Angelina Jolie wird 51: Die Hollywood-Ikone mit den Messern, die als Kind Bestatterin werden wollte

Sie gehört zu den einflussreichsten Hollywoodgrößen aller Zeiten und hat dennoch kaum bekannte Seiten.

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Eine der vielschichtigsten und mysteriösesten Persönlichkeiten Hollywoods. | © Concorde Filmverleih

Am heutigen 4. Juni 2026 feiert Angelina Jolie ihren 51. Geburtstag. Sie gehört seit Jahrzehnten zu den bekanntesten Schauspielerinnen der Welt, doch ihre Biografie war nie nur eine klassische Hollywood-Geschichte. Jolie wurde zum Oscar-Star, zur Action-Ikone, zur Regisseurin, zur Mutter von sechs Kindern, zur Pilotin – und zu einer der sichtbarsten humanitären Stimmen ihrer Generation.

Jolie: Die stille Außenseiterin

Angelina Jolie Voight wurde am 4. Juni 1975 in Los Angeles geboren. Ihre Eltern, Jon Voight und Marcheline Bertrand, waren beide Schauspieler. Nach der Trennung der Eltern wuchs Jolie vor allem bei ihrer Mutter auf, gemeinsam mit ihrem Bruder James Haven. Schon früh kam sie mit Film und Schauspiel in Berührung, doch ihre Kindheit war nicht nur glamourös.

Jolie beschrieb sich später oft als Außenseiterin: sensibel, unangepasst, fasziniert von dunkleren Themen und früh mit dem Gefühl, nicht richtig in die klassische Welt von Beverly Hills zu passen. Britannica nennt unter anderem ihre frühen Arbeiten in George Wallace und Gia – Preis der Schönheit als wichtige Schritte auf dem Weg zu größerer Bekanntheit.

Diese ungewöhnliche Seite zeigte sich auch in Details, die heute fast wie Legenden wirken, aber zu Jolies öffentlicher Erzählung gehören: Als Jugendliche interessierte sie sich für Messer und sammelte sie. In Interviews sprach sie offen über ihre Faszination für Klingen und Waffenästhetik, lange bevor sie mit Actionrollen weltberühmt wurde.

Ebenso ungewöhnlich: Als Kind dachte sie ernsthaft darüber nach, Bestatterin zu werden. In späteren TV-Auftritten erklärte sie, dass sie nicht aus reiner Morbidität daran interessiert gewesen sei, sondern weil sie nach dem Tod ihres Großvaters das Gefühl hatte, Abschiede könnten würdevoller und menschlicher gestaltet werden.

Der steile Weg in den Hollywood-Olymp

Ihre Schauspielkarriere begann früh, nahm aber erst in den späten 1990er-Jahren richtig Fahrt auf. Nach Rollen in Hackers – Im Netz des FBI und Gia – Preis der Schönheit gelang ihr mit Durchgeknallt der internationale Durchbruch. Für ihre Rolle als Lisa Rowe gewann sie 2000 den Oscar als beste Nebendarstellerin. Danach wurde Jolie zu einem der prägendsten Gesichter des Blockbuster-Kinos: Lara Croft: Tomb Raider, Mr. & Mrs. Smith, und später Maleficent – Die dunkle Fee machten sie zu einer globalen Marke zwischen Drama, Action und Fantasy.

Gleichzeitig suchte Jolie immer wieder Rollen, die mehr wollten als reine Star-Power. In Der fremde Sohn spielte sie eine Mutter, die gegen ein korruptes System kämpft, und erhielt dafür eine Oscar-Nominierung. Später arbeitete sie verstärkt auch hinter der Kamera, unter anderem bei In the Land of Blood and Honey und Der weite Weg der Hoffnung.

Mit Maria kehrte sie 2025 eindrucksvoll ins große Schauspielkino zurück: In Pablo Larraíns Biopic verkörperte sie die Opernlegende Maria Callas, eine Rolle, die ihr unter anderem eine Golden-Globe-Nominierung einbrachte.

Dem Himmel und den Menschen nah

Zu den weniger erwartbaren Kapiteln ihres Lebens gehört ihre Leidenschaft fürs Fliegen. Angelina Jolie ist lizenzierte Pilotin. Sie begann 2004 mit dem Fliegen – auch inspiriert von ihrem Sohn Maddox, der als Kind von Flugzeugen fasziniert war.

Später sprach sie mehrfach darüber, wie sehr ihr das Fliegen ein Gefühl von Freiheit und Kontrolle gebe. Laut People erzählte Jolie 2024 außerdem, dass auch Maddox inzwischen Pilot ist.

Mindestens genauso zentral wie ihre Filmkarriere ist ihr humanitäres Engagement. Jolie arbeitete mehr als 20 Jahre mit dem UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR zusammen: zunächst von 2001 bis 2012 als Goodwill Ambassador, anschließend von 2012 bis 2022 als Sondergesandte.

In dieser Zeit absolvierte sie laut UNHCR mehr als 60 Feldmissionen und besuchte Krisenregionen, Flüchtlingslager und Konfliktgebiete weltweit. Ihr Fokus lag dabei auf Menschen, die durch Krieg, Vertreibung und politische Gewalt ihre Heimat verloren haben.

Ihr politisches und soziales Engagement geht aber über klassische Prominenz-Wohltätigkeit hinaus. Jolie setzte sich für Geflüchtete, Kinderrechte, Bildung, Frauenrechte und den Schutz von Zivilisten in Kriegsgebieten ein.

Sie sprach vor internationalen Institutionen, unterstützte rechtliche Hilfe für unbegleitete minderjährige Migranten und machte immer wieder auf vergessene humanitäre Krisen aufmerksam. 2013 erhielt sie für ihre Arbeit den Jean Hersholt Humanitarian Award der Academy – einen Ehrenoscar für humanitäres Engagement.

Der Mensch hinter der Ikone

Auch ihr privates Leben wurde immer wieder öffentlich diskutiert: ihre Ehe mit Brad Pitt, die gemeinsame Familie, die Adoptionen, die Trennung, ihre gesundheitlichen Entscheidungen und ihr Weg als Mutter. Doch gerade darin liegt ein Teil ihrer besonderen öffentlichen Rolle. Jolie war nie nur Leinwandfigur.

Sie wurde auch Projektionsfläche für Stärke, Verletzlichkeit, Rebellion, Mutterschaft, Schönheit, Schmerz und Selbstbestimmung.

Mit 51 Jahren steht Angelina Jolie für eine Karriere, die sich kaum in eine einfache Schublade stecken lässt. Sie war Oscar-Gewinnerin, Actionheldin, Disney-Bösewicht, Regisseurin, Aktivistin, Pilotin und eine Frau, die schon als Kind lieber über das Leben, den Tod und die großen Fragen nachdachte als über klassische Hollywood-Träume.

Ihr Geburtstag am 4. Juni 2026 ist deshalb mehr als ein Blick zurück auf eine Filmografie. Er ist ein Blick auf eine Persönlichkeit, die sich immer wieder neu erfunden hat – und deren größter Einfluss längst nicht nur auf der Leinwand stattfindet.

Daniel Fersch

Daniel schreibt über so ziemliches alles, was mit Games, Serien oder Filmen und (leider) auch fragwürdigen Streamern zu tun hat – insbesondere, wenn es dabei um Nintendo, Dragon Ball, Pokémon oder Marvel geht....