Liebesbetrug statt Enkeltrick: Influencer soll Senioren um Millionen betrogen haben

Abu Trica Instagram
Influencer wegen Millionen-Liebesbetrugs an die USA ausgeliefert| ©Abu Trica Instagramm

Ein Influencer soll mit Liebeschwindel-Masche ältere Menschen um Millionen betrogen haben.

Ein ghanaischer Influencer steht im Verdacht, Teil eines internationalen Betrugsnetzwerks gewesen zu sein, das ältere US-Amerikaner mit Liebesbetrug um mehr als 7 Millionen Euro gebracht haben soll. Der unter dem Namen Abu Trica bekannte Influencer wurde inzwischen an die USA ausgeliefert. Im Falle einer Verurteilung drohen ihm bis zu 20 Jahre Haft.

Ältere Menschen gezielt mit Liebesbetrug getäuscht

Nach Angaben der US-Staatsanwaltschaft soll Abu Trica, mit bürgerlichem Namen Frederick Kumi, Teil einer internationalen Betrügergruppe gewesen sein. Die Ermittler werfen dem Netzwerk vor, über soziale Netzwerke und Dating-Plattformen gezielt ältere Menschen kontaktiert zu haben. Mithilfe von künstlicher Intelligenz sollen falsche Identitäten erstellt worden sein, um das Vertrauen der Opfer zu gewinnen. Anschließend wurden sie unter anderem mit erfundenen Notfällen, angeblichen Reisekosten oder Investitionsmöglichkeiten dazu gebracht, hohe Geldsummen zu überweisen.

Die Masche erinnert an den bekannten Enkeltrick, allerdings bauten die Täter hier zunächst über Wochen oder Monate eine vermeintliche Liebesbeziehung zu ihren Opfern auf. Laut Behörden entstand dadurch ein Gesamtschaden von mehr als 7 Millionen Euro.

Kumi muss sich nun unter anderem wegen Verschwörung zum Überweisungsbetrug und Geldwäsche verantworten. Er weist sämtliche Vorwürfe zurück. Bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung gilt auch für ihn die Unschuldsvermutung.

Luxusleben rückte den Influencer ins Visier der Ermittler

Vor seiner Festnahme präsentierte sich Abu Trica auf seinen Social-Media-Kanälen regelmäßig mit Luxusautos, teuren Uhren und Designerkleidung. Im Zuge der Ermittlungen soll dieser auffällige Lebensstil das Interesse der Behörden zusätzlich geweckt haben. Schließlich wurde Kumi bei einer gemeinsamen Aktion ghanaischer Behörden und des FBI festgenommen und anschließend an die USA ausgeliefert.

Die Auslieferung sorgt inzwischen auch in Ghana für Diskussionen. Kumis Anwalt wirft den Behörden vor, seinen Mandanten zu früh an die USA überstellt zu haben, noch bevor über eine rechtliche Anfechtung entschieden worden sei. Die ghanaische Generalstaatsanwaltschaft weist diese Vorwürfe zurück und betont, dass die Auslieferung rechtmäßig erfolgt sei.

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Tommy-lee Venghaus

Tommy-Lee ist Medientextübersetzungsstudent und leidenschaftlicher Gamer mit einer besonderen Vorliebe für JRPGs, Anime und Medien....