Foodtruck-Streamer wird live im Stream ausgeraubt

Ein Kunde stahl während eines Twitch-Livestreams von Musa_USA Geld aus dessen Trinkgeldkasse.

Musa USA robbery
Nicht gerade der intelligenteste Kriminelle, den man sich vorstellen kann | © Musa_USA Twitch

Der Besitzer eines Imbisswagens und Twitch-Streamer Musa_USA wurde während eines Livestreams von einem Kunden ausgeraubt, der Geld direkt aus dem Trinkgeldglas nahm. Die Polizei wurde gerufen.

"Er wirkte nett. Warum tut er das?"

Muhsin Sarac ist Inhaber des Foodtrucks Musa Steak & Dogs in der Ingleside Avenue in Baltimore und betreibt außerdem seinen Twitch-Kanal Musa_USA, auf dem er sich selbst live bei der Arbeit überträgt, während er kocht und seine Kunden bedient. Der türkische Mann unterhält sich dabei freundlich mit den Kunden und interagiert mit dem Chat.

Am 28. März lief das Geschäft schleppend, und Sarac überlegte schon, seinen Imbisswagen zu schließen, als ein Kunde kam. Er bestellte ein Cheesesteak „mit allem drauf“ und unterhielt sich kurz mit dem Besitzer. „Sie haben die besten Cheesesteaks auf dieser Seite der Stadt“, sagte er. Während Sarac das Essen zubereitete, bemerkte der Kunde eine Kamera. Sarac erklärte ihm, dass er live streamte und fragte: „Ich teile das auf Instagram, ist das okay? Sie können sich morgen auf Instagram sehen.“ Der Kunde antwortete: „Yeah, so sieht's aus.“

Für die neue Bestellung musste der Grill gereinigt werden. Während Sarac das tat und sich leicht abwandte, griff der Kunde nach dem Trinkgeldglas, wich aber zurück, da sich der Imbisswagenbesitzer wieder zu ihm drehte. Als sich der Streamer jedoch das nächste Mal umdrehte, nahm der Mann mehrere Scheine aus dem Glas. Um das Geld in seiner Hand zu kaschieren, fragte er: „Wie viel kostet es? Dann weiß ich, was ich hineinwerfen soll“, und deutete auf das Glas. Er tat so, als müsse er etwas aus seinem Auto holen, und sagte: „Denken Sie daran, ich möchte extra alles", drehte sich um und ging weg.

Du kannst dir den Clip hier anschauen.

Der Chat, der offensichtlich alles mitbekommen hat, teilt Sarac mit, dass er gerade ausgeraubt wurde. „Hat er das Geld gestohlen?“, fragt er seine Zuschauer. „Ich glaube schon. Er hat so um die 20 Dollar geklaut, ist das euer Ernst? Leute, der kommt nicht wieder.“

Sarac rief also die Polizei und gab eine Beschreibung des Räubers durch. Wenige Minuten später traf ein Beamter ein. Der Besitzer des Imbisswagens wollte ihm die Aufnahmen zeigen, doch der Beamte meinte, er kenne sie bereits. Während sie über den Vorfall sprachen, spendete ein Zuschauer, sodass Inner Circles Bad Boys laut abgespielt wurde. Ein weiterer Kunde konnte nicht anders als darüber zu lachen.

Bewaffnet und gefährlich?

Obwohl Sarac selbst bei dem Vorfall letztendlich glimpflich davon gekommen ist, deuteten viele nach der Veröffentlichung des Videos in den sozialen Medien auf die Möglichkeit eines schwerwiegenderen Ausgangs hin.

Der Streamer postete später eine weitere Aufnahme der Szene aus einer anderen Perspektive auf Instagram. Darin ist zu sehen, wie der Räuber mit seiner Hand in seine Tasche langt, dann aber die Trinkgeldbox sieht und stattdessen danach greift. Die Bildunterschrift deutet an, dass er bewaffnet gewesen sein könnte und Sarac ernsthaft verletzt hätte, wenn er die Trinkgeldbox nicht gesehen hätte. Sie lautet: „Die Trinkgeldbox hat mir das Leben gerettet, er hätte mich fast ausgeraubt. Hätte er die Trinkgeldbox nicht gesehen, hätte er versucht, mich zu töten oder auszurauben.“


Man kann allerdings nicht sehen, was sich in seiner Tasche befand, und es ist unklar, ob der Täter tatsächlich bewaffnet war oder nicht.

Dennoch hätte die Situation für Sarac weitaus gefährlicher sein können. Der Räuber hingegen, der wusste, dass er nicht nur gefilmt, sondern auch live übertragen wurde, nahm für 20 Dollar das hohe Risiko in Kauf, mit deutlich sichtbarem Gesicht erwischt zu werden. Das wirkt nicht gerade wie ein besonders gut durchdachtes Verbrechen.

Nora Weirich

Schon als Kind hat Noras Vater ihre Begeisterung für Videospiele und alles was damit zu tun hat geweckt. Dazu kommt eine viel zu hohe Bildschirmzeit, weshalb sie so gut wie alles mitbekommt, was online so passiert und eine Vorliebe für das Schreiben, die sie durch ihr Philosophiestudium entdeckt hat. So kann sie all ihre Leidenschaften bei Earlygame verwirklichen....