KI im Gaming: Ein nützliches Tool oder das Ende von Gaming, wie wir es kennen?

Ob gut oder schlecht, KI hat die Welt der Videospiele schon vor langer Zeit erreicht. Aber bedeutet das, dass sich Gaming, wie wir es kennen, für immer verändern wird?

Ron Lach AI
KI hat die Gaming Community erreicht | © Ron Lach

KI hat die Welt im Sturm erobert. Die einen schätzen es, dass KI-Chatbots wie ChatGPT vieles vereinfachen, andere befürchten, dass Inhalte, die durch künstliche Intelligenz generiert wurden, Dinge ruinieren könnten, die durch echte menschliche Emotionen und Sorgfalt entstanden sind – insbesondere Kunst. Videospiele sind ein Sonderfall: Zwar kann KI bestimmte Bereiche einfacher und zugänglicher machen, doch Spiele sind auch eine Kunstform. Aber wie stehen Spieleentwickler und Spieler zu dieser neuen Seite des Gamings?

Der Aufstieg der KI und ihre Umsetzung in Spielen

In den letzten Jahren hat KI immer mehr Bereiche des Internets erobert. Ob es nun Studenten und Schüler sind, die sie nutzen, um ihre Hausarbeiten zu erledigen, oder Menschen, die einfach nur wollen, dass sie Dinge für sie generiert: ChatGPT, Gemini und Grok scheinen überall zu sein. Während das Meme „Chat, is this real?“ ursprünglich dazu diente, sich über Streamer lustig zu machen, hat es sich für manche andere mittlerweile zu etwas gewandelt, das sie mit ChatGPT assoziieren.

Und es ist ziemlich interessant zu sehen, wie sich die Online-Landschaft durch die weite Verbreitung dieser Tools verändert hat, insbesondere in der Gaming-Branche. Manche behaupten, wir könnten gegen den Einsatz von KI in Videospielen nichts ausrichten oder sollten sie sogar als Verbesserung akzeptieren.

Viele andere boykottieren Spiele, die KI einsetzen, um zu protestieren und ein Zeichen zu setzen: Wir finden es besser, wenn die Inhalte, die wir konsumieren, von Menschen und nicht von Maschinen erstellt worden sind. Das Spiel Heartopia hat kürzlich viele Fans gewonnen, aber aufgrund von Vorwürfen bezüglich des Einsatzes generativer KI und Rassismus ebenso schnell wieder einige verloren.


Und Heartopia ist nicht das einzige Spiel, das wegen seines Einsatzes von KI in die Kritik geraten ist: Laut IGN steht Arc Raiders ebenfalls in der Kritik, weil es KI für sein Text-to-Speech-System nutzt. Auf Nachfrage erklärte der Publisher, wir als Spieler könnten (übersetzt) „davon ausgehen, dass mittlerweile jedes Spielunternehmen KI einsetzt“.


KI und Streamer

Einige Streamer haben ebenfalls negative Reaktionen auf KI in Videospielen gezeigt. Kürzlich ging ein Clip von Ninja viral, in dem er von einer KI besiegt wurde, daraufhin sofort wütend wurde und seinen Marathon-Stream abbrach.

Ob es nun beabsichtigt ist oder etwas, das während des Aufstiegs der KI automatisch passiert ist – es verändert zweifellos die Gaming-Branche und führt dazu, dass Spieler sich bewusster darüber werden, was sie konsumieren. Aber KI hat nicht nur ihren Weg in Spiele gefunden: Auch die ersten KI-Streamer tauchen mittlerweile auf. Tatsächlich sorgte der KI-VTuber Neuro-sama für Schlagzeilen, als sie den Twitch-Hype-Train-Rekord brach.

Auch wenn viele Menschen gegen den Einsatz von KI zu Unterhaltungszwecken sind, ist nicht jeder so streng, wenn es darum geht, diese Dinge zu boykottieren. Bis heute hat Neuro-sama, die unter dem Namen vedal987 streamt, etwa 971.000 Follower auf Twitch.

Generell ist der Einsatz von KI ein Thema, das für alle kompliziert ist: Während einige gerne ihre Nützlichkeit hervorheben, weisen andere oft darauf hin, dass KI-„Kunst“ eine seelenlose Nachahmung menschlicher Emotionen ist. Letztendlich wird KI vorerst wohl ein Teil unseres Alltags bleiben. Aber was denkst du? Schreib es uns gerne in die Kommentare!

Kristina Capin

Kristina studiert Soziologie und Englisch und hat schon als Kind ihre Liebe zu Sprache und gesellschaftsrelevanten Themen gefunden. Als sie als Teenager first person shooter und eSports für sich entdeckte, trafen zwei Leidenschaften aufeinander, die sie heute kaum noch voneinander trennen kann....