Lösung für Ticketschwarzmarkt? Fans von Jared Leto müssen ihre Augen scannen, um Konzerttickets zu kaufen

Die Band von Hollywood Star Jared Leto kommt nach Europa – aber um ein Ticket zu kaufen, muss man seine Augen scannen.

Thirty Seconds to Mars Concord Records
Thirty Seconds to Mars kommt 2027 wieder nach Europa | © Concord Records

Jared Leto's Band "Thirty Seconds to Mars" wird 2027 mehrere Konzerte in Europa geben. Doch die Regeln für den Ticketvorverkauf sind speziell: Fans müssen ihre Augen scannen, um zu beweisen, dass sie menschlich sind. Für den Vorverkauf arbeitet die Band mit "World," einer Firma, die ein Tool erschaffen hat, das ähnlich wie ein digitaler Ausweis funktioniert, zusammen. Die "World ID" soll feststellen, ob es sich bei dem Käufer um einen echten Menschen oder einen Bot handelt.

Die Registrierung für die World ID wirkt ziemlich kompliziert, denn man kann seine Identität nicht einfach online nachweisen. Stattdessen muss man die nächste "Orb" Location aufsuchen. Der Orb ist ein spezielles Gerät, das von der Firma erfunden wurde, um das Gesicht und die Iris zu scannen. Nach dem Scan werden die Daten dann auf das Handy übertragen und vom Orb gelöscht. Die Firma behauptet, dass alle Daten streng verschlüsselt und somit sogar noch sicher sind, wenn man das Handy verliert.

World Orb
Der "Orb scannt das Gesicht und überträgt die Daten dann auf dein Handy | © World

Beim Ticketverkauf soll die World ID verhindern, dass Bots die Karten noch vor richtigen Fans kaufen können. Bots sind bei Konzerten schon seit einiger Zeit ein großes Problem. Innerhalb von Sekunden gelangen sie auf die Website und kaufen tausende Tickets, bevor echte Menschen dies tun können. Danach werden die Tickets dann auf anderen Seiten für einen wesentlich höheren Preis weiterverkauft.

Diese Überprüfungsmethode wird beim Verkauf für mehrere Städte der Europa Tour verwendet. Leto und seine Band haben eine bestimmte Anzahl an Tickets für die Städte München, Berlin, Hanover, London und Manchester für World ID Nutzer*innen reserviert. Beim Kauf eines dieser Tickets erhält man gratis ein zweites dazu und zusätzlich noch einen Merchandise Voucher. Es wirkt so, wie als wäre die Band sehr motiviert die neue Methode zum Ticketverkauf zu promoten.

Aber vielleicht macht sich Leto auch einfach nur Sorgen, dass die Bots nicht zu seinen Kult Treffen kommen können. Thirty Seconds to Mars sind nicht nur für ihre Musik bekannt, sondern auch für ein etwas ungewöhnliches Festival auf einer Insel in Kroatien. Im Jahr 2019 gab Leto im Rahmen einer dreitägigen Veranstaltung intime Performances für seine Fans, während er eine lange weiße Robe trug. Leto bezeichnet seine Fans, die offiziell die "Echelons" heißen, schon seit längerem als Kult, aber mittlerweile ist nicht mehr klar deutlich, ob das ein Witz war. Zumindest spielt er häufig mit dem Image.

Thirty seconds to Mars X
Willkommen auf "Mars Island"! Sind das noch Fans oder schon ein Kult? | © 30SECONDSTOMARS via X

Generell genießt Jared Leto schon seit einiger Zeit nicht mehr den besten Ruf. Unter anderem ist er bekannt dafür sich seltsam gegenüber seinen Costars zu verhalten – aber natürlich ist das alles nur "Method Acting." Weiterhin wurde er in den letzten Jahren von mehreren Frauen der sexuellen Belästigung beschuldigt. Manche von ihnen sagen, dass sie zum Zeitpunkt der Vorfälle sogar noch minderjährig waren.

Hollywood scheint das ganze nicht wirklich zu interessieren, denn Leto erhält immer noch zahlreiche Rollen in großen Blockbustern. Ob seine Fans in Europa durch das Sicherheitssystem beim Ticketverkauf oder die Anschuldigungen gegen ihn vom Kauf der Karten abgehalten werden, ist noch unklar.

Sophie Prößl
Sophie Prößl