Streamerin offenbar entführt - Familie soll 84.000 Euro Lösegeld zahlen

Eine chinesische Streamerin soll nach einer Reise nach Thailand entführt worden sein.

Wang Ran
In Thailand entführt. | © Wang Ran

Wang Ran, eine 24-jährige Livestream-Verkäuferin aus Harbin, soll am 12. September nach Bangkok gereist sein. Nach Angaben ihrer Familie brach anschließend der Kontakt zu ihr ab. Möglicherweise wurde sie über die Grenze nach Myanmar gebracht.

Ihre Familie soll eine Lösegeldforderung über 600.000 Yuan erhalten haben. Das entspricht rund 84.000 Euro.
Chinesische Behörden bestätigten, dass die Familie den Fall bei der Polizei gemeldet hat. Wo sich Wang aktuell befindet, ist jedoch offiziell nicht geklärt.

Familie befürchtet Verschleppung nach Myanmar

Berichten zufolge konnte Wang nach ihrem Verschwinden zweimal per Videoanruf mit ihrer Familie sprechen. Dabei sollen ihre Angehörigen bemerkt haben, dass sie desorientiert wirkte und sich in einem spärlich eingerichteten Raum befand.

In dem Zimmer soll unter anderem ein altes Etagenbett gestanden haben.
Ein Fenster schien zudem mit schwarzer Plastikfolie abgedeckt zu sein. Diese Details führten bei der Familie zu der Befürchtung, dass Wang in ein sogenanntes Scam-Camp in Myanmar gebracht worden sein könnte.

Offiziell bestätigt ist allerdings bislang nicht, dass Wang tatsächlich nach Myanmar gebracht wurde.


Die Familie behauptet außerdem, dass die Personen hinter der Lösegeldforderung damit gedroht hätten, Wang an einen „Club“ innerhalb eines solchen Geländes zu verkaufen, sollte das Geld nicht gezahlt werden. Berichten zufolge wurde der Familie der 20. September als Frist genannt.

Der Fall sorgt inzwischen auch in China für Aufmerksamkeit
, insbesondere vor dem Hintergrund zahlreicher Berichte über Menschen, die unter vermeintlich harmlosen Umständen nach Südostasien gelockt werden.

Polizei untersucht das Verschwinden

Wangs Vater soll am 21. September zu einer Polizeistation in Nanjing gegangen sein, um das Verschwinden seiner Tochter zu melden. Die Polizei bestätigte den Kontakt zur Familie und erklärte, dass sich Anti-Betrugs-Ermittler mit dem Fall befassen würden.

Noch beunruhigender wurde die Situation offenbar, als Wang ihren Vater erneut kontaktiert haben soll.
Seiner Darstellung zufolge hatte eine Person bei ihr von den Berichten über den Fall erfahren und daraufhin verlangt, dass die Familie schnellstmöglich das Lösegeld aufbringt. Angeblich wurde damit gedroht, Wang etwas anzutun, sollte das Geld nicht gezahlt werden.

Unklar ist weiterhin, wer hinter der mutmaßlichen Entführung steckt, wo Wang festgehalten wird und ob überhaupt Lösegeld gezahlt wurde.

Der Fall wirft zugleich ein Schlaglicht auf sogenannte Scam-Compounds in Südostasien.
Besonders Myanmar wird immer wieder mit Einrichtungen in Verbindung gebracht, in denen Menschen angeblich gegen ihren Willen festgehalten und zur Durchführung von Online-Betrug gezwungen werden.

Während die Ermittlungen laufen, wartet Wangs Familie weiterhin auf Antworten.


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Tommy-lee Venghaus

Tommy-Lee ist Medientextübersetzungsstudent und leidenschaftlicher Gamer mit einer besonderen Vorliebe für JRPGs, Anime und Medien....