22 Jahre ohne Rick James – Der kontroverse Funk-Rebell, der fast Charles Mansons Opfer wurde

Eine Legende, die auch ihre Schatten trägt.

Rick James 01 You Tube
Ein absoluter Super Freak. | © YouTube

Am 6. August 2026 jährt sich der Tod von Rick James zum 22. Mal. Der Musiker gehörte zu den schillerndsten und gleichzeitig widersprüchlichsten Persönlichkeiten der Funk-Geschichte. Mit Hits wie Super Freak, extravaganten Bühnenauftritten und seinem unverwechselbaren Stil prägte er die Musik der 1980er-Jahre. Sein Leben war jedoch ebenso von Erfolgen wie von Skandalen, Drogenproblemen und dramatischen Wendungen geprägt.

Vom Militär zur Funk-Legende

Rick James wurde am 1. Februar 1948 als James Ambrose Johnson Jr. in Buffalo im US-Bundesstaat New York geboren. Schon früh begeisterte er sich für Musik und spielte in verschiedenen Bands, bevor er sich Ende der 1960er-Jahre in Kanada niederließ.

Dort lernte er unter anderem Neil Young und Mitglieder der späteren Band Steppenwolf kennen. Mit seiner Gruppe The Mynah Birds stand er sogar kurz davor, einen Plattenvertrag bei Motown zu unterschreiben. Die Karriere kam jedoch zunächst zum Stillstand, nachdem James wegen seiner Desertion aus der US-Marine festgenommen wurde.

Nach seiner Haft kehrte er zur Musik zurück und entwickelte den Mix aus Funk, Rock, Soul und R&B, der später zu seinem Markenzeichen werden sollte.

Der Durchbruch mit Super Freak

Ende der 1970er- und Anfang der 1980er-Jahre entwickelte sich Rick James zu einem der größten Funk-Stars seiner Zeit. Songs wie You and I, Give It to Me Baby und vor allem Super Freak machten ihn weltweit bekannt.

Besonders Super Freak entwickelte sich zu einem Klassiker der Popkultur. Jahrzehnte später wurde der Song durch MC Hammers U Can't Touch This erneut weltberühmt, das große Teile des Originals samplte und Rick James als Mitautor zusätzliche Anerkennung einbrachte.

Fast Opfer der Manson Family

Zu den außergewöhnlichsten Geschichten seines Lebens gehört eine Begebenheit aus dem Sommer 1969. Rick James wohnte damals zeitweise in Los Angeles und war mit Musikerkollegen unterwegs, als er eine Einladung zu einer Party in einem Haus am Cielo Drive ausschlug.

Nur kurze Zeit später wurde genau dieses Anwesen zum Schauplatz der berüchtigten Tate-Morde, bei denen Mitglieder der Manson Family um Charles Manson die Schauspielerin Sharon Tate und vier weitere Menschen ermordeten.

James erzählte später mehrfach, dass er ursprünglich ebenfalls dort hätte sein können und die Einladung nur zufällig nicht wahrnahm. Die Ereignisse erschütterten ihn nachhaltig und zählen bis heute zu den erstaunlichsten Beinahe-Geschichten der Musikgeschichte.

Skandale und Absturz

Trotz seines musikalischen Erfolgs geriet Rick James immer wieder wegen seines exzessiven Lebensstils in die Schlagzeilen. Sein jahrelanger Drogenkonsum führte zu gesundheitlichen Problemen und belastete sowohl seine Karriere als auch sein Privatleben.

Anfang der 1990er-Jahre wurde er wegen schwerer Gewalttaten gegen zwei Frauen verurteilt und verbrachte mehrere Jahre im Gefängnis. Nach seiner Entlassung versuchte er, musikalisch wieder Fuß zu fassen, konnte jedoch nie wieder an seine größten Erfolge anknüpfen.

Ein spätes Comeback als Popkultur-Ikone

In den 2000er-Jahren entdeckte eine jüngere Generation Rick James neu. Besonders die Comedy-Sendung Chappelle's Show machte ihn mit humorvollen Sketchen über sein exzentrisches Verhalten erneut zu einer bekannten Figur der Popkultur.

Rick James nahm die Parodien mit Humor und profitierte von der neuen Aufmerksamkeit. Viele seiner Songs erreichten dadurch erneut ein großes Publikum.

Ein Vermächtnis, das bis heute nachhallt

Am 6. August 2004 starb Rick James im Alter von 56 Jahren in Los Angeles. Als Todesursache wurden Herz- und Lungenversagen festgestellt. Später wurde bekannt, dass verschiedene gesundheitliche Vorerkrankungen und der langjährige Drogenkonsum zu seinem Tod beigetragen hatten.

Musikalisch bleibt Rick James dennoch eine der prägendsten Figuren des Funk. Sein Einfluss reicht bis in den modernen Hip-Hop und R&B, wo seine Songs bis heute gesampelt werden. Gleichzeitig erinnert seine Lebensgeschichte daran, wie eng außergewöhnliches Talent, exzessiver Erfolg und persönliche Abgründe manchmal miteinander verbunden sein können.

Daniel Fersch

Daniel schreibt über so ziemliches alles, was mit Games, Serien oder Filmen und (leider) auch fragwürdigen Streamern zu tun hat – insbesondere, wenn es dabei um Nintendo, Dragon Ball, Pokémon oder Marvel geht....