterhin auf seinem Kanal verfügbar ist, erklärt er, das Tier bereits tot am Straßenrand gefunden zu haben, nachdem es von einem Auto erfasst worden sei. Seiner Darstellung nach dokumentiert das Video lediglich den Fund des Hundes – nicht dessen Tötung.
Darüber hinaus veröffentlichte er mehrere längere Texte, in denen er seinen emotionalen Zustand beschreibt. Darin schreibt er unter anderem, dass viele Menschen versuchten, sein Leben zu zerstören und er sich von der negativen Stimmung überwältigt fühle. Die Aussagen wurden unterschiedlich interpretiert, deuten jedoch darauf hin, dass er sich in einer psychisch belastenden Situation befindet.
Protest gegen steigende Fleischpreise
Nach eigenen Angaben wollte der YouTuber mit seiner Aktion gegen die steigenden Preise für Schafe protestieren. Besonders rund um das islamische Opferfest Eid al-Adha steigt die Nachfrage nach Nutztieren traditionell stark an, wodurch auch die Preise deutlich steigen. Mit seinem schockierenden Video wollte er nach eigener Aussage auf dieses Problem aufmerksam machen.
Die meisten Zuschauer sahen darin jedoch keine politische Protestaktion, sondern vielmehr eine geschmacklose und verstörende Provokation. Der amerikanische YouTuber AugustTheDuck, der den Fall in einem eigenen Video analysierte, ist der Ansicht, dass die Situation differenziert betrachtet werden sollte. Sollte der Hund absichtlich für das Video getötet worden sein, würde er dies klar verurteilen. Falls das Tier jedoch bereits tot gewesen sei, halte er eine ausgewogenere Bewertung für angebracht.
Außerdem stellt er infrage, ob jemand strafrechtlich verfolgt werden sollte, weil ihm die Beleidigung einer Religion vorgeworfen wird. Seiner Ansicht nach sollten religiöse Überzeugungen keinen Einfluss auf staatliche Gesetze oder strafrechtliche Entscheidungen haben.
Kritik an der marokkanischen Regierung
AugustTheDuck verweist außerdem auf den Umgang Marokkos mit streunenden Hunden. Tierschutzorganisationen kritisieren seit Längerem Berichte über Maßnahmen, mit denen die Zahl der Straßenhunde im Vorfeld der Fußball-Weltmeisterschaft 2030 deutlich reduziert werden soll.
Aus seiner Sicht besteht hier ein offensichtlicher Widerspruch: Während Behörden wegen der Tötung zahlreicher Straßenhunde in der Kritik stehen, verfolgen sie gleichzeitig einen Mann strafrechtlich, der nach eigenen Angaben lediglich einen bereits toten Hund gegessen habe. Für ihn ist genau diese vermeintliche Doppelmoral einer der zentralen Punkte in diesem Fall.
Unabhängig von der persönlichen Meinung bleibt der Vorfall äußerst umstritten. Viele Menschen halten das Verhalten des YouTubers unter allen Umständen für inakzeptabel. Andere fordern dagegen, zunächst alle Fakten zu klären – insbesondere die Frage, ob der Hund tatsächlich bereits tot war. Fest steht jedoch: Der Fall hat weltweit eine Debatte über Tierschutz, Meinungsfreiheit, Religion und gesellschaftliche Werte ausgelöst.
Was sagt ihr zu dieser bizarren Geschichte? Schreibt uns eure Meinung in die Kommentare.
