Ein Plan, der nach hinten losgeht: Carlos Barbería Hernando denkt, dass eine Uniform von 10kg Kokain ablenken kann.
Am 13. Juli 2026 versuchte Carlos Barbería Hernando, einen Flug von Bogotá nach Barcelona zu nehmen. Was wie eine Routinereise klang, war alles andere als das: Nach Angaben der kolumbianischen Behörden hatte der spanische Staatsbürger rund 10 Kilo Kokain bei sich, während er sich als Flugzeugpilot ausgab. Berichten zufolge hätte die Ladung ausgereicht, um die Nasenlöcher von 25.000 Konsumenten zu stopfen.
Ein halbgarer Plan
Hernando hoffte offenbar, dass eine Pilotenuniform ihm dabei helfen würde, den Kontrollen zu entgehen, denen normale Passagiere ausgesetzt sind. Der Plan scheiterte jedoch an einem fehlenden Auge für die feineren Details: Seine Uniform saß schlecht und mehrere seiner Accessoires werden von Verkehrspiloten in der Form nicht getragen. Sein Verhalten und sein Aussehen erregten genug Verdacht, sodass die Antidrogenbeauftragten am internationalen Flughafen El Dorado in Bogotá ihn für zusätzliche Kontrollen beiseite nahmen.
Ein Bodyscan brachte mehrere ungewöhnliche Objekte unter seiner Kleidung zum Vorschein. Bei einer anschließenden Durchsuchung entdeckten die Beamten Kokainpakete, die mit Klebeband um seinen Oberkörper und seine Beine geklebt waren. Die Berichte über die genaue Anzahl der Pakete gehen leicht auseinander, aber die Behörden gaben an, insgesamt etwa 10 Kilogramm Kokainhydrochlorid sichergestellt zu haben. Die Drogen waren angeblich festgeklebt- und geschnürt, um sie unter der falschen Uniform zu verstecken.
Gibt es mehr Schmuggler-Piloten?
Ermittler erfuhren später, dass Hernando vor einigen Jahren eine Pilotenausbildung in Spanien begonnen hatte. Den Luftfahrtregistern zufolge besaß er jedoch weder eine gültige Pilotenlizenz noch war er als aktiver Verkehrspilot angestellt. Dieser Hintergrund mag ihm zwar geholfen haben, eine überzeugendere Verkleidung zusammenzustellen, für eine genauere Überprüfung reichte es jedoch nicht aus.
Der Verdächtige wurde der kolumbianischen Generalstaatsanwaltschaft übergeben und muss sich nun wegen des Vorwurfs des Drogenhandels und -besitzes verantworten. Die Behörden prüfen derzeit, ob die Verkleidung ein spontaner Coup war oder zu einer weiteren Schmuggelmethode organisierter krimineller Netzwerke gehört.
Am Ende schaffte es der Möchtegern-Pilot nicht einmal durch den Flughafen durch; und seine Pläne wurden noch vor dem Abflug auf Eis gelegt.
