Heute wäre Jurassic Park-Star Sam Neill 79 geworden – Ein Blick auf ein ereignisreiches Leben auch abseits der Dinos

Schauspieler Sam Neill ist im Juli verstorben – doch seine Arbeit hallt bis heute nach.

Sam Neill 01 Universal Roadshow Films
Ob als Paläontologe, Kapitän oder undurchsichtiger Gegenspieler: Sam Neill überzeugte in nahezu jedem Genre. | © Universal Pictures / Roadshow Films

Am 14. September 2026 wäre Sam Neill 79 Jahre alt geworden. Es ist der erste Geburtstag des neuseeländischen Schauspielers nach seinem Tod. Neill starb am 13. Juli 2026 im Alter von 78 Jahren in Sydney – nur wenige Monate, nachdem er seine seltene Blutkrebserkrankung mithilfe einer neuartigen Therapie überwunden hatte.

Seine Familie teilte die Nachricht über seinen offiziellen Instagram-Account mit. Neill sei im Kreis seiner Angehörigen gestorben. Sein Tod sei unerwartet gekommen, er sei zu diesem Zeitpunkt jedoch weiterhin krebsfrei gewesen. Später wurde bekannt, dass der Schauspieler an einer Lungenentzündung gestorben war.

In ihrem Statement bedankte sich die Familie zudem bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des St Vincent’s Private Hospital in Sydney, die Neill während seiner letzten Zeit betreut hatten.

Den Krebs hatte Sam Neill kurz vor seinem Tod besiegt

Im März 2023 sprach Neill erstmals öffentlich über seine Erkrankung. Bei ihm war ein angioimmunoblastisches T-Zell-Lymphom im dritten Stadium festgestellt worden. Diese seltene und aggressive Form von Blutkrebs betrifft das Lymphsystem.

Als die zunächst eingesetzte Chemotherapie ihre Wirkung verlor, nahm Neill an einer klinischen Studie zur CAR-T-Zelltherapie teil. Dabei werden körpereigene Immunzellen genetisch verändert, damit sie Krebszellen gezielter erkennen und bekämpfen können. Im April 2026 verkündete der Schauspieler, dass bei einer Untersuchung kein Krebs mehr in seinem Körper gefunden worden sei.

Auch bei seinem Tod im Juli galt Neill weiterhin als krebsfrei. Nach Angaben seines Vertreters starb er an einer Lungenentzündung. Die jahrelangen intensiven Behandlungen hatten sein Immunsystem allerdings stark belastet.

Für Millionen bleibt er Dr. Alan Grant

Seine berühmteste Figur verkörperte Sam Neill 1993 in Steven Spielbergs Jurassic Park. Als Paläontologe Dr. Alan Grant besucht er einen neuartigen Freizeitpark, dessen lebende Dinosaurier eigentlich hinter sicheren Zäunen bleiben sollen. Als das Sicherheitssystem zusammenbricht, beginnt für Grant und die übrigen Besucher ein Kampf ums Überleben.

Der Film wurde zu einem weltweiten Erfolg und machte Neill endgültig zum internationalen Star. In Jurassic Park III kehrte er 2001 erneut auf eine von Dinosauriern bevölkerte Insel zurück. Mehr als zwei Jahrzehnte später spielte er Alan Grant ein letztes Mal in Jurassic World: Ein neues Zeitalter aus dem Jahr 2022 – wieder an der Seite von Laura Dern und Jeff Goldblum.

Auf die Rolle des Dino-Experten ließ sich Neill dennoch nie reduzieren. Im selben Jahr wie Jurassic Park spielte er in Jane Campions mehrfach ausgezeichnetem Drama Das Piano den Farmer Alisdair Stewart.

Seine Filmografie reichte vom Psychothriller Todesstille über das U-Boot-Drama Jagd auf Roter Oktober bis zu Horrorfilmen wie Event Horizon und Die Mächte des Wahnsinns. Eine seiner späteren besonders beliebten Rollen übernahm er in Taika Waititis Abenteuerkomödie Wo die wilden Menschen jagen.

Auch im Fernsehen war Neill regelmäßig präsent. In Peaky Blinders spielte er den brutalen Ermittler Chester Campbell. Für seine Darstellung des legendären Zauberers in der Miniserie Merlin wurde er für einen Emmy nominiert.

Vom nordirischen Omagh bis nach Hollywood

Geboren wurde Sam Neill am 14. September 1947 als Nigel John Dermot Neill im nordirischen Omagh. Seinen späteren Rufnamen Sam erhielt er bereits in der Schulzeit. Als er sieben Jahre alt war, wanderte seine Familie nach Neuseeland aus – in das Land, das für ihn dauerhaft zur Heimat werden sollte.

Seinen internationalen Durchbruch bereitete Ende der 1970er-Jahre der neuseeländische Politthriller Sleeping Dogs vor. Kurz darauf war er in My Brilliant Career zu sehen. In den folgenden Jahrzehnten entwickelte sich Neill zu einem der vielseitigsten Schauspieler seiner Generation und wechselte mühelos zwischen Hollywood-Blockbustern, kleineren Independent-Produktionen, historischen Stoffen, Komödien und Horrorfilmen.

Abseits der Kamera widmete sich Neill mit großer Leidenschaft seinem Weingut Two Paddocks in der neuseeländischen Region Central Otago. Über soziale Medien ließ er seine Fans regelmäßig an seinem Alltag auf dem Hof teilhaben. Besonders beliebt waren Aufnahmen seiner Tiere, die er häufig nach Freunden und bekannten Persönlichkeiten aus der Filmbranche benannte.

Während seiner Krebsbehandlung schrieb Neill seine 2023 veröffentlichten Memoiren Did I Ever Tell You This?. Das Buch war weniger als klassischer Rückblick auf seine Karriere gedacht. Neill wollte vor allem beschäftigt bleiben und Geschichten aus einem Leben festhalten, das ihn von Neuseeland auf Filmsets in aller Welt geführt hatte.

Für seine Leistungen als Schauspieler wurde Neill mehrfach in Neuseeland ausgezeichnet. Im Jahr 2022 nahm er schließlich die Ernennung zum Knight Companion des New Zealand Order of Merit an und durfte fortan den Titel Sir Sam Neill tragen.

An seinem ersten posthumen Geburtstag erinnern Fans und Wegbegleiter nicht nur an Dr. Alan Grant. Sam Neill hinterließ vier Kinder, acht Enkelkinder und eine Filmografie aus mehr als fünf Jahrzehnten. Er konnte furchteinflößende Autoritätsfiguren ebenso überzeugend spielen wie warmherzige Außenseiter und ruhige Helden. Für viele wird er trotzdem der Mann bleiben, der einem riesigen T-Rex gegenüberstand und selbst inmitten entlaufener Dinosaurier nie vollständig die Fassung verlor.

Daniel Fersch

Daniel schreibt über so ziemliches alles, was mit Games, Serien oder Filmen und (leider) auch fragwürdigen Streamern zu tun hat – insbesondere, wenn es dabei um Nintendo, Dragon Ball, Pokémon oder Marvel geht....