Eine GoFundMe-Kampagne, die mehr als 745.000 US-Dollar für einen älteren Mann und seine Frau gesammelt hatte, wurde plötzlich entfernt.
GoFundMe hat sämtliche Spenden für einen 81-jährigen Mann zurückerstattet, nachdem die Plattform festgestellt hatte, dass die Organisatorin der Spendenaktion mutmaßlich falsche Angaben zu ihrer Identität gemacht hatte.
Mit der Kampagne wurden Spenden für den Texaner Donald Johnson gesammelt. Er war durch Aufnahmen viral gegangen, die ihn beim Ausliefern verlorener Gepäckstücke zeigten. Trotz seines Alters arbeitete er weiter, um die Behandlung seiner an Bauchspeicheldrüsenkrebs erkrankten Frau mitzufinanzieren. Die Spendenaktion erregte große Aufmerksamkeit, bevor das für Vertrauen und Sicherheit zuständige GoFundMe-Team kürzlich einem Hinweis zur Identität der Organisatorin nachging.
Angeblich wurde die Spendenaktion von einer Nachbarin namens „Erin Howell“ organisiert. Tatsächlich steckte hinter dem Account jedoch Johnsons Tochter Amy Johnson.
Die Tochter steckte hinter der Spendenaktion
Laut GoFundMe ging am 25. September ein Hinweis ein, der die Identität der Organisatorin infrage stellte. Das für Vertrauen und Sicherheit zuständige Team kontaktierte sie daraufhin in einem aufgezeichneten Telefonat und fragte, ob Donald und seine Frau Josephine ihre Eltern seien.
Nach Angaben von GoFundMe bestätigte sie dies und räumte ein, Amy Johnson zu sein – und nicht die Nachbarin, als die sie sich ausgegeben hatte. Johnson soll dem Unternehmen erklärt haben, sie habe die Nachbarin erfunden, weil sie glaubte, die Geschichte der Familie würde die Menschen stärker berühren, wenn sie von einer fremden Person erzählt werde.
Die unter dem Namen „HelpDonRetire“ bekannte Spendenaktion hatte in der vergangenen Woche im Internet an Aufmerksamkeit gewonnen. Die Geschichte berührte Tausende Menschen, sodass die Kampagne vor ihrer Entfernung mehr als 745.000 US-Dollar einbrachte.
Bei seiner Untersuchung stellte GoFundMe „falsche Tatsachenangaben“ fest, die gegen die Nutzungsbedingungen verstießen. In einer Stellungnahme des Unternehmens heißt es:
Unser Team für Vertrauen und Sicherheit hat falsche Tatsachenangaben festgestellt, die unmittelbar gegen unsere Nutzungsbedingungen verstoßen. Daher wurde die Spendenaktion entfernt und allen Spendern ihr Geld zurückerstattet. Unsere oberste Priorität ist es, sicherzustellen, dass GoFundMe ein sicherer und vertrauenswürdiger Ort ist, um Hilfe zu leisten und zu erhalten. Durch solche Maßnahmen schützt GoFundMe die Spendenbereitschaft der Menschen und stellt sicher, dass wir auch weiterhin Menschen unterstützen können, die Spenden sammeln, um anderen zu helfen.
Amy Johnson verteidigt ihr Vorgehen
Nachdem die Kampagne gesperrt worden war, veröffentlichte Amy Johnson ein Update auf dem TikTok-Account der Spendenaktion. Darin betonte sie, dass die Aufnahmen ihres Vaters, der Gepäck eine Treppe hinauftrug, von einer „freundlichen Nachbarin stammten, die helfen wollte“.
Johnson behauptet außerdem, GoFundMe habe „aus der Schusslinie kommen wollen“ und es seien „Dinge verdreht und Behauptungen aufgestellt worden, die nicht stimmten“. Sie betont, dass die falsche Namensangabe ihr einziges Fehlverhalten gewesen sei und die Geschichte ihres Vaters weiterhin der Wahrheit entspreche.
Amy Johnson hat inzwischen eine weitere Spendenaktion auf GiveSendGo gestartet. Dieses Mal gibt sie sich offen als Tochter von Donald und Josephine zu erkennen. Johnson hält außerdem daran fest, dass die Bauchspeicheldrüsenkrebs-Diagnose ihrer Mutter, das Alter ihres Vaters und seine Arbeit als Gepäckzusteller der Wahrheit entsprechen. Das Spendenziel der neuen Aktion liegt bei 100.000 US-Dollar.
