Jeff Goldblum wird 74: Hollywoods eigenwilliger Star mit eigenem Ehrentag der mit 62 erstmals Vater wurde

Ein klassischer Schauspieler, der allein schon für seine Art zum modernen Meme wurde.

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Ein klassischer Schauspieler, der allein schon für seine Art zum modernen Meme wurde. | © Netflix

Jeff Goldblum feiert heute, am 22. Oktober 2026, seinen 74. Geburtstag. Er wurde mit Die Fliege zum Horrorstar, mit Jurassic Park zur Filmikone und mit seiner unverwechselbaren Art zum Publikumsliebling. Daneben spielt er Jazz und engagiert sich für den Meeresschutz. Sein Leben bietet auch jenseits der Leinwand ungewöhnliche Geschichten: Pittsburgh widmete ihm einen eigenen Ehrentag, und Vater wurde er erstmals mit 62.

Ein Schauspieler, der seinen eigenen Rhythmus gefunden hat

Jeffrey Lynn Goldblum wurde am 22. Oktober 1952 in West Homestead bei Pittsburgh im US-Bundesstaat Pennsylvania geboren. Als Jugendlicher interessierte er sich bereits für Schauspiel und Musik. Mit 17 zog er nach New York, um eine Bühnenkarriere zu verfolgen. Es war der Beginn einer Laufbahn, in der seine Eigenwilligkeit schließlich zu seinem größten Wiedererkennungsmerkmal wurde.

Goldblum spricht selten so, wie man es erwartet. Er unterbricht Sätze, setzt ungewöhnliche Pausen und wirkt manchmal, als würde er einen Gedanken erst während des Sprechens entdecken. Auf der Leinwand kann daraus Nervosität entstehen, intellektuelle Überlegenheit oder eine ausgesprochen komische Mischung aus beidem. Seine Figuren wirken dadurch selbst dann unverwechselbar, wenn sie nur wenige Szenen haben.

Diese Eigenart ist allerdings auch eine Grenze: Je bekannter die öffentliche Person Goldblum wurde, desto stärker lässt sich bei manchen Auftritten der Schauspieler hinter der Figur erkennen. Sein Charme funktioniert zuverlässig. Überraschender wird er dort, wo eine Rolle mehr von ihm verlangt als die vertraute, angenehm exzentrische Präsenz.

Mehr als der Mann aus Jurassic Park

Wie viel mehr Goldblum leisten kann, zeigte David Cronenbergs Die Fliege von 1986. Als Wissenschaftler Seth Brundle spielt er einen Menschen, dessen wissenschaftlicher Ehrgeiz in eine körperliche Katastrophe führt. Entscheidend ist dabei nicht allein der Horror der Verwandlung. Goldblum macht auch die Verletzlichkeit und Verzweiflung eines Mannes sichtbar, der die Kontrolle über sich selbst verliert. Der Film gehört zu den prägenden Arbeiten seiner Karriere.

1993 erreichte er als Chaostheoretiker Ian Malcolm in Steven Spielbergs Jurassic Park ein noch größeres Publikum. Es folgten unter anderem Independence Day und Vergessene Welt: Jurassic Park. Damit wurde der ungewöhnlich auftretende Schauspieler zu einem festen Bestandteil des Blockbuster-Kinos der 1990er-Jahre.

Ian Malcolm verkörpert dabei eine Skepsis, die über den Dinosaurierfilm hinaus funktioniert: Technische Möglichkeiten sind noch keine ausreichende Begründung dafür, sie auch auszuschöpfen. Goldblum gibt dieser Warnung Witz und Selbstbewusstsein. Seine Figur darf unterhalten, ohne dass ihre Einwände dadurch bedeutungslos werden.

Später übernahm er auch den Zauberer von Oz in den Wicked-Verfilmungen. Die Rolle passt zu einem Darsteller, der mühelos zwischen freundlicher Ausstrahlung und fragwürdiger Autorität wechseln kann. Gerade hinter einer charmanten Fassade können sich Macht und Manipulation besonders wirksam verbergen.

Der eigene Ehrentag liegt im Juli

Pittsburgh erklärte den 13. Juli 2004 zum Jeff Goldblum Day. Sein eigener Ehrentag liegt damit mehr als drei Monate vor seinem Geburtstag. Es handelt sich um eine kommunale Würdigung, nicht um einen landesweiten gesetzlichen Feiertag.

Die Auszeichnung passt zu seinem ungewöhnlichen Platz in der Popkultur. Goldblum wird nicht nur für einzelne Rollen geschätzt, sondern auch für seine Art, öffentlich aufzutreten. Daraus ist ein regelrechter Personenkult entstanden. Der kann unterhaltsam sein, sollte aber nicht den Blick auf seine eigentliche Arbeit verstellen: Ein sympathischer Interviewgast ist noch keine Garantie für einen guten Film.

Mit 62 erstmals Vater – ausgerechnet am amerikanischen Unabhängigkeitstag

Ein besonders später Neubeginn folgte am 4. Juli 2015. Goldblum und seine Frau Emilie Livingston bekamen ihren Sohn Charlie Ocean. Der Schauspieler war damals 62 Jahre alt und wurde zum ersten Mal Vater. Dass der Star aus Independence Day ausgerechnet am amerikanischen Unabhängigkeitstag Vater wurde, lieferte die passende Pointe gleich mit.

Am 7. April 2017 wurde ihr zweiter Sohn River Joe geboren. Goldblum war zu diesem Zeitpunkt 64. Im Gespräch mit Entertainment Tonight beschrieb er seine Freude an der Vaterrolle ausdrücklich. Die Familiengründung eröffnete ihm damit nach Jahrzehnten im Beruf noch einmal einen neuen Lebensabschnitt.

Die Geschichte lässt sich als Beispiel dafür lesen, dass Lebensläufe keinem festen Zeitplan folgen müssen. Sie sollte allerdings auch nicht pauschal zur romantischen Erzählung über späte Elternschaft werden. Gesundheit, verfügbare Zeit und langfristige Verantwortung spielen dabei eine Rolle. Aus dem Alter allein lässt sich weder die Qualität eines Vaters noch das Familienleben beurteilen. Ebenso wenig ist die Lebenssituation eines wohlhabenden Schauspielers ohne Weiteres auf andere Familien übertragbar.

Jazz ist für ihn mehr als ein Nebenprojekt

Goldblums musikalische Arbeit reicht weit zurück. Er spielte bereits als Jugendlicher und gründete in den 1990er-Jahren mit anderen Musikern das Mildred Snitzer Orchestra. 2018 erschien das Album The Capitol Studios Sessions. Seine Musik ist damit keine kurzfristige Erweiterung einer prominenten Marke, sondern Ausdruck eines über Jahrzehnte gepflegten Interesses.

Trotzdem verschafft ihm sein Filmruhm einen Vorteil, den viele Berufsmusiker nicht haben: Ein Publikum interessiert sich bereits für ihn, bevor es den ersten Ton gehört hat. Eine faire Bewertung muss deshalb auch fragen, was die Musik selbst trägt. Seine Bekanntheit erklärt die Aufmerksamkeit; sie ersetzt kein musikalisches Urteil.

Für den Meeresschutz geht er auch in die Politik

Goldblums gesellschaftliches Engagement lässt sich besonders konkret beim Meeresschutz belegen. Er unterstützt die Organisation Oceana und trat bei deren Benefizveranstaltungen auch mit seiner Band auf. Im September 2026 ehrte Oceana ihn und Emilie Goldblum bei einer Gala in New York für ihre langjährige Unterstützung.

Sein Einsatz beschränkt sich dabei nicht auf öffentliche Auftritte. Im Januar 2020 warb Goldblum bei kalifornischen Abgeordneten für Gesetzesvorhaben zur Verringerung von Einwegplastik. Damit nutzte er seine Bekanntheit, um ein konkretes politisches Anliegen zu unterstützen.

Prominente Unterstützung kann einem Thema zusätzliche Aufmerksamkeit und Spenden verschaffen. Entscheidend bleibt jedoch die Arbeit von Wissenschaftlern, Organisationen und politischen Verantwortlichen. Goldblums Beitrag verdient Anerkennung, ohne ihn zum alleinigen Gesicht eines Engagements zu machen, das viele Menschen tragen.

Charme ist ein Anfang, kein Qualitätsnachweis

Jeff Goldblums Karriere zeigt, wie weit ein Schauspieler mit einer unverwechselbaren Persönlichkeit kommen kann – und dass dahinter auch handwerkliche Stärke stehen muss. Seine besten Rollen verbinden beides. Weniger überzeugend wird es dort, wo die vertraute Ausstrahlung bereits den gesamten Auftritt tragen soll.

An seinem 74. Geburtstag lohnt deshalb der Blick über den Publikumsliebling hinaus: auf den verletzlichen Darsteller aus Die Fliege, den skeptischen Wissenschaftler aus Jurassic Park, den langjährigen Jazzmusiker und den Unterstützer des Meeresschutzes. Der eigene Ehrentag und die erste Vaterschaft mit 62 machen seine Biografie ungewöhnlich. Seine Arbeit macht sie interessant.

Daniel Fersch

Daniel schreibt über so ziemliches alles, was mit Games, Serien oder Filmen und (leider) auch fragwürdigen Streamern zu tun hat – insbesondere, wenn es dabei um Nintendo, Dragon Ball, Pokémon oder Marvel geht....