Von anfänglichem Türkisch zu gefakten Göthes bis hin zum Kino mit Haltung und Aussage.
Elyas M’Barek feiert heute seinen 44. Geburtstag. Geboren wurde der Schauspieler am 29. Mai 1982 in München, aufgewachsen ist er als Sohn einer österreichischen Mutter und eines tunesischen Vaters.
Heute gehört M’Barek zu den bekanntesten Gesichtern des deutschsprachigen Kinos – und zu den wenigen Schauspielern, denen der Sprung vom Teenie-Serienliebling zum ernstzunehmenden Charakterdarsteller und Produzenten gelungen ist.
Das Migrations-Image als Sprungbrett
Seinen ersten größeren Auftritt hatte M’Barek 2001 in Mädchen, Mädchen. Der echte Durchbruch kam aber mit der Serie Türkisch für Anfänger, in der er als Cem Öztürk zum Publikumsliebling wurde. Die Rolle machte ihn bekannt, brachte ihm aber zunächst auch ein Image ein: der charmante, coole, manchmal überhebliche Typ mit Migrationshintergrund. M’Barek nutzte dieses Image und arbeitete sich Schritt für Schritt darüber hinaus.
Im Kino bewies er früh, dass er mehr kann als Comedy. In Die Welle war er Teil eines Films, der bis heute zu den bekanntesten deutschen Gesellschaftsdramen der 2000er gehört. Es folgten Produktionen wie Männerherzen, Der Medicus und Who Am I – Kein System ist sicher. Sein endgültiger Popkultur-Durchbruch kam 2013 mit Fack ju Göhte. Als Ex-Kleinkrimineller und Aushilfslehrer Zeki Müller wurde M’Barek zum Star einer der erfolgreichsten deutschen Filmreihen der vergangenen Jahrzehnte.
Haltung als Künstler und Mensch
Doch gerade nach dem großen Erfolg Trilogie wurde seine Karriere spannender. M’Barek blieb zwar im Mainstream, suchte aber häufiger Stoffe mit gesellschaftlichem Kern. In Willkommen bei den Hartmanns spielte er in einer Komödie über Flucht, Integration und deutsche Befindlichkeiten.
In Dieses bescheuerte Herz ging es um Krankheit, Freundschaft und Verantwortung. In Der Fall Collini stand er als junger Anwalt im Zentrum eines Justizdramas, das deutsche Nachkriegsgeschichte, Schuld und verdrängte NS-Verbrechen verhandelt.
M’Barek Haltung zeigt sich immer wieder über Themen, Rollen und einzelne öffentliche Aussagen. Rund um Willkommen bei den Hartmanns sprach er sich etwa für Unterstützung von Geflüchteten aus und machte deutlich, dass auch kleine konkrete Hilfe zählt.
Auch in der Flüchtlingsdebatte stellte er sich öffentlich hinter Engagement für Geflüchtete. Damit steht M’Barek für eine Form von Prominenz, die nicht ständig laut politisiert, aber bei gesellschaftlichen Fragen sichtbar Position beziehen kann.
Auch sein soziales Engagement passt dazu. 2023 las M’Barek in der Berliner Philharmonie vor rund 2.200 Grundschulkindern aus Emil und die Detektive. Die Aktion richtete sich besonders an Kinder aus Berliner Schulen, die sonst oft keinen Zugang zu solchen Kulturorten haben, darunter auch Willkommensklassen mit Kindern aus Kriegs- und Krisengebieten.
Für M’Barek ist das kein komplett neues Feld: Schon früher unterstützte er Kampagnen, die etwa auf die Situation obdachloser Menschen aufmerksam machten.
Der Weg hinter die Kamera
In den vergangenen Jahren hat M’Barek außerdem seine Rolle hinter der Kamera ausgebaut. Mit Babo – Die Haftbefehl-Story produzierte er gemeinsam mit Pacco-Luca Nitsche eine Netflix-Dokumentation über den Rapper Haftbefehl. Der Film erschien am 28. Oktober 2025 und war für M’Barek ein wichtiger Schritt in ein neues Kapitel seiner Karriere.
Netflix nennt ihn offiziell als Produzenten; so sprach M’Barek danach davon, dass ihm diese neue Verantwortung großen Spaß mache. Die Doku wurde schnell zum Streaming-Erfolg und erreichte in Deutschland, Österreich und der Schweiz Platz eins der Netflix-Charts.
Auch privat und beruflich bleibt M’Barek in Bewegung. Nach Jahren mit starkem Bezug zu New York zog es ihn und seine Frau Jessica wieder stärker nach München; als Grund wurde unter anderem genannt, dass viele berufliche Verpflichtungen weiterhin in Deutschland liegen. Gleichzeitig bleibt New York für ihn eine zweite Heimat.
Innehalten und weitermachen
2026 ist für Elyas M’Barek damit kein nostalgischer Geburtstag, sondern ein Moment mitten in einer neuen Phase. Neben seiner Schauspielkarriere arbeitet er weiter als Produzent, und im Herbst 2026 soll er in Der perfekte Urlaub, der Fortsetzung von Das perfekte Geheimnis, wieder im Kino zu sehen sein.
Elyas M’Barek ist heute mehr als der Mann aus Türkisch für Anfänger und Fack ju Göhte. Er ist einer der prägenden Stars des deutschen Mainstream-Kinos, ein Schauspieler mit Gespür für gesellschaftliche Stoffe und inzwischen auch ein Produzent, der Geschichten mit kultureller Relevanz nach vorne bringen will. Zum 44. Geburtstag steht er damit an einem Punkt, an dem seine Karriere nicht kleiner, sondern breiter geworden ist.
