Scalper nutzen Tod eines 12-Jährigen für pietätlose Preiserhöhungen: 17.000 Euro für eine Pokémon-Karte?

Ein Pokémon-Karte sorgt nach Averys Tod für Empörung, ein Angebot über 17.000 Euro sorgt für Aufsehen.

Avery the Poke Kid Instagram
Scalper machen alles schlimmer! | ©Avery the Poke Kid - Instagram

Die Pokémon-TCG-Community trauert um Avery The Poke Kid, einen 12-jährigen Creator, der am 18. September nach fast acht Jahren im Kampf gegen ein Pankreatoblastom im Stadium 4 verstorben ist. Kurz vor seinem Tod teilten seine Eltern ein Video seines letzten Pokémon-Pack-Openings. Dabei zog er eine Jirachi Special Illustration Rare aus dem 30th-Celebration-Set.

Der emotionale Moment verbreitete sich schnell innerhalb der Pokémon-Community.
Nun werfen Sammler Resellern jedoch vor, die Verbindung zwischen Avery und der Karte auszunutzen, um die Preise in die Höhe zu treiben.

17.000-Euro-Angebot für Jirachi sorgt für Empörung

Nachdem Averys letztes Pack-Opening viral ging, begannen Fans, die Jirachi-Karte aus dem 30th-Anniversary-Set als „Avery’s Jirachi“ zu bezeichnen. Einige forderten sogar, dass Pokémon zu seinen Ehren eine spezielle Karte herausbringen sollte.

Kurz darauf sorgte ein Screenshot für Kontroversen. Darauf war ein eBay-Angebot zu sehen, in dem ein Verkäufer die Jirachi-Karte für rund 17.000 Euro anbot und angab, 90 Prozent des Erlöses spenden zu wollen. Dabei handelte es sich nicht um die Karte, die Avery selbst gezogen hatte, sondern um ein weiteres Exemplar derselben Jirachi-Karte.

Sammler kritisierten den Verkäufer daraufhin scharf.
Ihrer Ansicht nach werde Averys Tod genutzt, um einen enormen Aufpreis für die Karte zu rechtfertigen. Das Angebot wurde anschließend von eBay entfernt, Screenshots davon verbreiteten sich jedoch weiterhin online.

Gleichzeitig schienen die Preise für die Jirachi Special Illustration Rare anzusteigen.
Laut Dexerto wurde ein Exemplar am 20. September noch für rund 55 Euro verkauft. Spätere Angebote lagen dagegen zwischen etwa 106 und 204 Euro. Innerhalb von 24 Stunden sollen zudem mehr als 20 Exemplare für über 85 Euro verkauft worden sein.

Das allein beweist zwar nicht, dass der Preisanstieg durch Averys Tod verursacht wurde.
Der zeitliche Zusammenhang hat jedoch die Vorwürfe verstärkt, dass sein Schicksal innerhalb der Sammelkarten-Community für Profit ausgenutzt wird.

Averys Eltern distanzieren sich von den Verkäufen

Averys Eltern, Christian und Rebecca, äußerten sich schließlich selbst zu der Kontroverse. In einer über Averys Instagram-Account veröffentlichten Stellungnahme stellten sie klar, dass sie keine Verkäufe genehmigt haben, die den Namen oder das Bild ihres Sohnes verwenden, und dass sie davon nicht profitieren.

Außerdem forderten sie Verkäufer dazu auf, entsprechende Angebote zu entfernen.


Während die Familie weiterhin um Avery trauert, ist die Jirachi-Karte für viele Pokémon-Fans zu einem emotionalen Erinnerungsstück an seinen letzten Pack-Opening-Moment geworden und nicht einfach zu einem weiteren Sammlerobjekt, mit dem sich spekulieren lässt.


Ob der Preis der Karte langfristig weiter steigen wird, bleibt abzuwarten.
Die Kontroverse hat jedoch eine größere Diskussion darüber ausgelöst, wo die Grenze zwischen Sammelleidenschaft und Profit gezogen werden sollte, wenn emotionale Momente innerhalb der Pokémon-Community für den Weiterverkauf genutzt werden.

Was haltet ihr von der Kontroverse? Schreibt es uns in die Kommentare!

Tommy-lee Venghaus

Tommy-Lee ist Medientextübersetzungsstudent und leidenschaftlicher Gamer mit einer besonderen Vorliebe für JRPGs, Anime und Medien....