Während andere mit dem Traktor aufs Feld tuckern, schießt dieser Indonesier durch die Lüfte.
Hand auf's Herz: Für die meisten von uns wäre der Arbeitsalltag deutlich erträglicher, wenn nicht der mühevolle Weg dorthin wäre. Ob man im vollgestopften Bus zwischen Menschen gequetscht ist, denen die Erfindung des Deosprays wohl entgangen ist, mit dem eigenen Auto im Stau steht oder die Bahn mal wieder entschieden hat, einfach gar nicht zu fahren – der allmorgendliche Weg ins Büro, den Laden oder die Schule dürfte mit der unattraktivste Teil des Tages sein.
Wieso also nicht fliegen? Und damit ist nicht gemeint, täglich an Gate 4 zu stehen und die Sicherheitsanweisungen der Flugbegleiterinnen über sich ergehen zu lassen – sondern einfach abzuheben und in wenigen Minuten anzukommen?
Indonesischer Landwirt steigt meterhoch in die Luft
Ein Video aus Indonesien sorgt derzeit in den sozialen Medien für Aufsehen, weil ein Farmer sich wohl genau dies dachte. Im Video schwebt ein Landwirt unter einer riesigen Agrardrohne über weitläufige Reisfelder – und sieht dabei aus, als hätte die Landwirtschaft gerade ein ziemlich spektakuläres Zukunfts-Update erhalten.
Der Mann soll mit der Drohne eine Strecke von rund 1,5 Kilometern zurückgelegt haben. Dabei befand er sich Berichten zufolge zeitweise bis zu 15 Meter über dem Boden. Im Internet dauerte es natürlich nicht lange, bis die ersten Kommentare auftauchten: Während andere noch über Flugtaxis diskutieren, scheint dieser Landwirt bereits im Jahr 2070 angekommen zu sein.
Eine Drohne, die normalerweise Dünger statt Menschen transportiert
Bei dem Fluggerät handelt es sich allerdings nicht um ein neues persönliches Lufttaxi für Landwirte. Solche großen Agrardrohnen wurden eigentlich für schwere Arbeiten auf Feldern entwickelt. Sie können unter anderem Saatgut verteilen, Dünger ausbringen, Pflanzenschutzmittel versprühen oder landwirtschaftliches Material transportieren.
Durch ihre leistungsstarken Rotoren und die hohe Tragfähigkeit können manche Modelle erstaunlich schwere Lasten bewegen. Dass eine solche Drohne theoretisch auch einen erwachsenen Menschen anheben kann, ist deshalb nicht völlig überraschend.
Das bedeutet jedoch nicht, dass man sich einfach darunterhängen und zur nächsten Reisplantage fliegen sollte.
Kein gewöhnlicher Arbeitsweg
So spektakulär das Video auch aussieht: Bei dem Flug handelte es sich offenbar nicht um den täglichen Arbeitsweg eines indonesischen Bauern. Stattdessen soll die Aktion als Demonstration oder bewusst inszenierter Stunt entstanden sein.
Der Eindruck, der Mann würde jeden Morgen mit seiner Drohne über die Felder pendeln, gehört damit eher ins Reich der sozialen Medien als in den normalen landwirtschaftlichen Alltag. Das Video zeigt zwar eindrucksvoll, was moderne Agrartechnik leisten kann – als neues Verkehrskonzept sollte man die Aktion jedoch nicht verstehen.
Für Menschen ist das Fluggerät nicht gebaut
Agrardrohnen sind weder als Passagierflugzeuge konstruiert noch für den Transport von Personen zugelassen. Ihnen fehlen beispielsweise Sitze, Sicherheitsgurte, geschützte Kabinen und zahlreiche Sicherheitssysteme, die bei regulären Fluggeräten vorgeschrieben sind.
Unter einer Drohne über ein Feld zu fliegen, bleibt deshalb ein erhebliches Risiko. Bereits ein technischer Fehler, ein plötzlich nachlassender Akku, starker Wind oder eine falsche Bewegung könnten schwere Folgen haben.
Das bei alldem Spaß also auch ein Leben in Gefahr ist, darf nicht ganz außer Acht gelassen werden - zumindest gibt es keinerlei Anzeichen dafür, dass der Landwirt sich gezwungen fühlt, das ungewöhnliche Fluggerät zu nutzen, um rechtzeitig bei der Arbeit zu sein.
Das Internet liebt fliegende Landwirte
Für ein virales Video reichte die Aktion trotzdem vollkommen aus. Die Mischung aus traditioneller Landwirtschaft und futuristischer Technik wirkt schließlich beinahe wie eine Szene aus einem Science-Fiction-Film: Unter dem Mann erstrecken sich grüne Reisfelder, über ihm brummen die Rotoren einer riesigen Drohne und er selbst scheint den Spaß seines Lebens zu haben. Und wer sich freudestrahlend auf den Weg zur Arbeit macht – dem kann so gut wie gar nichts mehr im Weg stehen.
