Jemand hat Elon Musks LEGO-Bestellung storniert, weil dieser seine Daten nicht schützt

Ob storniert oder nicht – einen Beigeschmack hinterlässt die Geschichte auf jeden Fall.

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Ob storniert oder nicht – einen Beigeschmack hinterlässt die Geschichte auf jeden Fall. | © Wikipedia / LEGO

Es gibt Dinge, die sollte man vor dem Hochladen eines Screenshots überprüfen: offene Tabs, peinliche Suchanfragen und vielleicht auch die Frage, ob gerade das halbe Internet die eigene Bestellung bearbeiten könnte.

Elon Musk wollte eigentlich zeigen, wie praktisch seine KI Grok ist. Stattdessen lieferte er Anschauungsmaterial für die erste Stunde Medienkompetenz.

Musk lässt Grok-LEGO bestellen

Nicht erst seit der "Adults Welcome"-Kampagne ist LEGO auch bei erwachsenen Nerds beliebt. Jene, die sich immer ein kleines Stück Kindheit bewahrt haben, finden seit Jahren durchaus anspruchsvolle Klemmbausteinmodelle im Laden. Daher wundert es auch niemanden, dass auch Elon Musk sich nach wie vor für LEGO interessiert – wie dilettantisch er allerdings vorgeht, wenn er sich ein Set kaufen will und nebenher mit seiner KI protzen möchte, das sorgt doch für Stirnrunzeln.

Am 11. Oktober präsentierte Musk auf X einen Einkauf, den Grok für ihn erledigt haben soll: fünf Lego-Sets für insgesamt 241,34 US-Dollar. Der Auftrag an die KI sei gewesen, unterhaltsame Star-Wars-Sets für jüngere Kinder zu finden und zu bestellen.

Auf den veröffentlichten Bildern waren allerdings auch Bestellinformationen und Adressdaten zu erkennen. So wurde aus dem KI-Flex ein Meme und darüber hinaus auch eine Diskussion darüber, ob einer der relevantesten Männer in Sachen Technologie zu blauäugig im Netz ist.

Auf den Screenshots waren nämlich die Bestellnummer, die verwendete E-Mail-Adresse und die letzten vier Ziffern der Kreditkarte angegeben, genug für Zuschauer im Netz, die Bestellung zu stornieren. Genau das machte User Enderman und veröffentlichte daraufhin Screenshots eines angeblichen Stornierungsversuchs über Legos Kundenservice.

Der Todesstern hatte offenbar wieder eine Schwachstelle. Diesmal saß sie allerdings vor dem Upload-Button.

"Das ist gar nicht meine Wohnung" ist nur bedingt beruhigend

Musk widersprach der Behauptung, er habe seine Wohnadresse veröffentlicht. Die Adresse sei bereits bekannt; dort nehme sein Sicherheitsteam Post entgegen. An der Sache ändert dies allerdings nur bedingt etwas, den einen fragwürdigen Umgang mit sensiblen Daten beweist Musk dadurch dennoch.Wer mit den eigenen Informationen so umgeht, der wird sich um die Privatsphäre anderer noch weniger kümmern.

Natürlich kann jedem ein solcher Fehler passieren. Auch technisches Verständnis schützt nicht vor einem unüberlegten Klick. Aus einer Lego-Bestellung lässt sich keine umfassende Diagnose über Musks Fähigkeiten ableiten.

Die Kritik trifft trotzdem einen wunden Punkt: Wer eine Technologie bewirbt, mit der Menschen Aufgaben und persönliche Informationen aus der Hand geben sollen, muss einen sorgfältigen Umgang damit vorleben.

Gerade bei KI-Assistenten ist das entscheidend. Zwischen "Such mir ein schönes Geschenk" und "Kauf das für mich" liegt ein erheblicher Unterschied. Sobald Software Bestellungen ausführt, geht es um Geld, Berechtigungen und die Frage, welche Handlung tatsächlich freigegeben wurde.

Eine überzeugende Vorführung müsste deshalb auch zeigen, wie Kontrolle funktioniert. Welche Angaben braucht das System? Wann muss der Nutzer zustimmen? Was bleibt privat?

Viel Einfluss verlangt mehr als viel Selbstvertrauen

Bei einem beliebigen Nutzer wäre die Geschichte vermutlich nach ein paar Memes erledigt. Musk prägt mit X und Grok jedoch selbst die digitale Umgebung, in der solche Fehler passieren.

Daraus entsteht Verantwortung. Seine öffentlichen Vorführungen beeinflussen, was Menschen einer Technologie zutrauen und welchen Umgang mit ihren Daten sie für normal halten.

Gerade deshalb ist diese Mischung aus großem Zukunftsversprechen und erstaunlicher Nachlässigkeit so irritierend. Wer anderen immer mehr digitale Entscheidungen abnehmen möchte, sollte beim eigenen Screenshot wenigstens die grundlegende Prüfung hinbekommen.

Über die Lego-Panne darf man lachen. Die Frage, wie viel Sorgfalt wir von den Menschen verlangen, die unsere digitale Zukunft gestalten, verdient allerdings eine ernsthafte Antwort.

Bis dahin wäre "Vor dem Posten schwärzen" schon mal ein brauchbares Software-Update für den Chef.

Daniel Fersch

Daniel schreibt über so ziemliches alles, was mit Games, Serien oder Filmen und (leider) auch fragwürdigen Streamern zu tun hat – insbesondere, wenn es dabei um Nintendo, Dragon Ball, Pokémon oder Marvel geht....