"Ihr werdet dieses Spiel bereuen!": Mann nach Bombendrohung gegen Nintendo-Hauptsitz festgenommen

Und nein, "Killerspiele" waren in keinster Weise involviert...

Bob Omb Nintendo
Diese Art von Bomben werden bei Nintendo ungern gesehen. | © Nintendo


Ein 27-jähriger Mann aus der Präfektur Aichi in Japan wurde festgenommen, nachdem er eine Bombendrohung an den Hauptsitz von Nintendo in Kyoto geschickt haben soll.

Bombendrohung wegen Splatoon

Wie die Polizei in Kyoto mitteilte, wird dem arbeitslosen Mann vorgeworfen, den Geschäftsbetrieb des Unternehmens gewaltsam gestört zu haben. Der Verdächtige soll den Drohbrief bereits im März verschickt haben. Bei Nintendo ging das Schreiben am 16. März ein. Darin soll der Mann angekündigt haben, das Gebäude des Unternehmens in die Luft zu sprengen.

Nach Eingang der Drohung informierte Nintendo die Polizei. Daraufhin wurde das Gelände rund um den Unternehmenssitz durchsucht. Verdächtige Gegenstände wurden jedoch nicht gefunden. Der Mann hat die Vorwürfe laut Polizei inzwischen eingeräumt. Sein Motiv war laut eigenen Angaben und wie dem Brief den er schrieb zu entnehmen die Veröffentlichung des Games Splatoon, so hieß es: "Ich werde dafür sorgen, dass ihr es bereut, dieses Spiel auf die Welt losgelassen zu haben!"

Über 39 Drohbriefe in nur wenigen Monaten

Für Nintendo ist es nicht der erste Vorfall dieser Art. Bereits 2023 wurde eine Frau aus Tokio festgenommen, nachdem sie einem Nintendo-Manager einen Drohbrief sowie eine gefälschte Todesbescheinigung geschickt haben soll. In einem weiteren Fall verschickte ein Mann namens Kenshin Kazama über mehrere Monate hinweg insgesamt 39 Drohnachrichten über das Kontaktformular der offiziellen Nintendo-Website.

Diese Drohserie hatte konkrete Folgen für Nintendo und die Community. Unter anderem wurde das Finale des Splatoon Koshien 2023-Turniers verschoben. Außerdem sagte Nintendo das für Januar 2024 geplante Event Nintendo Live 2024 Tokyo ab. Kazama wurde später vom Bezirksgericht Kyoto zu einem Jahr Haft verurteilt, die Strafe wurde jedoch für vier Jahre zur Bewährung ausgesetzt.

Keine direkte Verbindung zu Nintendo

Auffällig ist, dass die bekannten Fälle offenbar von Personen ohne direkte Verbindung zu Nintendo ausgingen. Auch die Motive blieben teilweise unklar. In einem früheren Verfahren gab ein Täter an, die Drohungen aus Frust über ein Spiel verschickt zu haben. Die Vorfälle zeigen, wie stark große Gaming-Unternehmen inzwischen auch abseits digitaler Kritik mit realen Sicherheitsrisiken konfrontiert sind

Laut Experten nehmen Drohungen gegen Spielefirmen weltweit zu. Besonders bekannte Unternehmen wie Nintendo stehen dabei stärker im Fokus. Ähnliche Vorfälle gab es auch in Südkorea: Dort musste 2023 das Genshin Impact Summer Festival nach einer Bombendrohung evakuiert werden. Auch andere Gaming-Events und Unternehmen wurden in den vergangenen Jahren Ziel solcher Drohungen.

Daniel Fersch

Daniel schreibt über so ziemliches alles, was mit Games, Serien oder Filmen und (leider) auch fragwürdigen Streamern zu tun hat – insbesondere, wenn es dabei um Nintendo, Dragon Ball, Pokémon oder Marvel geht....