Drake wird 40: Zwischen Welthits, erbitterten Rap-Beefs und seiner Stimme für ein Mammut

Für die einen der größte Musiker aller Zeiten, für andere eine schillernde Lachnummer.

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Für die einen der größte Musiker aller Zeiten, für andere eine schillernde Lachnummer. | © Wikipedia

Drake feiert heute, am 24. Oktober 2026, seinen 40. Geburtstag. Der kanadische Rapper hat Hip-Hop und Pop über Jahre geprägt, seinen Wohlstand öffentlich inszeniert und einige der bekanntesten Rap-Beefs seiner Generation ausgetragen. Seine Karriere begann allerdings vor der Musikkarriere vor der Kamera – und führte ihn später sogar als sprechendes Mammut zu Ice Age 4 – Voll verschoben.

Vom Fernsehdarsteller zum internationalen Musikstar

Aubrey Drake Graham wurde am 24. Oktober 1986 in Toronto geboren. Erste Bekanntheit erlangte er als Jimmy Brooks in der Jugendserie Degrassi: The Next Generation. Parallel entwickelte er seine Musikkarriere und veröffentlichte zunächst unabhängig Mixtapes, bevor er beim Label Young Money unterschrieb.

Mit Alben wie Take Care, Nothing Was the Same und Views wurde Drake zu einem der prägenden Künstler seiner Generation. Er verband Rap mit gesungenen Passagen, melancholischen Beziehungen und demonstrativem Selbstbewusstsein. Songs wie Hotline Bling, One Dance und God’s Plan erreichten weit über das klassische Rap-Publikum hinaus Menschen.

Seine besondere Stärke liegt in diesem Wechsel zwischen Verletzlichkeit und Überlegenheit. Drake kann Einsamkeit beklagen und kurz darauf seine Konkurrenz kleinreden. Das schafft Spannung, wird aber auch zur vertrauten Formel: Nicht jedes lange Projekt gewinnt dadurch, dass dieselben Konflikte noch einmal aus einer anderen Perspektive erzählt werden.

Meek Mill: Der Streit um die Glaubwürdigkeit

2015 warf Meek Mill Drake vor, Texte nicht selbst zu schreiben. Drake antwortete unter anderem mit Charged Up und Back to Back. Der Konflikt berührte eine zentrale Frage im Rap: Wie wichtig ist persönliche Autorenschaft für die Glaubwürdigkeit eines Künstlers? Später versöhnten sich die beiden und veröffentlichten gemeinsam Going Bad.

Gemeinsames Songwriting ist in der Popmusik üblich. Im Rap wird die eigene Stimme jedoch häufig besonders eng mit den selbst geschriebenen Worten verbunden. Drakes Karriere bewegt sich zwischen diesen Erwartungen: Er ist Popstar mit einem großen kreativen Umfeld und beansprucht gleichzeitig den Status eines überlegenen Rappers.

Pusha T: Als der Beef die Familie erreichte

2018 eskalierte der Konflikt mit Pusha T. Auf dessen Infrared reagierte Drake mit Duppy Freestyle. Pusha T antwortete wiederum mit The Story of Adidon und machte öffentlich, dass Drake einen bis dahin nicht öffentlich bestätigten Sohn hatte. Der Streit verlagerte sich damit von musikalischer Konkurrenz auf höchst persönliche Fragen.

Diese Eskalation zeigt eine problematische Seite der Battle-Kultur. Die Aufmerksamkeit steigt, wenn Angehörige und private Informationen zum Material werden. Doch die Tatsache, dass eine Enthüllung wirkungsvoll ist, beantwortet noch nicht die Frage, ob Unbeteiligte Teil eines öffentlichen Machtkampfs sein sollten.

Kendrick Lamar: Ein musikalischer Wettkampf mit schweren Vorwürfen

2024 erreichte Drakes langjährige Rivalität mit Kendrick Lamar ihren Höhepunkt. Beide veröffentlichten mehrere Disstracks, darunter Drakes Family Matters und Lamars Not Like Us. Der Austausch enthielt schwere persönliche Anschuldigungen. Solche Behauptungen dürfen nicht allein deshalb als Tatsachen behandelt werden, weil sie in erfolgreichen Songs vorkommen. Drake wies die gegen ihn gerichteten Vorwürfe zurück.

Die Auseinandersetzung hatte auch ein juristisches Nachspiel. Drake verklagte Universal Music Group wegen der Veröffentlichung und Bewerbung von Not Like Us. Ein US-Bundesgericht wies die Verleumdungsklage im Oktober 2025 ab und bewertete die beanstandeten Aussagen im Kontext des Rap-Battles als nicht einklagbare Meinungsäußerungen. Drake kündigte eine Berufung an. Diese Entscheidung bestätigte nicht die Wahrheit der Vorwürfe.

Kritisch bleibt, wie schnell ein Wettkampf um musikalische Überlegenheit zu einer öffentlichen Verhandlung über angebliche Straftaten werden kann. Eingängige Hooks und überzeugende Wortspiele ersetzen keine Belege.

In Ice Age war Drake ein Mammut

Eine deutlich harmlosere Rolle übernahm Drake 2012 in Ice Age 4 – Voll verschoben. Im englischen Original sprach er Ethan, ein jugendliches Mammut, für das sich Peaches interessiert. Wer den Film auf Deutsch gesehen hat, hörte dabei nicht Drakes Originalstimme.

Der Auftritt erinnert daran, dass seine Karriere nicht ausschließlich aus Musik besteht. Zwischen Chartdominanz und Rap-Rivalitäten findet sich tatsächlich auch eine Rolle in einem Familienfilm über prähistorische Tiere.

Hilfe und Selbstdarstellung bei God’s Plan

Für das Musikvideo zu God’s Plan verteilte Drake 2018 Geld und Unterstützung an Menschen und Einrichtungen in Miami. Nach der Einblendung im Video wurde das gesamte Budget von 996.631,90 US-Dollar verschenkt. Zu den dokumentierten Aktionen gehörten ein Stipendium und die Unterstützung einer Schule.

Die Hilfe hatte konkrete Empfänger und verdient Anerkennung. Gleichzeitig wurde sie zum Inhalt eines erfolgreichen Musikvideos. Beides kann nebeneinander bestehen: Eine öffentliche Spende kann Menschen helfen und das Image des Gebers verbessern. Eine kritische Betrachtung muss weder die Unterstützung kleinreden noch ihre Vermarktung ausblenden.

Einflussreich, erfolgreich und angreifbar

An seinem 40. Geburtstag steht Drake für einen enormen musikalischen Einfluss und eine öffentliche Rolle voller Widersprüche. Er verbindet emotionale Offenheit mit Statusdenken, Großzügigkeit mit Inszenierung und musikalischen Wettbewerb mit persönlichen Angriffen.

Daniel Fersch

Daniel schreibt über so ziemliches alles, was mit Games, Serien oder Filmen und (leider) auch fragwürdigen Streamern zu tun hat – insbesondere, wenn es dabei um Nintendo, Dragon Ball, Pokémon oder Marvel geht....