Matt Damon. Irgendwo zwischen Jason Bourne und Will Hunting.
Matt Damon feiert heute, am 8. Oktober 2026, seinen 56. Geburtstag. Er war das verletzliche Genie in Good Will Hunting, der gejagte Agent Jason Bourne und der Soldat, für dessen Rettung Steven Spielberg eine ganze Einheit losschickte. Doch seine eigene Geschichte ist mindestens so spannend wie manche seiner Rollen: Sie führt von Harvard nach Hollywood und von der Oscar-Bühne zum Einsatz für sauberes Trinkwasser.
Ein Junge aus Cambridge mit großen Plänen
Geboren wurde Matthew Paige Damon am 8. Oktober 1970 in Cambridge, Massachusetts. Sein Vater arbeitete als Börsenmakler, seine Mutter Nancy Carlsson-Paige war Professorin für Erziehungswissenschaften. Nach der Trennung der Eltern wuchs er mit seinem Bruder vor allem bei seiner Mutter auf. Schon während der Schulzeit begeisterte er sich für die Schauspielerei. Zu seinen engsten Freunden gehörte Ben Affleck – eine Freundschaft, die später beide Karrieren prägen sollte.
1988 begann Damon in Harvard ein Anglistikstudium. Gleichzeitig nahm er Schauspieljobs an. 1993 verließ er die Universität ohne Abschluss, um für Geronimo – Eine Legende nach Hollywood zu gehen. Im Gepäck hatte er allerdings etwas, das sich als wertvoller erweisen sollte als dieser frühe Filmjob: den Anfang eines eigenen Drehbuchs.
Fast so genial wie Will Hunting? Die Wahrheit hinter seinem Harvard-Text
Die Geschichte klingt wie eine Szene aus Good Will Hunting: Ein Student bekommt eine Schreibaufgabe und liefert etwas ab, das später einen Oscar gewinnt. Ganz so unmittelbar ging es nicht, aber der Kern stimmt. Für einen Kurs im dramatischen Schreiben sollte Damon einen Einakter verfassen. Stattdessen schrieb er rund 40 Seiten als ersten Akt eines Films.
Sein Dozent Anthony Kubiak erkannte darin ein Gespür für glaubwürdige Dialoge und menschliche Stimmen. Damon nahm den Entwurf mit nach Los Angeles und entwickelte ihn gemeinsam mit Affleck weiter. Aus der Uni-Aufgabe wurde über mehrere Jahre das Drehbuch zu Good Will Hunting. Nach Damons eigener Erinnerung überlebte eine Szene den Weg vom ursprünglichen Text zum fertigen Film sogar wortwörtlich: Wills erste Begegnung mit dem von Robin Williams gespielten Therapeuten.
Ein mathematisches Genie wie Will Hunting ist Damon deshalb natürlich nicht. Sein Harvard-Text war keine bahnbrechende wissenschaftliche Arbeit, sondern ein kreativer Drehbuchentwurf. Der Vergleich passt trotzdem mit einem Augenzwinkern: Auch Damon hatte ein außergewöhnliches Talent, das jemand erkannte und förderte. 1998 erhielten er und Affleck den Oscar für das beste Originaldrehbuch. Damon war außerdem als bester Hauptdarsteller nominiert.
Vom sensiblen Genie zum kompromisslosen Agenten
Mit Der Regenmacher und Good Will Hunting machte Damon 1997 auf sich aufmerksam. Ein Jahr später folgte Der Soldat James Ryan. Statt sich auf sympathische junge Helden festzulegen, zeigte er in Der talentierte Mr. Ripley, wie verstörend sein freundliches Gesicht wirken kann.
In Ocean’s Eleven wurde er Teil eines Starensembles um George Clooney und Brad Pitt. Mit Die Bourne Identität begann 2002 dann die Rolle, die ihn endgültig zum Actionstar machte. Jason Bourne war schnell, misstrauisch und gefährlich – ein Agent, dessen eigene Identität zum größten Rätsel wurde.
Damons Karriere lebt bis heute von solchen Wechseln. In Departed – Unter Feinden spielte er einen korrupten Polizisten, in Der Marsianer – Rettet Mark Watney einen gestrandeten Astronauten, der mit Wissen und trockenem Humor ums Überleben kämpft. In Oppenheimer verkörperte er den General Leslie Groves. Zwischen großen Produktionen findet er immer wieder Rollen, bei denen weniger die Starwirkung als die Figur zählt.
Politisch engagiert – und bereit, sich einzumischen
Damon hat seine Bekanntheit wiederholt genutzt, um politisch Stellung zu beziehen. Er unterstützte Barack Obama, kritisierte ihn später aber öffentlich, als ihn dessen Politik enttäuschte. Seine Unterstützung bedeutete also keinen Verzicht auf Widerspruch.
Besonders persönlich ist sein Einsatz für Bildung. Bei einer Kundgebung in Washington 2011 verteidigte er Lehrkräfte und wandte sich gegen eine Bildungspolitik, die Lernen auf standardisierte Tests reduziert. Als Sohn einer Bildungswissenschaftlerin kennt er das Thema auch aus seinem Elternhaus. Seine Botschaft: Gute Bildung braucht Lehrkräfte, die Vertrauen und Raum für ihre Arbeit bekommen.
Sauberes Wasser statt bloßer Symbolpolitik
Ein Schwerpunkt seines sozialen Engagements ist der Zugang zu sauberem Wasser und sanitären Einrichtungen. Nach Begegnungen mit Menschen in Sambia gründete Damon 2006 die H2O Africa Foundation. Gemeinsam mit dem Wasserexperten Gary White führte er die Arbeit 2009 in Water.org zusammen.
Dahinter steht ein sehr konkretes Problem: Wer täglich Stunden mit Wasserholen verbringt, hat weniger Zeit für Schule, Arbeit oder Familie. Sauberes Wasser bedeutet deshalb weit mehr als einen gefüllten Becher. Es kann Kindern Bildung ermöglichen und Menschen neue wirtschaftliche Chancen eröffnen. Damon beteiligt sich laut Water.org auch an der Strategie und an Gesprächen mit internationalen Institutionen.
Familie, Freundschaft und ein eigener Platz hinter der Kamera
Seit 2005 ist Damon mit der gebürtigen Argentinierin Luciana verheiratet. Zur Familie gehören ihre drei gemeinsamen Töchter und Lucianas Tochter aus einer früheren Beziehung. Die langjährige Freundschaft mit Affleck ist ebenfalls geblieben: 2022 gründeten die beiden gemeinsam mit Gerry Cardinale die Produktionsfirma Artists Equity. Zu deren Filmen gehört Air – Der große Wurf, in dem Damon den Nike-Mitarbeiter Sonny Vaccaro spielt.
Mit 56 ist Matt Damon längst mehr als das junge Talent aus Good Will Hunting. Er gestaltet Filme als Schauspieler, Autor und Produzent mit und setzt seine öffentliche Stimme für Themen ein, die ihn seit Jahren beschäftigen. Dass all das einmal mit einer Schreibaufgabe begann, bleibt eine seiner besten Geschichten: Aus rund 40 Seiten wurde eine Chance – und Damon machte etwas daraus.
