Hacker verkauft persönliche Daten von 40.000 Twitch-Streamern im Darknet und sorgt für massive Sicherheitsbedenken.
Ein neuer Cybersicherheits-Schock sorgt für Unruhe in der Streaming-Szene. Ein Hacker behauptet, sensible Daten von etwa 40.000 Twitch-Streamern erbeutet zu haben und bietet diese nun im Darknet an. Der geleakte Datensatz umfasst neben Twitch-Usernamen und E-Mail-Adressen teilweise auch Klarnamen. Experten gehen davon aus, dass viele Infos per „Data Scraping“, also dem automatischen Abgreifen öffentlich sichtbarer Profilinhalte, gesammelt wurden. Dennoch wirft der Fund privater E-Mail-Adressen Fragen auf: Der Angreifer dürfte gezielt Schwachstellen in den Twitch-APIs oder OAuth-Tokens ausgenutzt haben, um eigentlich geschützte Daten auszulesen.
Doppelbelastung: Erst Twitch, dann Discord
Durch die Strukturierung dieser extrahierten Details in einer einzigen, zusammenhängenden Datenbank hat der Hacker im Wesentlichen eine maßgeschneiderte Zielliste für böswillige Akteure geschaffen. Diese Zusammenstellung wirft sofortige Bedenken hinsichtlich gezielter Phishing-Kampagnen, Doxing und Kontoübernahmen auf, die sich speziell gegen Content-Creator richten. Der Akteur hinter dem Angebot hat die Daten aktiv genutzt, um in Untergrundforen für Aufsehen zu sorgen, und macht sich dabei die enorme öffentliche Reichweite der Livestreaming-Community zunutze. Die Angst rund um dieses Datenleck wurde jedoch durch das Timing massiv verstärkt, da es sich zeitlich direkt mit einer noch größeren Erschütterung der primären Kommunikationsplattform von Streamern überschnitt: Discord.
Nur wenige Wochen nachdem die Nachrichten über den Twitch-Vorfall die Runde machten, legte eine massive, separate Sicherheitskrise den weit verbreiteten Discord-Verifizierungs-Bot „Double Counter“ lahm. Angreifer kaperten erfolgreich das Token des Bots, nutzten es zum Spammen bösartiger Links und gefährdeten die Daten von bis zu 28 Millionen Konten. Weil fast jeder bekanntere Twitch-Streamer einen eigenen Discord-Server für seine Community nutzt, geriet die Szene durch diese aufeinanderfolgenden Angriffe plötzlich an zwei Fronten gleichzeitig unter Beschuss - und das auf ihren beiden wichtigsten digitalen Plattformen.
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