5. The Green Mile (1999)
„The Green Mile“ verlangt vom Zuschauer, zu glauben, dass ein großer Schwarzer Mann, der zu Unrecht wegen Kindermordes verurteilt wurde, gleichzeitig über übernatürliche Heilkräfte verfügt – und baut darauf eine dreistündige Geschichte auf, ohne jemals wirklich zu hinterfragen, wie problematisch und unbequem dieses Konzept wirken kann.
Stephen Kings Vorlage erhält die typische Handschrift von Frank Darabont: Jeder emotionale Moment wird so lange ausgedehnt, bis er schmerzt, und jedes Symbol wird mehrfach hervorgehoben. Tom Hanks trägt den Film mit seiner gewohnt warmherzigen Art, doch die Inszenierung bemüht sich so sehr darum, Tränen zu erzwingen, dass sie manchmal vergisst, diese wirklich zu verdienen.
Und trotzdem funktioniert der Film – was viel darüber aussagt, wie bereit das Publikum ist, einer Geschichte zu verzeihen, wenn sie es offensichtlich gut meint. | © Warner Bros.