Wer Sprechgesänge wiederholt, ohne deren Bedeutung zu kennen, muss eventuell mit harten Konsequenzen rechnen.
Am 22. Februar traf Tottenham im North-London-Derby auf Arsenal. Kick-Streamer J2hundred zog in einem Arsenal-Trikot durch die Straßen, doch er hatte nicht damit gerechnet, am Ende in Handschellen zu landen.
Derby-Atmosphäre endet für IRL-Streamer J2hundred mit einer Festnahme
Wenn Tottenham auf Arsenal trifft, befindet sich London im Ausnahmezustand. Fans strömen auf die Straßen, und ebenso stark ist die Polizeipräsenz. IRL-Streamer J2hundred wollte sich diese Atmosphäre nicht entgehen lassen. Mit einem Arsenal-Trikot und einer klassischen Petr-Čech-Kappe begab er sich auf die Straßen Londons, um Reaktionen von Tottenham-Fans zu provozieren.
Er hielt die typischen Eindrücke eines North-London-Derbys fest: hitzige Wortgefechte, laute Fangesänge und sogar ein wenig Spucke von einem Tottenham-Anhänger. Zu diesem Zeitpunkt schien das der Höhepunkt des Chaos zu sein. Im Nachhinein war es jedoch sein geringstes Problem. Eine Begegnung mit der Polizei endete schließlich mit seiner Festnahme.
Zunächst wirkte die Stimmung zwischen J2hundred und den Polizisten entspannt. Sie tauschten sich locker aus und lachten sogar gemeinsam. Doch als J2hundred gegenüber einigen Tottenham-Fans die Phrase „Yid Army“ äußerte, kippte die Atmosphäre sofort. Die Beamten schritten ein und nahmen ihn noch vor Ort fest. Sie erklärten, dass diese Phrase aufgrund ihrer antisemitischen Implikationen strafbar sei.
Das Wort „Yid“ ist eine Beleidigung gegenüber jüdischen Menschen. Tottenham verfügt traditionell über eine große jüdische Fangemeinde, und über Jahre hinweg nutzten einige Anhänger den Begriff „Yid Army“ als Selbstbezeichnung für Tottenham-Fans.
In den vergangenen Jahren ist die Phrase jedoch zunehmend in die Kritik geraten, insbesondere wegen ihrer antisemitischen Implikationen. Ein zentraler Punkt der Debatte ist, dass vor allem viele jüngere Menschen die historische Einordnung und Tragweite des Begriffs nicht kennen. Dieser Vorfall hat diese Sorge erneut verstärkt.
Inzwischen ist der Streamer wieder auf freiem Fuß. Letztlich dient der Vorfall als Erinnerung daran, dass Worte Gewicht haben können und dass man die Bedeutung einer Phrase kennen sollte, bevor man sie wiederholt. Gleichzeitig ist der Kontext entscheidend, und es gibt einen Unterschied zwischen Unwissenheit und böswilliger Absicht.