Der Streamer Mounim Sabhi wurde wegen mutmaßlicher Gewalt schutzbedürftiger Menschen festgenommen
Mounim Sabhi, der das Social-Media-Projekt „La Team du Château“ betreibt, wurde am 21. September im Rahmen einer Untersuchung in Polizeigewahrsam genommen. Im Mittelpunkt stehen mutmaßliche Vorfälle in seiner Villa nahe Blois, Frankreich. Dort wurden Livestreams mit Menschen gedreht, die zuvor von Obdachlosigkeit und prekären Lebensumständen betroffen waren.
Die Ermittlungen laufen bereits seit April 2026. Die Behörden untersuchen zahlreiche mutmaßliche Vorfälle mit Menschen, die als besonders schutzbedürftig galten oder in schwierigen sozialen Verhältnissen lebten.
Mutmaßliche Gewalt wurde online gezeigt
Sabhi veröffentlichte seine Inhalte unter anderem auf TikTok, Kick und Twitch. Die Videos sollen teilweise Hunderttausende Aufrufe erreicht haben. Berichten zufolge hielten sich bis zu 25 Menschen in der Villa auf, wo ihr Alltag für eine Art Reality-Show gefilmt wurde.
Eine Recherche von Le Parisien wertete Aufnahmen aus, auf denen Bewohner angeblich gedemütigt oder gefährlichen Situationen ausgesetzt wurden. In einem Fall soll ein Mann in den Würgegriff genommen worden sein. Andere Aufnahmen sollen einen Bewohner zeigen, der dazu gebracht wurde, extrem scharfes Essen zu essen, sowie eine Person, die in einen Swimmingpool gestoßen wurde.
Auch ehemalige Bewohner erhoben weitere Vorwürfe zu den Zuständen in der Villa. Sabhi bestreitet, gewalttätig gewesen zu sein. Mindestens eine der in den Videos auftretenden Personen widersprach zudem der Darstellung, körperlich misshandelt worden zu sein.
Sechs mögliche Straftaten werden untersucht
Die französischen Ermittler prüfen insgesamt sechs mögliche Straftaten. Dazu gehören Gewalt gegen eine schutzbedürftige Person, die Verbreitung von Aufnahmen eines vorsätzlichen Angriffs auf die körperliche Unversehrtheit sowie die öffentliche Anstiftung zu Hass oder Gewalt aufgrund von Behinderung oder Geschlecht.
Außerdem wird untersucht, ob schutzbedürftige Menschen durch Druck oder durch Methoden ausgenutzt wurden, die ihre Urteilsfähigkeit beeinträchtigen könnten. Darauf können in Frankreich bis zu fünf Jahre Haft und eine Geldstrafe von bis zu 750.000 Euro stehen.
Die Polizei soll die Villa durchsucht und Kameras sowie rund 3.400 Euro Bargeld beschlagnahmt haben. Die Festnahme ist Teil der laufenden Ermittlungen und bedeutet nicht, dass Sabhi einer Straftat schuldig gesprochen wurde.
Der Fall erinnert in Frankreich zudem an den Skandal um Jean Pormanove, bei dem schutzbedürftige Menschen wiederholt während Livestreams Gewalt und Demütigungen ausgesetzt worden sein sollen. Zwei mit dem Fall verbundene Streamer erhielten im August 2026 Bewährungsstrafen.
Für Mounim Sabhi gilt weiterhin die Unschuldsvermutung. Was haltet ihr davon? Schreibt es in die Kommentare!
