Millionenschwere Investoren fallen auf falschen "Dubai Prinz" herein

Ein Betrugsfall, an dem sogar ein Beamter beteiligt war...

Fake Dubai Prinzen
Wenn ihr diesen beiden Geld gegeben hättet, wäre es jetzt weg... | © CNN

Es klingt wie der Plot einer Netflix-Doku: Zwei Brüder aus Ohio inszenieren sich als Mitglieder einer reichen arabischen Elite, geben sich als international vernetzte Geschäftsleute aus und überzeugen Menschen davon, ihnen Millionen anzuvertrauen. Doch hinter der glänzenden Fassade aus Luxusautos, Privatjets, teuren Hotels und angeblichen Royal-Verbindungen steckte laut US-Justiz ein groß angelegter Betrug.

Die Fake-Prinzen aus Dubai

Im Zentrum des Falls stehen die Brüder Zubair Al Zubair und Muzzammil Al Zubair. Über mehrere Jahre sollen sie sich eine künstliche High-Society-Identität aufgebaut haben. Zubair stellte sich demnach als extrem wohlhabender Mann mit Verbindungen in den Nahen Osten dar.

Unter anderem behauptete er, mit einer Prinzessin aus den Vereinigten Arabischen Emiraten verheiratet zu sein. Sein Bruder Muzzammil trat als erfolgreicher Hedgefonds-Manager auf. In Wirklichkeit soll sein Finanzwissen laut Ermittlern jedoch vor allem aus YouTube-Videos gestammt haben.

Mit dieser Inszenierung gewannen die Brüder das Vertrauen ihrer Opfer: Ihre Social-Media-Präsenzen platzten regelrecht vor Luxus und Reichtum. Sie präsentierten sich als Männer mit Zugang zu exklusiven Deals, internationalen Investitionen und großem Vermögen. Wer mit ihnen zusammenarbeite, so die Botschaft, könne Teil einer außergewöhnlichen finanziellen Chance werden. Genau dieses Bild nutzten sie offenbar aus.

Zwischen 2020 und 2023 sollen sie verschiedene Betrugsmaschen betrieben haben. Dazu gehörten Investment-Angebote, Krypto-Mining-Projekte, Immobiliengeschäfte und auch betrügerische Anträge auf COVID-Hilfskredite. Die Opfer glaubten, ihr Geld werde in seriöse Projekte investiert. Stattdessen floss ein großer Teil der Millionen offenbar direkt in den Luxus-Lifestyle der Brüder.

Der staatlich beglaubigte Luxus-Schwindel

Und dieser Lifestyle war spektakulär. Die Ermittler beschrieben Ausgaben für Luxusautos wie Rolls-Royce, Lamborghini, Porsche, Mercedes und Range Rover. Dazu kamen teure Uhren, Schmuck, Privatjet-Reisen, Aufenthalte in High-End-Hotels und ein Arsenal von mehr als 80 Waffen. Unter den sichergestellten Gegenständen befand sich sogar ein goldplattiertes AK-47-ähnliches Gewehr.

Nicht nur sie selbst waren an diesem großen Schwindel beteiligt. Denn durch einen Mittelsmann sollen sie sich zudem eine Art offizielle Legitimität verschafft haben. Michael Smedley, ein damaliger Beamter der Stadt East Cleveland, half ihnen dabei.

Smedley war Chief of Staff der Stadt und soll den Brüdern unter anderem offizielle Schreiben, Visitenkarten und Dokumente ermöglicht haben. Zubair wurde sogar als eine Art „International Economic Advisor“ der Stadt dargestellt. Für Außenstehende wirkte das wie ein Beweis: Diese Männer mussten wichtig sein.

Laut Justiz erhielt Smedley im Gegenzug Vorteile wie Luxus-Dinner, Tickets für Sportevents, Zigarren, Wagyu-Beef und Geld. Damit bekam der Scam eine zusätzliche Ebene: Es ging nicht nur um private Täuschung, sondern auch um den Missbrauch öffentlicher Strukturen, um eine falsche Identität glaubwürdiger erscheinen zu lassen.

Die vermasselte Millionen-Chance

Doch ausgerechnet an dem Punkt, an dem die Brüder die Chance gehabt hätten, mit ihrem Schwindel – mehr oder weniger – ehrliches Geld zu machen, vermasselten sie das Ganze. Als sich ein millionenschwerer Investor aus China mit ihnen darauf einigte, ihnen die entsprechende Hardware für einen Bitcoin-Miningfarm zur Verfügung zu stellen und die beiden nichts weiter hätten machen müssen, als ein Lagerhaus anzumieten, die Rechner aufzustellen und damit Bitcoin zu verdienen, entschieden sie, die Geräte lieber zu verkaufen.

Als diverse Investoren und Financiers dann zeitgleich Ihr Geld einforderten, aber nicht genug da war, flog das Konstrukt als Lug und Trug auf.

Fast 20 Millionen Strafe

Im Januar 2026 wurden die Brüder nach einem mehr als zweiwöchigen Prozess schuldig gesprochen. Am 5. Mai 2026 folgten die Haftstrafen: Zubair Al Zubair wurde zu 24 Jahren Gefängnis verurteilt, sein Bruder Muzzammil zu 23 Jahren.

Michael Smedley erhielt etwas mehr als acht Jahre Haft. Zusätzlich müssen die Brüder rund 19,2 Millionen US-Dollar an ihre Opfer zurückzahlen.

Der Fall zeigt nicht nur, wie wirkungsvoll eine perfekt inszenierte Fassade sein kann, sondern auch, wie die Gier blind dafür machen kann, wenn aus dem Schwindel etwas halbwegs ehrliches heraus entstehen könnte. Die Brüder verkauften nicht nur Investments, sondern eine Geschichte: Reichtum, Nähe zu Royals, internationale Kontakte, politische Verbindungen und exklusiver Zugang zu Deals. Genau diese Mischung machte den Betrug für viele glaubwürdig.

Hätten sie zu dem Zeitpunkt, als eine Bitcoinfarm aufgestellt werden sollte, richtig gehandelt, hätten sie damit das Geld verdienen können, das all ihre Geldgeber vorerst zufriedengestellt hätte – doch für ein paar zusätzliche Dollar opferten sie am Ende alles.

Daniel Fersch

Daniel schreibt über so ziemliches alles, was mit Games, Serien oder Filmen und (leider) auch fragwürdigen Streamern zu tun hat – insbesondere, wenn es dabei um Nintendo, Dragon Ball, Pokémon oder Marvel geht....