Dieser Influencer hat wegen seiner Videos mehr als 90 Strafanzeigen am Hals. Jetzt wendet er sich an seine Community, ihm zu helfen, die Anwaltskosten zu stemmen.
Der Influencer Langlebepapa gibt sich in seinen Instagram-Videos als Lebensmittelkontrolleur aus und zeigt, wie er verschiedene Geschäfte und Lokale „kontrolliert“. Jetzt bittet er aufgrund laufender Ermittlungen gegen ihn seine Community um Geld für Anwälte.
Kontroverser Content
Der 33-jährige Influencer Langlebepapa begibt sich, manchmal mit Schutzanzug, manchmal ohne, in verschiedene Lokale oder Imbisse und gibt vor, Lebensmittelkontrolleur zu sein und das Geschäft kontrollieren zu wollen. Dabei filmt er Kunden, Mitarbeiter und Geschäftsinhaber und lässt sich Küchen und Hygienemaßnahmen zeigen. Manchmal fasst er sogar mit seinen bloßen Händen in vorbereitete Speisen. Diese Videos lädt er dann bei Instagram hoch, wo ihm 345.000 Menschen folgen.
Häufig macht er sich dabei über die gezeigten Personen, die oftmals nur gebrochen Deutsch sprechen, lustig. Was er und seine Follower als lustige Satire feiern, findet die deutsche Justiz aber gar nicht so witzig.
Konsequenzen
Mehrere Bezirke haben den Influencer aufgrund seines Verhaltens bereits angezeigt und es wurden Ermittlungen wegen Amtsanmaßung eingeleitet. Bereits im Juni 2025 wurde seine Wohnung in Hamburg von der Staatsanwaltschaft durchsucht, wie dieser Artikel berichtet.
Ihm drohen eine Geld- und Gefängnisstrafe.
Die Bitte um Geld
In einem neuen Instagram-Video, das am 12. März veröffentlicht wurde, berichtet Langlebepapa von mehr als 96 Anzeigen gegen ihn. Es wird sogar ein Telefonat mit seinem angeblichen Anwalt gezeigt, der ihm zu bedenken gibt: "Können Sie sich vorstellen, was ich abrechnen muss, wenn ich das alles bearbeiten soll?" Deshalb bittet er nun um Unterstützung.
Der Clip hat mittlerweile 18.400 Likes und über 1000 Kommentare.
Langelebepapa stellt darin die Zukunft seines Kanals infrage. Ideen habe er genug und es sei toller neuer Content geplant, allerdings, so sagt der Conent-Creator, wollen ihm die großen Firmen und Medien an den Kragen und an sein Geld. Einen großen Teil habe er bereits selbst bezahlt, brauche aber nun die Unterstützung seiner Fans, da ihn aufgrund des Charakters seines Contents keine Firmen als Werbepartner engagieren möchten. Er beschriebt seinen Content als "direkt, ehrlich und ohne Filter", was bei den Werbefirmen nicht gut ankommen würde, da diese "glattgebügelten Content" lieber hätten, so schreibt er auf seiner Spendenseite. Dort sammelt er Geld unter anderem für Anwaltskosten und rechtliche Verteidigung. Etwas über 31.000€ von den geplanten 45.000€ sind schon zusammengekommen.
Die Reaktionen der Community sind gespalten. Während sich einige solidarisch zeigen und dem Influencer Zuspruch geben, er solle weitermachen und er sei der Beste, zeigen sich andere eher kritisch. Sie werfen ihm vor, Gastronomen und Mitarbeiter respektlos zu behandeln, bloßzustellen und zu beleidigen. Sie sehen die Situation, in der sich der angebliche Lebensmittelkontrolleur befindet, als verdient.
Langlebepapa hatte mindestens seit seiner Wohnungsdurchsuchung Zeit und Anlass dafür, sein Verhalten zu überdenken. Die Strafanzeigen und somit auch die damit zusammenhängenden Kosten sind einfach die Konsequenzen seines Handelns, die den Content-Creator nun einholen. Wer öffentlich vorgibt, ein Amt innezuhaben, das er nicht hat, um sich so über Menschen lustig zu machen, muss sich nicht wundern, wenn dieses Verhalten rechtliche Folgen nach sich zieht. Ob man ihn unterstützen möchte, bleibt jedem selbst überlassen.