Aus SEGA mach MAGA: Trump Administration veröffentlicht geschmacklose Videospiele

Das Weiße Haus macht Politik zu Pixel-Art. Das Ergebnis: nostalgisch, peinlich und zutiefst beunruhigend.

MAGA Game
Das Weiße Haus macht Nostalgie zur Waffe | © The White House via X (Twitter)

Stell dir einen vom Weißen Haus geposteten Trailer vor, der laut „MAGA“ schreit, während im Hintergrund Musik läuft, die stark an Sonics Green Hill Zone erinnert. Als Nächstes siehst du Plagiate klassischer Arcade-Spiele wie Tetris. Was wie ein Aprilscherz klingt, ist in Wahrheit der ernsthafte Versuch der Trump-Regierung, Amerikaner durch Gamification zu radikalisieren.

Aus alt mach neu

Es ist kein Zufall, dass die Trump-Regierung beliebte Klassiker neu interpretiert, da sie damit hauptsächlich eine republikanische Zielgruppe anspricht. Die meisten Gamer, die mit Tetris, Snake, Flappy Bird, Tapper und Duck Hunt aufgewachsen sind, sind zwischen 35 und 55 Jahre alt. Die Wahl im Jahr 2024 hat gezeigt, dass das ältere Ende dieser Altersgruppe ab 50 Jahren die stärkste republikanische Basis stellt, weshalb sie am ehesten sowohl Nostalgie für diese Spiele empfinden als auch die darin vermittelten politischen Ansichten unterstützen. Dennoch gelingt es dem Weißen Haus durch seine starke Social-Media-Präsenz, die Spiele auch für ein viel jüngeres Publikum attraktiv zu machen. Die Tatsache, dass diese Spiele im Arcade-Stil zutiefst politisch sind, ist ein Grund zur Sorge - insbesondere, weil sie sich hinter einem unschuldigen Retro-Look verstecken.

Ein Beamter des Weißen Hauses macht kein Geheimnis aus ihrer wahren Natur und erklärt: „Diese Regierung konzentriert sich haargenau auf Wege, um Innovationen voranzutreiben und die Geschichte der vielen Errungenschaften des Präsidenten so zu erzählen, dass sie bei jedem Amerikaner Anklang findet.“

Geschmacklos und schlecht programmiert

Selbst wenn man all die propagandistischen Tendenzen sowie den Zeitpunkt kurz vor den Zwischenwahlen ignoriert, gibt es keine Möglichkeit, dass die Spiele der Regierung dieser Kritik standhalten. Während der Trailer Spannung und einen energiegeladenen Soundtrack versprach, fühlen sich die tatsächlichen Spiele unfertig an. Es gibt keine musikalische Untermalung, und das Gameplay selbst ist ziemlich eintönig. Ob man nun ungesundes Essen in einen Müllschlucker boxt oder „die Trump-Konten seiner Kinder auffüllt“ - das Erlebnis bleibt enttäuschend. Das macht die Tatsache, dass man in einem der Spiele in die Rolle von Tom Homan schlüpft, um „illegale Einwanderer“ abzuschieben, umso verstörender.

Abgesehen vom Befriedigen der Neugier bieten die Spiele keinen Mehrwert: Sie fühlen sich eher wie unausgegorene Propagandawerkzeuge an und weniger wie ein Spielerlebnis im traditionellen Sinne. Angesichts der Tatsache, dass das Weiße Haus auch ein KI-generiertes Bild von Donald Trump gepostet hat, auf dem er als der „Master Chief“ aus Halo posiert, wird deutlich, dass die Regierung ihre Politik leichter verdaulich machen will.

Was haltet ihr von diesen Spielen? Sollten Regierungen die Finger vom Gaming lassen, oder war das Ganze von vornherein nur als Meme gedacht? Schreibt es in die Kommentare!

Henry Henzler

Nach seinem Anglistikstudium in Stuttgart startete Henry 2026 bei EarlyGame. Leidenschaftlich bei Gaming, Sport und Musik, liebt er immersive Story-Games....