Streamer philosophiert live über öffentliche Hinrichtungen, als er vor laufender Kamera attackiert wird

Sneako wurde während seines Livestreams plötzlich angegriffen und glaubt nun, dass das alles inszeniert gewesen sein könnte.

Sneako Attack Kick
Was wollte der Typ von ihm? | © Sneako Kick

Als Sneako durch die Straßen von New York geht, wird er angegriffen und zu Boden geworfen. In einem späteren Stream äußert er den Verdacht, dass dieser Angriff geplant gewesen sein könnte.

Wer ist Sneako?

Sneako, bürgerlich Nicolas Kenn De Balinthazy, ist ein 27-jähriger US-amerikanischer Streamer und YouTuber, der für seine kontroversen politischen Ansichten bekannt ist. Er begann seine Karriere auf YouTube mit rechtsextremen Provokationen, indem er beispielsweise weiße Passanten aufforderte, für einen Dollar rassistische Beleidigungen auszusprechen. Außerdem moderierte er Diskussionen darüber, warum Männern und Frauen nicht gleichwerig sind und ähnliche Themen.

Er wurde mehrfach von YouTube und Twitch wegen „hasserfüllten Verhaltens“ sowie von TikTok wegen der Verbreitung gewaltverherrlichender frauenfeindlicher Inhalte gesperrt.

Der Angriff

Im April 2026 streamte Sneako wie gewohnt live auf Kick. In diesem Stream schlendert er durch die Straßen New Yorks und unterhält sich mit seinen Zuschauern über „Gooner“, die seiner Meinung nach öffentlich hingerichtet werden sollten. Er schaut auf sein Handy, als ein Mann in einem Dr. Pepper-Shirt plötzlich auf ihn zukommt und ihn schnell und brutal schlägt und in einen Würgegriff nimmt. Beide stürzen zu Boden. Die Kamera schwenkt nach unten, und laute Rufe sind zu hören. Wenige Sekunden später wird die Kamera wieder aufgenommen, und das Letzte, was man sieht, bevor der Stream abbricht, ist der Kameramann, der davonrennt.

Sneako gets attacked mid IRL stream
by u/Substantial-Ice-3176 in LivestreamFail

Etwa eine Stunde später postete Sneako auf X, dass er unverletzt sei und beabsichtige, das Streaming wieder aufzunehmen.

War es eine Falle?

Als Sneako nur wenige Stunden nach dem Angriff zu seinem Livestream zurückkehrt, zeigt er seine Zähne. Einer seiner Schneidezähne ist deutlich abgebrochen. Offenbar ist dies eine zwei Jahre alte Zahnfüllung, die getroffen worden war. Anschließend erklärt er die Situation genauer.

Er versichert seinen Zuschauern, dass es ihm gut gehe und er nicht bewusstlos geschlagen worden sei, die Polizei aber vor Ort war. Sneako erzählt seinem Chat, dass er den Angriff für geplant halte.

Ich will ganz ehrlich über alles sein. Ich sage das: Das war hundertprozentig… Das muss eine Falle sein.

Er berichtet, dass er, nachdem er einige Male getroffen, und mit Hilfe seines Kameramanns, der den Angreifer von ihm wegzog, wieder aufgestanden war, der Mann sofort ein Pfefferspray zückte und Sneako direkt ins Gesicht sprühte. Dann rannte er weg.

Der Streamer begründet seinen Verdacht auf Vorsatz damit, dass es sonst keinen Sinn ergeben würde, dass der Angreifer so vorbereitet war und seine Waffe griffbereit hatte. Außerdem sollen direkt nach dem Angriff fünf Personen aus einem Gebäude gekommen sein, und Sneako meint, es habe den Anschein gehabt, als hätten sie von dem bevorstehenden Angriff gewusst.

Ich habe einige Ideen, wer es sein könnte, aber ich werde nicht… Es hat keinen Sinn zu spekulieren.

Sein Chat lässt sich jedoch natürlich nicht davon abhalten, darüber zu spekulieren, wer es gewesen sein könnte.

Ja, ich weiß nicht, wer, aber was ich denke: Ich glaube, jemand hat einen Typen bezahlt, das zu machen.

Er versichert seinen Zuschauern wiederholt, dass es ihm gut geht, erklärt aber gleichzeitig, dass er keine Live-Streams mehr ohne Sicherheitspersonal mehr machen wird. Sneako predigt daraufhin für Meinungsfreiheit, Einheit und Gott, als er eine Aufforderung, zur Polizeiwache zu gehen, erhält. Er beschwert sich über die Langsamkeit der Polizei und beschließt, sich nach dem Stream und seinem geplanten Interview dorthin zu begeben.

Er instrumentalisiert die ganze Angelegenheit für eine Debatte über Waffengesetze, indem er behauptet, so etwas würde in Florida nie passieren, weil dort bekannt sei, dass man Waffen tragen dürfe. In New York hingegen, aufgrund strengerer Waffengesetze, seien gesetzestreue Bürger benachteiligt, da Kriminelle über Waffen wie dieses Pfefferspray verfügen würden und er sich nicht verteidigen konnte.

Anschließend reagiert er auf die Reaktionen und Antworten anderer Personen auf den Clip seines Angriffs.

Er hat all das auch auf YouTube hochgeladen.

Während manche Sneako unterstützen und einfach nur froh sind, dass es ihm gut geht, meinen andere, er habe es verdient. Unabhängig davon, ob man Sneako mag oder nicht, ist es nicht angebracht, ihn auf offener Straße zu schlagen und mit Pfefferspray zu besprühen. Gewalt ist keine Lösung. Ob lockerere Waffengesetze hier die Antwort sind, ist allerdings fraglich. Hätten der Angreifer oder Sneako eine Waffe getragen, hätte die Auseinandersetzung viel schlimmer, vielleicht sogar tödlich enden können. Seien wir also froh, dass sie keine Waffen hatten, alle unverletzt geblieben sind und nichts Schlimmeres passiert ist. Ob der Angriff tatsächlich inszeniert war oder nicht, bleibt unklar. Sneako deutet aber immer wieder an mehr Videomaterial zu haben und die Situation zu klären, was auch immer das bedeutet.

Nora Weirich

Schon als Kind hat Noras Vater ihre Begeisterung für Videospiele und alles was damit zu tun hat geweckt. Dazu kommt eine viel zu hohe Bildschirmzeit, weshalb sie so gut wie alles mitbekommt, was online so passiert und eine Vorliebe für das Schreiben, die sie durch ihr Philosophiestudium entdeckt hat. So kann sie all ihre Leidenschaften bei Earlygame verwirklichen....