Mann verklagt Nintendo auf 340.000 Dollar, weil er kein Pokémon-Professor werden darf

Weil er den nicht offiziell anerkannten Akademiker-Titel nicht verliehen bekam, plant ein Amerikaner ihn sich einfach einzuklagen.

Professor Eich Pokemon Company
Mal sehen, wie lange es dauert, bis auch Eich sein Titel aberkannt wird. | © The Pokémon Company

Ein Pokémon-Professor zu werden klingt für viele Fans erstmal wie ein Kindheitstraum. Klar, zuallererst wollten wir alle natürlich Pokémon-Meister werden, aber das Leben von Professoren wie Eich, Lind oder Platan klingt am Ende ja doch noch viel chilliger. Umherreisen, Zeit mit Pokémon verbringen, Starter-Pokémon an neue, ambitionierte Trainer*Innen verteilen, mit Ashs Mutter flir... äh... egal...

Aber auch in der echten Welt bringt der Titel des Pokémon-Professors Vorteile. Vorteile, die so begehrt sind, dass sie in den USA – wo auch sonst? – kürzlich zu einer Klage führten.

Amerikaner will Pokémon Professor werden

Der 34-jährige Kyle Owens verklagt Nintendo und The Pokémon Company, weil er nicht in das offizielle Pokémon-Professor-Programm aufgenommen wurde.

Dabei handelt es sich nicht einfach um einen Spaßtitel, sondern um eine echte Rolle innerhalb des organisierten Pokémon-Play-Programms. Pokémon-Professoren helfen bei offiziellen Events, begleiten Turniere, übernehmen Aufgaben als Schiedsrichter oder Organisatoren und sind damit ein wichtiger Teil der Community rund um das Pokémon Trading Card Game.

Darüber hinaus haben sie Zugang zu einem exklusiven Professoren-Shop, in dem es Artikel zu erstehen gibt, die für Normalsterbliche nicht einfach so erhältlich sind – etwas, was auch Owens für sich beanspruchen wollte.

Bewerbung scheitert an krimineller Vorgeschichte

Deswegen hatte er im Jahr 2024 seine Bewerbung über die offizielle Webseite eingereicht. Den eigentlichen Test soll er zunächst sogar sehr erfolgreich bestanden haben. Problematisch wurde es offenbar erst danach: Im Rahmen eines Background-Checks wurden frühere Vorwürfe und rechtliche Probleme gefunden.

Unter anderem soll es um kleinere Vergehen gegangen sein, darunter eine öffentliche Schlägerei, das unerlaubte Führen einer Waffe und Sachbeschädigung. Außerdem soll ein offener Haftbefehl im Raum stehen, weil Owens in einem Fall nicht vor Gericht erschienen sein soll.

Owens selbst sieht die Entscheidung offenbar als unfair an. Er argumentiert, dass die Vorfälle lange zurückliegen und er auch nie schuldig gesprochen worden sei. Aus seiner Sicht habe die Ablehnung nicht nur persönliche Folgen, sondern auch wirtschaftliche. Denn wer kein offizieller Pokémon-Professor ist, kann bestimmte Pokémon-Events nicht oder nur eingeschränkt veranstalten.

Gerade für lokale Kartenläden oder Community-Organisatoren kann das relevant sein, weil offizielle Turniere Spieler anziehen und dadurch auch Umsatz entstehen kann.

Mann verklagt Nintendo auf 340.000 Dollar

Deshalb fordert Owens nun Schadensersatz in Höhe von 340.000 Dollar. Zusätzlich möchte er offenbar trotzdem noch als Pokémon-Professor zugelassen werden. Seine Klage richtet sich gegen Nintendo und The Pokémon Company. Eine öffentliche Reaktion der beiden Unternehmen gab es bisher allerdings noch nicht.

Der Fall wirkt auf den ersten Blick fast wie eine bizarre Gaming-Schlagzeile: Ein Mann verklagt Nintendo, weil er kein Pokémon-Professor werden darf. Dahinter steckt aber ein größerer Punkt. Offizielle Programme wie das Pokémon Organized Play-System kontrollieren, wer Events ausrichten darf, wer Zugang zu bestimmten Community-Strukturen bekommt und wer offiziell mit der Marke arbeiten darf.

Für Fans ist das ein Ehrenamt oder Hobby. Für Läden und lokale Veranstalter kann es aber auch ein echter wirtschaftlicher Faktor sein.

Ob Owens mit seiner Klage Erfolg hat, bleibt offen. Klar ist aber: Der Fall zeigt, wie ernst selbst scheinbar harmlose Community-Titel werden können, sobald Markenrechte, offizielle Event-Strukturen und mögliche Einnahmen daran hängen – im Zweifelsfall kann er sich ja aber auch noch bei Team Rocket bewerben, da dürfte auch seine Vorgeschichte kein Problem darstellen.

Daniel Fersch

Daniel schreibt über so ziemliches alles, was mit Games, Serien oder Filmen und (leider) auch fragwürdigen Streamern zu tun hat – insbesondere, wenn es dabei um Nintendo, Dragon Ball, Pokémon oder Marvel geht....