13. Under the Silver Lake (2018)
Jede Theorie in diesem Film kommt mit der Energie eines nächtlichen Reddit-Threads daher, der sich selbst davon überzeugt hat, nur noch einen Hinweis davon entfernt zu sein, das gesamte Universum zu entschlüsseln. Paranoia, Popkultur, Geheimcodes, der Verfall Hollywoods, männliche Ziellosigkeit, versteckte Botschaften in Liedern und Cornflakes-Packungen – all das klingt vielversprechend, bis der Berg so groß wird, dass der Film sein eigenes Durcheinander mehr bewundert, als es zu ordnen. Das ist der seltsame Reiz und das große Problem von Under the Silver Lake: Er will gelesen, entschlüsselt, wiederholt, schematisiert und besessen betrachtet werden, und manchmal ist diese Verzweiflung, ein Kultobjekt zu werden, sichtbarer als das, worauf er eigentlich hinauswill. Andrew Garfield sorgt dafür, dass diese Schnitzeljagd erträglich bleibt, aber die selbstbewusste Seltsamkeit des Films wirkt weniger wie ein Krimi als wie Performancekunst mit Verschwörungsnotizen an den Wänden. In gewisser Weise passt es, dass der Kinostart so klein war, denn dieser Film würde ohnehin länger als Internet-Phänomen weiterleben als als normale Kinoveröffentlichung. | © A24