Google hat das Gehirn einer Fliege mithilfe von KI kartografiert, und das Internet tat das einzig Logische: Es ließ das Gehirn Doom spielen und mit Kryptowährungen handeln.
Mithilfe von KI war Google in der Lage, die gesamte Gehirnstruktur und das zentrale Nervensystem einer ausgewachsenen, männlichen Fruchtfliege zu kartografieren. Während das Unternehmen das aus über 166.000 Neuronen bestehende Modell als einen „großen Meilenstein der Neurowissenschaften“ bewirbt, betrachtet das Internet es als den ultimativen Spielplatz. Indem sie Googles Karte in eine digitale Simulation auf dem Computer verwandelten, brachten kreative Ingenieure die Fliege dazu, mit Aktien zu handeln, Fahrstunden zu nehmen und Videospiele zu spielen.
Googles neuster Durchbruch
Um das immense Ausmaß von Googles Unterfangen auch nur ansatzweise zu verstehen, muss man zu den Anfängen zurückgehen: Google Research und der Janelia Research Campus des HHMI haben zusammen mit anderen wissenschaftlichen Partnern jahrzehntelang kooperiert, um im Wesentlichen drei langwierige Schritte zu bewältigen. Zuerst mussten sie einzelne Neuronen und die winzigen Synapsen, die sie verbinden, sichtbar machen, indem sie das Fliegengehirn physisch in mikroskopisch dünne Scheibchen zerlegten.
Die Forscher nutzten dann die Elektronenmikroskopie, um Millionen hochauflösender 2D-Bilder zu erzeugen, die mithilfe von KI zu einem nahtlosen, virtuellen 3D-Block zusammengesetzt wurden. Der letzte Schritt basiert auf einem hochspezialisierten KI-System namens Flood-Filling Networks: Dessen Aufgabe war es im Grunde, zu verfolgen, welcher „Draht“ zu welcher Zelle gehört, um so die komplexen 3D-Formen aller über 166.000 Neuronen zu rekonstruieren und die 125 Millionen Synapsen zu identifizieren.
Open-Source Release as a Playground
Die Open-Source-Veröffentlichung des MaleCNS v1.0-Datensatzes gab Entwicklern und Bastlern die Möglichkeit, das 3D-Konnektom herunterzuladen und damit zu experimentieren. Indem sie Videospielpixel auf visuellen Sinnesneuronen abbildeten und motorische Ausgänge an digitale Steuerelemente weiterleiteten, portierten sie das simulierte neuronale Netzwerk in moderne Computerumgebungen, um diese 166.000 virtuellen Neuronen lokal auszuführen. Dies öffnet die Türen für alle Arten von unterhaltsamen Experimenten: Enthusiasten haben die Neuronen als alternative Verarbeitungseinheiten genutzt, um Doom und Super Mario 64 zu spielen, mit Kryptowährungen zu handeln und Fahrprüfungen zu simulieren.
Der tatsächliche Nutzen des Datensatzes geht jedoch weit über das Spielen von Videospielen hinaus: Das „Schaltbild“ kann die medizinische Forschung voranbringen, indem es als ideales Testfeld für die Modellierung menschlicher kognitiver Erkrankungen dient. Darüber hinaus kann es die Entwicklung energieeffizienter und robuster KIs vorantreiben.
Womit würdet ihr dieses neuronale Netzwerk als Erstes verbinden? Schreibt es in die Kommentare!
