Ein YouTuber ist wegen Betrugs und Erpressung zu sieben Jahren Gefängnis verurteilt worden.
Ein südkoreanischer YouTuber, der mit seinen Videos Verbrechen aufdeckte und mutmaßlichen Opfern illegaler Autokredite half, muss für sieben Jahre ins Gefängnis. Der 34-Jährige, der von koreanischen Medien mit dem Nachnamen Lim identifiziert wird, wurde vom Seoul Central District Court wegen mehrerer Betrugs- und Erpressungsdelikte verurteilt. Sein YouTube-Kanal hat rund 570.000 Abonnenten.
YouTuber soll beschädigte Autos für Kredite genutzt haben
Laut Staatsanwaltschaft nutzte Lim Schlupflöcher im südkoreanischen System für die Finanzierung von Gebrauchtwagen, um Kredite für stark beschädigte Fahrzeuge zu erhalten, die kaum oder keinen tatsächlichen Wert hatten.
Einige der Fahrzeuge sollen zuvor in Unfälle verwickelt gewesen sein, die den Versicherungen nicht gemeldet wurden. Dadurch tauchten die Schäden offenbar nicht in den entsprechenden Fahrzeughistorien auf. Lim soll Bekannte dazu gebracht haben, als Käufer aufzutreten und Ratenkredite auf ihren Namen aufzunehmen.
Zwischen April und Dezember 2023 sollen auf diese Weise Kredite in Höhe von rund 3,06 Milliarden Won aufgenommen worden sein. Das entspricht nach dem aktuellen Wechselkurs etwa 1,9 Millionen Euro.
Im August 2023 soll Lim zusätzlich weitere 1,63 Milliarden Won, also etwa 1,0 Millionen Euro, beschafft haben. Er soll dabei angegeben haben, das Geld für den Kauf teurer importierter Gebrauchtwagen zu verwenden und diese anschließend gewinnbringend weiterzuverkaufen. Die Ermittler erklärten jedoch, dass das Geld stattdessen unter anderem für andere Geschäftsausgaben verwendet worden sein soll.
Insgesamt bezifferte das Gericht den durch die Betrugsdelikte entstandenen Schaden auf rund 4,69 Milliarden Won. Das entspricht umgerechnet ungefähr 2,9 Millionen Euro.
YouTuber soll Geschäftspartner mit Videos erpresst haben
Zu dem Fall gehören außerdem Vorwürfe, wonach Lim seine Reichweite genutzt haben soll, um einen Geschäftspartner zu erpressen.
Die Staatsanwaltschaft warf ihm vor, bei sieben Gelegenheiten insgesamt rund 620 Millionen Won gefordert zu haben. Das sind aktuell etwa 384.000 Euro. Nach Angaben des Gerichts soll Lim damit gedroht haben, YouTube-Videos zu veröffentlichen, in denen er den Geschäftspartner krimineller Aktivitäten beschuldigt, falls dieser nicht zahlt.
Das Gericht wies Lims Darstellung zurück, wonach er bei dem Betrug lediglich eine untergeordnete Rolle gespielt habe. Die Richter kamen zu dem Schluss, dass er eine führende Rolle bei der Planung und Durchführung des Betrugs übernommen habe, und bewerteten seine Schuld als schwerwiegend.
Allerdings berücksichtigte das Gericht auch mildernde Umstände. Lim gestand einen Teil der Vorwürfe, zeigte Reue und hatte bereits einen Teil des entstandenen Schadens zurückgezahlt. Nachdem er während des laufenden Verfahrens im Oktober 2025 gegen Kaution freigelassen worden war, wurde er nach dem Urteil wieder in Gewahrsam genommen.
Sein bislang letztes YouTube-Video wurde am 4. August 2026 veröffentlicht, kurz vor seiner Verurteilung. Seitdem haben Fans in den Kommentaren auf die Nachricht reagiert. Einige zeigten sich überrascht darüber, dass es sich möglicherweise für längere Zeit um sein letztes Video handeln könnte.
Was haltet ihr von dem Fall des Crime-YouTubers, der zu sieben Jahren Gefängnis verurteilt wurde? Schreibt es uns in die Kommentare!
