Nach 900-Millionen-Dollar-Klage in Großbritannien: New York verklagt Valve wegen angeblichen Lootbox-Glücksspiels

Valve wird von einer weiteren Klage getroffen.

Steam New York lawsuit
Der Counter-Strike-Skinmarkt auf Steam bewegt Millionenbeträge im digitalen Handel. | © Valve

Der Druck auf Valve wächst weiter. Nach einer 900-Millionen-Dollar-Klage in Großbritannien nehmen nun auch die Behörden im Bundesstaat New York das Unternehmen ins Visier und werfen ihm vor, mit seinem Lootbox-System illegales Glücksspiel zu fördern.

New York sieht in Counter-Strike-Lootboxen einen klaren Gesetzesverstoß

Wenn man an Counter-Strike denkt, denkt man vielleicht auch an OhnePixel, der vor seinem Bildschirm sitzt, eine Lootbox öffnet und voller Inbrunst „Gold, Gold, Gold!“ schreit.

Doch wenn es nach dem Bundesstaat New York geht, könnte damit bald Schluss sein. Der Staat sieht in Lootboxen und dem Skin-Handel in Counter-Strike sowie auf dem Steam-Marketplace ein erhebliches Problem. Deshalb zieht New York nun gegen Valve vor Gericht. Generalstaatsanwältin Letitia James schrieb dazu auf X:

„Valve, ein Videospielentwickler, hat Milliarden von Dollar verdient, indem es Kindern und Erwachsenen ermöglicht hat, illegal um die Chance auf wertvolle virtuelle Preise zu spielen. Diese Funktionen sind süchtig machend und schädlich. Deshalb klage ich, um Valves rechtswidriges Verhalten zu stoppen und die Menschen in New York zu schützen.“

Sie fügte hinzu, dass sie Valve dauerhaft daran hindern will, jegliche Form von Glücksspiel in seinen Spielen zu bewerben. Zudem fordert die Klage eine Entschädigung für betroffene Spieler in New York, was sich auf einen Betrag in Höhe von mehreren zehn Millionen Dollar belaufen könnte. Der Fall stützt sich auf die Glücksspielgesetze des Bundesstaates New York, die die meisten Formen des Glücksspiels verbieten, sofern sie nicht ausdrücklich staatlich genehmigt sind. Eine entsprechende Genehmigung besitzt Valve nicht. Welche Konsequenzen diese Klage letztlich haben wird, bleibt abzuwarten.

Nach der Klage in Großbritannien sorgt auch dieses neue juristische Vorgehen bei vielen Spielern für Irritationen. Zwar wird ein härteres Durchgreifen gegen Lootboxen und Glücksspielmechaniken im Allgemeinen von vielen als sinnvoll angesehen, dennoch fragen sich einige, warum ausgerechnet Steam ins Visier genommen wird. Sicher, Steam betreibt mit den Lootboxen in Counter-Strike wohl einen der größten Märkte für In-Game-Mikrotransaktionen, doch Glücksspielmechaniken in Videospielen sind keineswegs ein reines Valve-Problem. Titel wie Genshin Impact, NBA 2K und vor allem EA FC setzen ebenfalls auf vergleichbare Systeme, warum also werden diese Unternehmen nicht ebenfalls vor Gericht gebracht?

Vielleicht haben all die Case-Openings und das laute „Gold“ aus voller Kehle der Sache optisch nicht unbedingt geholfen.

Luis Scharringhausen

Videospiele sind meine Leidenschaft, besonders Elden Ring. Nebenbei studiere ich Journalismus und schaue gerne Serien....