Eine unglaubliche Vorstellung: Man gibt sein Tier für eine Woche in Obhut und bekommt es nie wieder lebend zurück.

Ein Hund stirbt während eines Pet-Sittings, die Besitzerin erhebt schwere Vorwürfe gegen die Influencerin, die auf das Tier hätte achten sollen – auch die Tatsache, dass der Leichnam des Huskys in einer Mülltüte transportiert wurde, soll nur die Spitze der Beweise dafür sein, dass die Influencerin ihre Aufsichtspflicht verletzte.
Frau gibt Hund zum Dogsitting und bekommt ihn tot zurück
Der Fall um Fahmida Sultana und den verstorbenen Husky Jiacheng – genannt JC – sorgt derzeit online für große Aufmerksamkeit. Im Mittelpunkt steht der Tod des siebenjährigen Huskys, der während eines Pet-Sittings in New York in der Obhut von Sultana gestorben sein soll.
Die Besitzerin des Hundes, Junyo „Eleven“ Li aus Brooklyn, hatte Sultana damit beauftragt, JC für mehrere Tage zu betreuen, während sie selbst nach China reiste. Der Kontakt soll ursprünglich über die Plattform Rover entstanden sein, bevor die Betreuung offenbar außerhalb der Plattform vereinbart wurde.
Seltsame Lebenszeichen ihres Tieres
Während ihrer Abwesenheit soll Li zunehmend besorgt gewesen sein. So soll Sultana nur unregelmäßig auf Nachrichten reagiert haben, wenn sie es tat, waren die Antworten nur sehr kurz oder nebulös formuliert. Später soll sie der Besitzerin Fotos geschickt haben, auf denen der Hund nach Lis Einschätzung dünner und ungepflegt gewirkt habe, sodass sie sich sogar dazu bewegt fühle zu fragen, ob das Tier gerade im Schlamm gespielt habe.
Auf die Bitte, dass eine Freundin Lis einen Tag darauf in der Gegend sein würde und den Hund sehen wollte, wurde erneut nicht reagiert – wie schlecht es um ihr Tier inzwischen stand, erfuhr sie jedoch erst, als sie die Heimreise antrat.
Denn als Li zurückkam, war JC tot. Kurz vor dem Aufeinandertreffen beider Parteien gestand Sultana, dass der Hund am Vortag verstorben sein soll. Als wäre dies allein nicht schon grauenhaft genug für einen Tierbesitzer, brachte Sultana Li ihren tierischen Freund in einem Müllsack, welchen sie in einen Koffer gestopft hatte – angeblich die einfachste Methode der Transportation für die Influencerin.
Unklare Todesursache
Sultana soll darum gebeten haben, die Übergabe bei einem Tierarzt stattfinden zu lassen, der etwas außerhalb lag, was für Li und ihren Partner mehr als merkwürdig erschien, besonders, weil der Veterinär vor Ort den Leichnam untersuchte und dabei Hinweise auf Muskelatrophie und starke Zersetzung des Körpers festgestellt hatte: Ein Beweis dafür, dass das Tier nicht erst am Vortag verstorben war. Eine eindeutige Todesursache konnte laut Bericht jedoch nicht bestimmt werden.
Sultana selbst bestritt gegenüber der New York Post, dem Hund absichtlich geschadet zu haben. Sie erklärte, sie habe JC am Morgen leblos gefunden und sei in der Situation überfordert gewesen. In einem Statement auf Social Media betonte sie mehrfach, das Tier nicht vergiftet zu haben, auch wenn unklar ist, warum sie sich explizit auf diesen Punkt versteifte. Die Besitzerin wiederum zweifelt die Darstellung an und kündigte laut Bericht zivilrechtliche Schritte an.
Social-Media-Empörung und offene Fragen
Der Fall wurde vor allem durch Social Media bekannt. Viele Nutzerinnen und Nutzer werfen Sultana vor, sich während des Pet-Sittings nicht ausreichend um den Hund gekümmert zu haben. Gesichert ist allerdings bislang nur, dass JC während der Betreuung starb und dass die genaue Todesursache nach öffentlicher Berichterstattung ungeklärt blieb.
Zwar wurde Sultanas Rover-Account nach dem Vorfall deaktiviert und sie darf sich über die Plattform nicht mehr um Hunde kümmern, eine genauere strafrechtliche Einordnung passierte bisher jedoch nicht.
Dennoch sind viele User geschockt, dass die Influencerin mit ihrem Alltag einfach weitermachte und bis heute tagtäglich mehrere hundert Videos auf TikTok und Co veröffentlicht.
Der Tod eines Haustiers ist für viele Menschen emotional extrem belastend. Gerade in den sozialen Netzwerken kennen User daher kein Erbarmen, wenn jemand Tiere quält oder sie durch ihn zu Schaden kommen, was auch der Fall des Influencers zeigte, der seiner Hündin drohte, sie vor laufender Kamera zu töten. In diesem aktuellen Fall kommen mehrere Faktoren zusammen: ein verstorbener Hund, widersprüchliche Darstellungen, besorgniserregende Kommunikation während der Betreuung und der schockierende Transport des Körpers in einem Koffer.
Für viele Beobachterinnen und Beobachter steht der Fall deshalb sinnbildlich für die Risiken privater Pet-Sitting-Vereinbarungen. Gleichzeitig zeigt er, wie schnell ein tragischer Vorfall online zu einem viralen Skandal werden kann, noch bevor alle juristischen und medizinischen Fragen abschließend geklärt sind.
