Badmómzjay meldet sich nach einer zwei Jahre langen Pause endlich zurück. Sie spricht offen über ihre traumatischen Erfahrungen, die sie in dieser Zeit gemacht hat – Gewalt, Stalking und ein Schwangerschaftsabbruch in einer toxischen Beziehung.
Die 23-Jährige Rapperin Badmómzjay, die mit bürgerlichem Namen Jordan Napieray heißt, meldet sich nach einer langen Pause zurück. Zwei Jahre ist es her, dass Jordan das letzte Mal Musik veröffentlicht hat. In ihrem neuen Album “Haus am Meer”, das im September erscheinen wird, thematisiert sie die Erfahrungen, die ihre Inaktivität begründen. Eine missbräuchliche Beziehung, Stalking und ein Schwangerschaftsabbruch – Jordans letzte Jahre waren sehr hart.
“Ich bring uns jetzt um. Du kannst dich jetzt von allen verabschieden.”
In einem Interview mit der ARD Talkshow “deep und deutlich” berichtet Jordan von einer sehr gewaltvollen Beziehung. Ihr ehemaliger Partner habe sie psychisch und physisch missbraucht. Er sei sehr kontrollsüchtig gewesen, habe sie angeschrien und herumgeschubst. An einem Punkt dachte sie sogar, sie würde ihr Leben verlieren. Er habe ihr gedroht mit den Worten: “Ich bring uns jetzt um. Du kannst dich jetzt von allen verabschieden.”
Doch auch nach dem Ende der Beziehung ließ er sie nicht in Ruhe. Die junge Künstlerin gibt an, er habe sie monatelang gestalkt. Er sei immer wieder vorbeigekommen, habe gegen die Tür getreten und sie angerufen. Oft musste sie sogar die Polizei alarmieren. Bis heute bekomme sie noch Drohungen.
Nach der Trennung zeigte Jordan ihren Ex-Partner an. Zum jetzigen Zeitpunkt ist das Verfahren noch offen.
“Ich kann nicht deine Mama sein, nur weil ich mir immer wieder den falschen Menschen aussuche.”
Aus dieser toxischen Beziehung ging eine Schwangerschaft hervor. Jordan erzählt, dass sie zuerst nichts gemerkt habe. Als ihre Periode ausblieb, habe sie dies zuerst auf den Stress geschoben. Dann zeigte ein Schwangerschaftstest jedoch ein positives Ergebnis, welches sie augenblicklich zum Weinen brachte, denn ihr wurde klar: “Ich kann das nicht.”
In einem Telefonat zeigte ihr damaliger Partner sich zuerst unterstützend, als sie sie jedoch auf eine mögliche Abtreibung einging habe er gesagt: “Du bist eine Mörderin, denn das Kind ist von Gott.”
Von Freunden und Familie erhielt Jordan Unterstützung. Sie bestärkten sie darin, ihre eigene Entscheidung zu treffen. Ihr war klar, dass ihr Kind in einem übergriffigen Umfeld aufwachsen würde. Sie wollte nicht, dass ihr Kind in eine solche Beziehung hineingeboren wird.
Trotzdem sei es keine leichte Entscheidung gewesen, denn eigentlich ist Jordans Kinderwunsch sehr groß. Die Musikern meint, eigentlich sei sie “geboren dazu, eine Mama zu sein.”
Jordan gibt an sich aufgrund der Abtreibung wie eine Versagerin gefühlt zu haben. In der Talkshow bricht sie bei den Worten: “Ich kann nicht deine Mama sein, nur weil ich mir immer wieder den falschen Menschen aussuche” fast in Tränen aus.
Auch der Schwangerschaftsabbruch an sich war sehr schwer für sie, denn sie hatte tagelang schlimme Schmerzen. Kurz nach der Einnahme der Tabletten, die den Abbruch herbeiführen, sei sie auf der Toilette in Ohnmacht gefallen und habe sich dadurch zusätzlich das Gesicht auf den Fließen aufgeschlagen.
“Das ist wie ein Alkoholiker, der sagt, ich trinke so lange Vodka bis ich ihn hasse. Das wird nicht passieren.”
Trotz all ihrer traumatischen Erfahrungen fand Jordan jedoch wieder ihren Weg ins Leben zurück. Sie hat eine lange Therapie gemacht und dadurch gelernt, von ihrem damaligen Partner loszulassen. Besonders ein Gespräch mit ihrer Therapeutin sei der Rapperin besonders im Gedächtnis geblieben. Sie habe früher immer ein “Ich bleibe so lange, bis ich ihn hasse und dann gehe ich”-Mindset in einer Beziehung gehabt. Diese Denkweise beendete jedoch ihre Therapeutin, indem sie sagte: “Das ist wie ein Alkoholiker, der sagt, ich trinke so lange Vodka, bis ich ihn hasse. Das wird nicht passieren.”
Jordans Situation zeigt wie vielschichtig die Gründe für einen Schwangerschaftsabbruch sein können und genau deswegen ist es wichtig Abtreibungen zu destigmatisieren. In dem sie so offen über ihre Erfahrungen spricht, möchte sie Personen stärken, denen Ähnliches passiert ist und sie dazu ermutigen zu reden. Jungen Frauen in ähnlichen Situationen hinsichtlich der Schwangerschaft rät sie, nach ihrem Bauchgefühl zu gehen und ihre eigene Entscheidung zu treffen.
Wenn du dich derzeit in einer ähnlichen Situation befindest und Gewalt erfährst, dann wende dich an das deutsche Hilfetelefon “Gewalt gegen Frauen” unter der Nummer 116 016. Solltest du Fragen zu einem möglichen Schwangerschaftsabbruch haben, kannst du das Hilfetelefon “Schwangere in Not” unter der Nummer 0800 40 40 020 erreichen.
