Babyaffe Punch wird von Influencern terrorisiert, die in sein Gehege einbrachen, um ihren Krypto-Coin zu bewerben

Im Glauben, Werbung für ihre Spaß-Währung machen zu können, drang einer der beiden kostümiert in sein Gehege ein.

Punch VS Crypto
Affenbaby Punch bei seinem Schläfchen zu stören wird den beiden nicht viel Geld einbringen. | © YouTube / Ichikawa Zoo

Das schnelllebige Internet vergisst die meisten Trends und Berühmtheiten nach ein paar Wochen – dennoch bin ich sicher, dass Punch, das kleine Äffchen aus dem Zoo in Ichikawa nach wie vor in all unseren Herzen lebt.

Genau das wollten zwei Influencer wohl ausnutzen, um Werbung für ihre Crypto-Währung zu machen, was genau sie aber veranstalteten, dürfte ihrer Spaß-Währung aber wohl eher einen Bärendienst erwiesen haben.

Das virale Waisenäffchen

Punch erlangte damals Internetbekanntheit, weil er von seiner Mutter genau wie von den restlichen Affen im Gehege verstoßen wurde. Den einzigen Freund, den das Tier, welches nach Monkey Punch, dem Mangakünstler hinter Lupin III. benannt wurde, war ein Plüsch-Orangutan, welchen das Internet bald Oran-Mama taufte. Millionen von Usern verfolgten, wie es dem Affenbaby gelang, sich nach und nach mit seinen Mitbewohnern anzufreunden, bis er letztlich in die Gruppe integriert wurde.

Wie bei jedem Internettrend, versuchten natürlich Unternehmen und Influencer, den Hype um das Tier für sich zu nutzen, IKEA Japan-CEO Petra Fare etwa schenkte Punch und seinen Freunden einen Lebensvorrat an Stofftieren. Davon hatten am Ende alle etwas: Die Tiere bekamen Spielzeug, der Zoo wurde entlastet und auch IKEA konnte ein paar Punkte auf seinem Karma-Konto verbuchen.

Wie man aber das Gegenteil von alledem erzielt, zeigten jetzt zwei Amerikanische Influencer, die die mittlerweile eigentlich recht abgeklungene Aufmerksamkeit um Punch als Marketingtool für ihre Crypto-Währung nutzen wollten.

Influencer dringen in Affengehege ein

Einer der beiden ließ seinen Kollegen kostümiert in das Gehege der Affen ab, filmte die Aktion und erhoffte sich damit, einen viralen Clip generieren zu können, der Investoren auf ihren Coin aufmerksam machen würde.

Die Aktion, die gleichermaßen dumm wie gefährlich für Mensch und Tier war, konnte glücklicherweise schnell unterbunden werden und Wärter eskortierten den kostümierten Influencer schleunigst aus dem Gehege, wo er, genau wie sein Partner, der Polizei übergeben wurde.

Polizei und Zoo betonten zwar, dass bei der ganzen Sache niemand verletzt wurde, eine solcher Stressmoment bei den Affen jedoch psychische Probleme hervorrufen könnten, sie im schlimmsten Fall das Vertrauen in ihre Wärter verlieren und das von diesen gebrachte Futter nicht mehr zu sich nehmen könnten.

Das Internet lässt ihre Kryptowährung scheitern

Dass das Ganze alles andere als positiv aufgenommen werden würde, könnte von den beiden Crypto-Bros durchaus in Kauf genommen worden sein, so dass sie nach dem Prinzip “Auch schlechte Publicity ist Publicity” gehandelt haben könnten, doch der Tenor im Internet scheint klar: Die meisten User sprechen sich explizit gegen den Meme-Coin aus, welchen die beiden zu etablieren versuchten und Kryptowährung, die bewusst gemieden wird, ist letztlich nichts wert – wobei ohne hin klar ist, dass es niemals darum ging, einen ernsthaften Coin zu etablieren, sondern nur das schnelle Geld zu machen, weil man die kurze Aufmerksamkeit um die Währung nutzen, sie an gutgläubige Investoren verscherbeln und abspringen wollte, bevor er wieder wertlos geworden wäre.

Stattdessen erhoffen sich viele User im Internet nun, dass Japan entsprechend hart gegen die beiden Influencer, von denen einer sogar ein etwas bekannterer Sänger ist, vorgeht.

Während das japanische Justizsystem oftmals davon absieht, internationale Berühmtheiten zu verurteilen, um der potenzieller Kritik, etwa durch die USA, aus dem Weg zu gehen, versuchen aktuell auch viele Amerikaner sich entschieden gegen die beiden zu positionieren und zu verdeutlichen, dass sie selbst dieses Verhalten absolut nicht dulden und sich eine harte, gerechte Strafe für die beiden Unruhestifter wünschen würden.

Das Internet mag schnell vergessen, wütende Affen-Fans aber sicher nicht.

Daniel Fersch

Daniel schreibt über so ziemliches alles, was mit Games, Serien oder Filmen und (leider) auch fragwürdigen Streamern zu tun hat – insbesondere, wenn es dabei um Nintendo, Dragon Ball, Pokémon oder Marvel geht....