14. Jennifer Jason Leigh
Eine großartige, verstörende Darstellung kündigt sich nicht mit großen Reden an – sie ist einfach da und fordert dich heraus, wegzuschauen. Beobachtet man, wie Figuren in Weiblich, ledig, jung sucht... unter Druck kippen, sieht man genau, was sie am besten kann: alltägliche Gespräche in etwas leicht Seltsames zu verwandeln und dieses Unbehagen dann so lange aufblühen zu lassen, bis es erschreckend wird. Dabei war sie nie nur "diese eine Stimmung": In The Hateful Eight steckt eine boshaft präzise Kontrolle, und in Annihilation findet sie eine Ruhe im Zentrum kosmischen Grauens, als würde sie Angst in einen festen, unbeirrbaren Blick übersetzen. Das Frustrierende ist, wie selten dieses handwerkliche Niveau als eigentliche Schlagzeile behandelt wird. Es ist höchste Zeit, dass Prestigeprojekte um Jennifer Jason Leigh herum gebaut werden – statt durch sie lediglich veredelt zu werden. | © A Band Apart