Catherine Zeta-Jones wird 57: Hollywood-Glamour und Morddrohungen einer Stalkerin

Aus Wales nach Hollywood und mit Chicago alles abgeräumt.

Cathreine Zeta Jones 01 Croco Films
Ein Leben so spannend wie ihre Rollen. | © Croco Films

Catherine Zeta-Jones feiert am 25. September 2026 ihren 57. Geburtstag. Die Waliserin schaffte den Sprung vom Londoner West End nach Hollywood, gewann für Chicago einen Oscar und wurde als Morticia Addams noch einmal zum Serienstar. Hinter der glamourösen Karriere liegen jedoch auch schwere Jahre – darunter eine Stalking-Geschichte, die Zeta-Jones und ihre Familie an ihre psychischen Grenzen brachte.

Von Swansea auf die große Bühne

Catherine Zeta-Jones wurde am 25. September 1969 in Swansea in Wales geboren. Ihr ungewöhnlicher zweiter Vorname Zeta geht auf ihre Großmutter zurück, die wiederum nach einem Schiff benannt worden sein soll. Schon als Kind tanzte und sang Zeta-Jones, trat in Theaterproduktionen auf und wusste früh, dass sie auf die Bühne wollte.

Als Jugendliche zog sie nach London und spielte im West End unter anderem in den Musicals Annie, Bugsy Malone und 42nd Street. Ihren Durchbruch im britischen Fernsehen hatte sie Anfang der 1990er-Jahre mit der Serie The Darling Buds of May. Die Produktion machte sie in Großbritannien bekannt – der internationale Erfolg ließ jedoch noch einige Jahre auf sich warten.

Die Maske des Zorro öffnet die Tür nach Hollywood

1998 änderte sich alles. An der Seite von Antonio Banderas und Anthony Hopkins spielte Zeta-Jones Elena Montero in Die Maske des Zorro. Für die Rolle trainierte sie Fechten, Reiten und Tanzen. Ihr Mix aus klassischem Hollywood-Glamour, Humor und körperlicher Präsenz machte sie praktisch über Nacht zu einem internationalen Star.

Danach folgten große Produktionen in schneller Folge. In Verlockende Falle trat sie gemeinsam mit Sean Connery als Kunstdiebin auf, in Das Geisterschloss gehörte sie zum Ensemble eines aufwendig produzierten Horrorfilms. Steven Soderbergh besetzte sie in Traffic – Macht des Kartells als schwangere Ehefrau eines inhaftierten Drogenbosses. Für diese Rolle erhielt sie ihre erste Golden-Globe-Nominierung.

Auch in romantischen Komödien wie America’s Sweethearts und großen Studioproduktionen wie Terminal und Ocean’s 12 war Zeta-Jones präsent. Innerhalb weniger Jahre hatte sie sich als eine der vielseitigsten Hauptdarstellerinnen ihrer Generation etabliert.

Der Oscar für Chicago

Der größte Triumph ihrer Filmkarriere folgte 2002 mit Chicago. Als Nachtclubsängerin und Mörderin Velma Kelly konnte Zeta-Jones alles verbinden, was sie seit ihrer Kindheit gelernt hatte: Schauspiel, Gesang und Tanz. Die aufwendigen Musicalnummern absolvierte sie während der Dreharbeiten schwanger.

Ihre Leistung brachte ihr 2003 den Oscar und den BAFTA Award als beste Nebendarstellerin ein. Zeta-Jones war nun nicht mehr nur der glamouröse Hollywoodstar aus Die Maske des Zorro, sondern eine vielfach ausgezeichnete Schauspielerin. 2010 kam ein weiterer großer Preis hinzu: Für ihre Hauptrolle im Broadway-Musical A Little Night Music gewann sie den Tony Award.

Die Stalkerin, die ihre Familie bedrohte

Während Zeta-Jones beruflich auf dem Höhepunkt stand, spielte sich abseits der Kameras eine erschreckende Geschichte ab. Zwischen 2003 und 2004 verschickte Dawnette Knight mehr als zwei Dutzend Briefe mit teils detaillierten Gewalt- und Todesdrohungen. Hinzu kamen wiederholte Anrufe bei Agenten, Hotels und Menschen aus dem Umfeld der Schauspielerin.

Knight hatte Catherine Zeta-Jones oder Michael Douglas nie persönlich kennengelernt. Sie hatte eine obsessive Fixierung auf Douglas entwickelt und reagierte offenbar auf Boulevardberichte über eine angebliche Affäre von Zeta-Jones. Die Drohungen richteten sich nicht nur gegen die Schauspielerin, sondern versetzten ihre gesamte Familie in Angst.

Im Juli 2004 sagte Zeta-Jones bei einer gerichtlichen Anhörung in Los Angeles aus. Mit zitternder Stimme schilderte sie, wie sehr die Briefe sie verängstigt hätten. In einer schriftlichen Erklärung berichtete sie später, die monatelange Bedrohung habe sie an den Rand eines Nervenzusammenbruchs gebracht. Sie habe Angst um ihr Leben und um die Sicherheit ihrer Kinder gehabt.

Knight wurde zunächst wegen Stalkings und zahlreicher Fälle krimineller Bedrohung angeklagt. 2005 erklärte sie sich schließlich im Rahmen eines Deals zu einem Stalking-Vorwurf und drei Fällen krimineller Bedrohung für nicht bestreitend. Ein Gericht verurteilte sie zu drei Jahren Haft, rechnete ihr jedoch rund 600 bereits verbüßte Tage an. Zusätzlich erhielt sie ein zehnjähriges Kontaktverbot gegenüber Zeta-Jones und ihrer Familie.

Der Fall machte sichtbar, wie schnell öffentliche Bewunderung in gefährliche Besessenheit kippen kann. Für Zeta-Jones endete die Geschichte nicht einfach mit dem Urteil. In einer bei der Strafverkündung verlesenen Erklärung machte sie deutlich, dass die psychischen Folgen der Drohungen bleiben würden.

Michael Douglas, Familie und ein gemeinsamer Geburtstag

Catherine Zeta-Jones lernte Michael Douglas 1998 beim Filmfestival im französischen Deauville kennen. Das Paar heiratete im November 2000 und hat zwei gemeinsame Kinder, Dylan und Carys. Ihre Beziehung wurde von Beginn an intensiv von der Boulevardpresse begleitet – auch wegen des Altersunterschieds von genau 25 Jahren.

Douglas und Zeta-Jones verbindet dabei eine charmante Besonderheit: Beide wurden am 25. September geboren. Während sie heute 57 Jahre alt wird, feiert Douglas seinen 82. Geburtstag. Nach mehr als 25 Ehejahren gehören die beiden zu den beständigsten Paaren Hollywoods, auch wenn sie offen über Krisen und eine zeitweise Trennung gesprochen haben.

Offener Umgang mit bipolarer Störung

2010 erkrankte Michael Douglas an Krebs. Die Belastung durch seine Behandlung und weitere private Krisen wirkten sich auch auf Zeta-Jones aus. 2011 ließ sie sich wegen einer bipolaren Störung vom Typ II stationär behandeln. Zwei Jahre später begab sie sich erneut freiwillig in Behandlung.

Dass ein Weltstar so offen über eine psychische Erkrankung sprach, war damals alles andere als selbstverständlich. Organisationen aus dem Bereich der psychischen Gesundheit würdigten ihren Schritt, weil er half, Vorurteile gegenüber bipolaren Störungen abzubauen. Zeta-Jones machte aus ihrer Diagnose weder ein Geheimnis noch eine öffentliche Show. Ihre klare Botschaft lautete: Es ist eine Erkrankung, für die man sich Hilfe holen kann und sollte.

Soziales Engagement und die Verbindung zu Wales

Trotz ihrer internationalen Karriere blieb Zeta-Jones ihrer Heimat eng verbunden. Seit 2002 ist sie Schirmherrin des Noah’s Ark Children’s Hospital Charity in Wales. Sie unterstützte das Kinderkrankenhaus durch Besuche, Spendenaktionen und öffentliche Auftritte. Als Botschafterin der britischen Kinderschutzorganisation NSPCC machte sie außerdem auf Gewalt und Missbrauch gegen Kinder aufmerksam.

Darüber hinaus unterstützte sie unter anderem Hilfsprojekte für vermisste und ausgebeutete Kinder, AIDS-Hilfen sowie den Motion Picture & Television Fund. 2010 wurde sie für ihre Verdienste um Film und Wohltätigkeit zum Commander of the Order of the British Empire ernannt. 2011 erhielt sie die Auszeichnung von König Charles III., der damals noch Prince of Wales war.

Als Morticia Addams zurück im Rampenlicht

Nach einer Phase mit weniger Filmrollen verlagerte Zeta-Jones ihren Schwerpunkt zunehmend auf das Fernsehen. Sie spielte Olivia de Havilland in Feud: Bette and Joan, die Drogenbossin Griselda Blanco in Cocaine Godmother und die Gegenspielerin Billie Pearce in Das Vermächtnis von Montezuma.

Ein neues Publikum erreichte sie als Morticia Addams in der Netflix-Serie Wednesday. In der zweiten Staffel wurde ihre Rolle deutlich ausgebaut: Morticia rückte näher an die Nevermore Academy und damit auch stärker in die komplizierte Beziehung zu ihrer Tochter Wednesday. Zeta-Jones verband dabei erneut Eleganz, trockenen Humor und eine leicht bedrohliche Ausstrahlung.

Schon wenige Tage nach ihrem 57. Geburtstag steht das nächste Projekt an. Am 2. Oktober 2026 startet die achtteilige Thrillerserie Kill Jackie. Darin spielt Zeta-Jones eine Kunsthändlerin mit krimineller Vergangenheit, die von einer Gruppe von Auftragskillern verfolgt wird. Sie ist bei der Serie außerdem als Executive Producerin beteiligt.

Catherine Zeta-Jones hat sich nie auf Glamour reduzieren lassen

Catherine Zeta-Jones verkörpert bis heute eine Form von klassischem Hollywood-Glamour, die beinahe aus einer anderen Ära zu stammen scheint. Ihre Karriere beruht jedoch nicht nur auf Ausstrahlung. Sie ist ausgebildete Musicaldarstellerin, Oscar-, BAFTA- und Tony-Preisträgerin und hat sich nach längeren Pausen immer wieder neu erfunden.

Die vergangenen Jahrzehnte brachten ihr Welterfolge, aber auch Stalking, psychische Belastungen und ein Privatleben unter permanenter Beobachtung. Mit 57 Jahren steht sie trotzdem wieder dort, wo ihre Karriere begann: im Mittelpunkt – diesmal zu ihren eigenen Bedingungen.

Daniel Fersch

Daniel schreibt über so ziemliches alles, was mit Games, Serien oder Filmen und (leider) auch fragwürdigen Streamern zu tun hat – insbesondere, wenn es dabei um Nintendo, Dragon Ball, Pokémon oder Marvel geht....