Robert De Niro wird 83: Warum er "Bobby Milk" genannt wurde und jemandem bezahlte, seine Zähne zu runieren

Einst wurde er ausgelacht, weil er anders aussah. Doch aus der Verwandlung machte DeNiro eine ganze Karriere.

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Den Namen "Bobby Milk" musst De Niro sich sicherlich schon lange nicht mehr anhören. | © Netflix

Robert De Niro feiert heute, am 17. August 2026, seinen 83. Geburtstag. Mit Taxi Driver, Wie ein wilder Stier, GoodFellas – Drei Jahrzehnte in der Mafia und Casino wurde er zu einem der prägendsten Schauspieler seiner Generation. Zweimal gewann er den Oscar, neun Filme drehte er allein mit Martin Scorsese. Dabei begann seine Geschichte als schüchterner Junge in New York, den andere Kinder wegen seiner blassen Haut „Bobby Milk“ nannten. Später trieb De Niro seine Vorbereitung auf Rollen ins Extrem: Er fuhr tatsächlich Taxi, lernte boxen, nahm für einen Film massiv zu – und zahlte für Kap der Angst sogar 5.000 Dollar dafür, seine gesunden Zähne abschleifen zu lassen.

Wenn heute von Method Acting gesprochen wird, dauert es meistens nicht lange, bis der Name Robert De Niro fällt. Monatelanges Training. Extreme körperliche Veränderungen. Das Leben seiner Figuren ausprobieren, bevor die Kamera überhaupt läuft.

De Niro machte diese Form der Vorbereitung zwar nicht erfunden. Aber nur wenige Schauspieler verbanden sie über Jahrzehnte so konsequent mit einer derart erfolgreichen Karriere.

Dass ausgerechnet dieser Mann einmal für seine intensive Präsenz berühmt werden würde, war während seiner Kindheit allerdings kaum absehbar.

Robert De Niro wächst mitten in der New Yorker Kunstszene auf

Robert Anthony De Niro Jr. wurde am 17. August 1943 in New York City geboren. Kunst gehörte von Anfang an zu seinem Leben.

Sein Vater Robert De Niro Sr. war Maler, Bildhauer und Dichter. Seine Mutter Virginia Admiral arbeitete ebenfalls als Malerin und gehörte zur New Yorker Kunstszene.

Die Eltern trennten sich, als Robert noch sehr jung war. De Niro wuchs hauptsächlich bei seiner Mutter in Greenwich Village und im angrenzenden Little Italy auf, hatte aber weiterhin Kontakt zu seinem Vater, der in der Nähe lebte. :contentReference[oaicite:3]{index=3}

De Niro war damals weit entfernt von den selbstbewussten Gangstern, Boxern und Psychopathen, die er später spielen sollte.

Er galt als ausgesprochen schüchtern. Und er hatte einen Spitznamen, der heute kaum zu einem Hollywoodstar passen würde.

Als Kind hieß Robert De Niro "Bobby Milk"

Die Jugendlichen aus seiner Nachbarschaft nannten ihn "Bobby Milk".

Bobby war die übliche Kurzform von Robert. Milk kam von seiner auffällig hellen Haut.

De Niro war blass, dünn und zurückhaltend. Eine zeitgenössische biografische Beschreibung fasste den Ursprung des Spitznamens ziemlich direkt zusammen: Er sei „pale and strange as milk“ gewesen.

Seine eigene offizielle Biografie beschreibt ihn ebenfalls als kleinen, schüchternen Jungen, dessen schmächtiges Aussehen ihm den Namen Bobby Milk einbrachte.

Gleichzeitig begann De Niro, sich mit Jugendlichen aus den Straßen von Little Italy anzufreunden. Er bewegte sich zeitweise im Umfeld einer kleinen Straßengang. Es war allerdings weit entfernt von jener Mafiawelt, die später einen Großteil seiner Filmografie prägen sollte. De Niro galt eher als stiller Beobachter des Milieus.

Vielleicht war genau das später hilfreich.

Er kannte schon als Jugendlicher die Sprache, Körpersprache und Typen, die Jahrzehnte später in seinen Gangsterfilmen auftauchen würden.

Mit zehn steht er zum ersten Mal auf einer Bühne

Seine erste Rolle bekam De Niro bereits im Alter von zehn Jahren. In einer Schulproduktion von Der Zauberer von Oz spielte er den feigen Löwen. Für einen schüchternen Jungen war die Bühne offenbar eine Entdeckung. De Niro erklärte später, dass er dort Dinge ausdrücken konnte, die ihm im normalen Leben wesentlich schwerer fielen.

Mit 16 Jahren verließ er schließlich die Schule. Statt einen klassischen Abschluss zu machen, entschied er sich für Schauspielunterricht. Er studierte unter anderem bei Stella Adler und Lee Strasberg – zwei Namen, die untrennbar mit dem amerikanischen Method Acting verbunden sind.

Von nun an wollte Bobby Milk Schauspieler werden.

Die ersten Jahre bestehen aus kleinen Rollen und sehr wenig Ruhm

Der Erfolg kam allerdings nicht sofort. De Niro spielte Theater, arbeitete Off-Broadway und übernahm kleinere Filmrollen.

Zu seinen frühen Regisseuren gehörte Brian De Palma, für den er unter anderem in Greetings – Grüße und Hi, Mom! vor der Kamera stand. 1973 folgte ein entscheidendes Jahr.

Mit Das letzte Spiel machte De Niro erstmals größere Kritiker auf sich aufmerksam. Und dann traf er Martin Scorsese.

Hexenkessel beginnt eine der wichtigsten Partnerschaften der Filmgeschichte

1973 spielte Robert De Niro in Martin Scorseses Hexenkessel Johnny Boy. Die Figur ist explosiv, unzuverlässig und ständig kurz davor, die nächste Katastrophe auszulösen.

Für De Niro und Scorsese wurde der Film zum Beginn einer Zusammenarbeit, die inzwischen mehr als fünf Jahrzehnte überspannt.

Es folgten einige der bekanntesten Filme beider Karrieren. Taxi Driver. New York, New York. Wie ein wilder Stier. The King of Comedy. GoodFellas – Drei Jahrzehnte in der Mafia. Kap der Angst. Casino. The Irishman.

Und 2023 schließlich Killers of the Flower Moon.

Kaum eine Verbindung zwischen Regisseur und Schauspieler hat das amerikanische Kino ähnlich stark geprägt.

Doch seinen ersten Oscar gewinnt De Niro ohne Scorsese

1974 bekam De Niro eine Rolle, die ihn endgültig in die erste Liga Hollywoods brachte. Francis Ford Coppola besetzte ihn als jungen Vito Corleone in Der Pate – Teil II. Marlon Brando hatte Vito im ersten Film gespielt.

De Niro musste nun zeigen, wie aus dem jungen sizilianischen Einwanderer jener mächtige Mafia-Pate werden konnte. Ein großer Teil seiner Dialoge war dabei auf Sizilianisch.

De Niro gewann für die Rolle 1975 den Oscar als Bester Nebendarsteller. Er war gerade 31 Jahre alt. Der Mann, der wenige Jahre zuvor noch kleine Theaterrollen gespielt hatte, war plötzlich Oscar-Gewinner.

Für Taxi Driver wird Robert De Niro wirklich Taxifahrer

Dann kam Travis Bickle.

Für Martin Scorseses Taxi Driver spielte De Niro 1976 einen traumatisierten Vietnamveteranen, der nachts mit seinem Taxi durch ein heruntergekommenes New York fährt und sich immer stärker in Gewaltfantasien verliert.

De Niro wollte nicht einfach so tun, als würde er Taxi fahren.

Er besorgte sich tatsächlich eine New Yorker Taxilizenz.

Während der Vorbereitung fuhr er echte Schichten durch die Stadt und nahm reale Fahrgäste mit. Seine damalige Taxilizenz existiert bis heute als Beleg dieser ungewöhnlichen Rollenvorbereitung.

Das Besondere daran: De Niro hatte zu diesem Zeitpunkt bereits einen Oscar gewonnen.

Es konnte also passieren, dass ein New Yorker in ein Taxi stieg und plötzlich von einem frisch ausgezeichneten Hollywoodschauspieler durch Manhattan gefahren wurde.

„You talkin' to me?“ entsteht vor dem Spiegel

Aus Taxi Driver stammt außerdem eine der bekanntesten Szenen seiner gesamten Karriere.

Travis Bickle steht allein vor einem Spiegel und provoziert einen imaginären Gegner.

You talkin' to me?

Der Satz war nicht in dieser Form vollständig im Drehbuch festgelegt.

De Niro improvisierte große Teile der Szene und machte aus einem einfachen Moment eine der meistzitierten Sequenzen der Filmgeschichte.

Taxi Driver gewann 1976 die Goldene Palme bei den Filmfestspielen von Cannes. Fast 50 Jahre später sollte genau dieses Festival De Niro noch einmal besonders ehren.

Für Wie ein wilder Stier verwandelt er seinen gesamten Körper

1980 erreichte De Niros obsessive Vorbereitung eine neue Stufe. In Wie ein wilder Stier spielte er Boxer Jake LaMotta. Für die Szenen des jungen LaMotta trainierte De Niro intensiv und lernte tatsächlich zu boxen.

Doch der Film erzählt auch vom späteren, deutlich übergewichtigen LaMotta.

Statt diesen Körper ausschließlich mit Kostüm und Make-up zu erzeugen, nahm De Niro selbst massiv zu.

Nach den Boxszenen wurde die Produktion unterbrochen. De Niro reiste unter anderem durch Europa und aß gezielt, um für den älteren LaMotta erheblich an Gewicht zuzulegen.

Die Transformation wurde zu einem der berühmtesten Beispiele für körperliche Rollenarbeit in Hollywood. Und sie brachte ihm seinen zweiten Oscar.

1981 gewann Robert De Niro als Jake LaMotta den Oscar als Bester Hauptdarsteller.

GoodFellas – Drei Jahrzehnte in der Mafia wird zum Gangsterklassiker

1990 erschien GoodFellas – Drei Jahrzehnte in der Mafia. De Niro spielte Jimmy Conway an der Seite von Ray Liotta und Joe Pesci. Scorsese zeigte die Mafia darin nicht als glamouröse Parallelwelt, sondern als Mischung aus Freundschaft, Geld, Gewalt, Paranoia und Verrat.

De Niro musste gar nicht permanent schreien oder zuschlagen. Oft reicht in seinen Szenen ein Blick. Genau diese kontrollierte Bedrohlichkeit war inzwischen zu einer seiner größten Stärken geworden.

Ein Jahr später trieb er diese Seite seiner Schauspielerei allerdings auf ein extremes Niveau.

Für Kap der Angst lässt De Niro seine Zähne abschleifen

1991 spielte De Niro in Martin Scorseses Kap der Angst den verurteilten Sexualstraftäter Max Cady.

Cady kommt nach Jahren aus dem Gefängnis und beginnt, den Anwalt Sam Bowden und dessen Familie systematisch zu terrorisieren. De Niro wollte, dass die Figur bereits äußerlich unangenehm und bedrohlich wirkte.

Er trainierte seinen Körper. Er ließ sich tätowieren beziehungsweise für den Film großflächig mit Tattoos gestalten. Und offenbar waren ihm seine eigenen Zähne zu gepflegt.

De Niro ging zu einem Zahnarzt und zahlte rund 5.000 Dollar, damit dieser seine Zähne abschliff.

Sie sollten unregelmäßiger, beschädigter und bedrohlicher aussehen. Keine herausnehmbare Filmprothese. Keine digitalen Effekte. Seine tatsächlichen Zähne wurden verändert. :contentReference[oaicite:11]{index=11}

Nach Abschluss der Dreharbeiten kam der zweite Teil der Rechnung.

De Niro soll rund 20.000 Dollar dafür bezahlt haben, die Zähne wieder restaurieren zu lassen.

Damit kostete es ihn viermal so viel, den Schaden rückgängig zu machen, wie ihn ursprünglich herstellen zu lassen. Method Acting in einer Form, bei der selbst der Zahnarzt mitverdient.

Die Vorbereitung zahlt sich aus

Max Cady wurde zu einer der unangenehmsten Figuren seiner Karriere.

De Niro wirkt in Kap der Angst körperlich übermächtig, intelligent und gleichzeitig vollkommen unberechenbar.

Die Academy nominierte ihn für die Rolle erneut als Besten Hauptdarsteller.

Der Film zeigte ziemlich perfekt, warum De Niros extreme Vorbereitungen nicht bloß PR-Geschichten waren. Er wollte nicht, dass Zuschauer Robert De Niro mit schlechten Zähnen sahen.

Er wollte, dass sie Max Cady sahen.

Dann entdeckt Hollywood De Niro plötzlich als Komiker

Ende der 1990er-Jahre begann eine zweite Karriere innerhalb seiner Karriere.

Hollywood erkannte, dass Robert De Niros bedrohliches Gangsterimage selbst eine perfekte Pointe sein konnte. In Reine Nervensache spielte er 1999 einen Mafiaboss, der unter Panikattacken leidet und deshalb einen Therapeuten aufsucht. Ein Jahr später folgte Meine Braut, ihr Vater und ich.

De Niro spielte Jack Byrnes, den ehemaligen CIA-Mitarbeiter und Schwiegervater, der Ben Stillers Greg Focker einer beinahe militärischen Prüfung unterzieht.

Die Figur funktionierte gerade deshalb so gut, weil Zuschauer jahrzehntelang gelernt hatten, De Niros Blick ernst zu nehmen. Nun reichte derselbe Blick, um eine Komödie zu tragen.

Aus dem gefährlichen Gangster wird plötzlich der strenge Schwiegervater

Meine Braut, ihr Vater und ich wurde ein großer Erfolg. Es folgten Meine Frau, ihre Schwiegereltern und ich sowie Meine Frau, unsere Kinder und ich. De Niro erreichte damit ein Publikum, das einige seiner düsteren Scorsese-Klassiker vielleicht nie gesehen hatte.

Für eine neue Generation war er nicht zuerst Travis Bickle oder Jake LaMotta. Er war der Mann mit dem Lügendetektor, der seinem zukünftigen Schwiegersohn misstraut.

Nach dem 11. September hilft De Niro beim Aufbau des Tribeca Film Festivals

De Niros Verbindung zu New York ging allerdings weit über seine Filmrollen hinaus. Nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 gründete er gemeinsam mit Jane Rosenthal und Craig Hatkoff das Tribeca Film Festival. Das Ziel war nicht nur Filmkultur.

Das Festival sollte dazu beitragen, Menschen und wirtschaftliche Aktivität wieder nach Lower Manhattan zu bringen. Tribeca entwickelte sich anschließend zu einem der bekanntesten Filmfestivals der USA.

Dass De Niro dafür ausgerechnet Film nutzte, um seiner Heimatstadt zu helfen, passt zu einer Karriere, die immer eng mit New York verbunden blieb.

De Niro wird auch Regisseur

1993 hatte er bereits mit In den Straßen der Bronx sein Regiedebüt gegeben. De Niro selbst spielte darin den Busfahrer Lorenzo, dessen Sohn zunehmend von einem lokalen Mafioso fasziniert ist.

Der Film wirkt beinahe wie eine alternative Version seiner eigenen Jugend. Auch De Niro war ein Junge gewesen, der zwischen normalen Familienstrukturen und der Straßenwelt von Little Italy aufwuchs. 2006 führte er mit Der gute Hirte erneut Regie.

Matt Damon spielte darin einen der frühen Mitarbeiter der CIA, De Niro selbst übernahm eine Nebenrolle.

Mit The Irishman kehren De Niro, Scorsese und Pesci noch einmal zur Mafia zurück

2019 kam eine Konstellation zurück, die beinahe aus einer anderen Kinoepoche stammte. Martin Scorsese. Robert De Niro. Joe Pesci. Dazu Al Pacino.

In The Irishman spielte De Niro Frank Sheeran, einen Gewerkschaftsfunktionär und Auftragsmörder, dessen Leben über mehrere Jahrzehnte erzählt wird.

Der Film war weniger eine triumphale Rückkehr zum klassischen Gangsterfilm als eine düstere Abrechnung mit ihm.

Die Männer werden alt. Ihre Freunde verschwinden. Ihre Familien entfernen sich. Und irgendwann bleibt von der Macht nur noch Erinnerung übrig.

Für einen Schauspieler, der das Genre selbst jahrzehntelang geprägt hatte, war das eine ungewöhnlich passende späte Rolle.

Cannes ehrt ihn 2025 für sein Lebenswerk

Im Mai 2025 kehrte De Niro nach Cannes zurück. Fast fünf Jahrzehnte zuvor hatte dort Taxi Driver die Goldene Palme gewonnen. Nun erhielt De Niro selbst bei der Eröffnung des Festivals die Ehrenpalme für sein Lebenswerk. Leonardo DiCaprio überreichte ihm die Auszeichnung.

Das Festival bezeichnete De Niro bei der Ankündigung nicht einfach als erfolgreichen Schauspieler, sondern als eines jener Gesichter, die stellvertretend für das Kino selbst stehen könnten.

Eine bemerkenswerte Entwicklung für einen Mann, der als Bobby Milk durch Little Italy lief.

Auch mit 83 ist seine Karriere noch nicht vorbei

De Niro denkt auch 2026 offenbar nicht ernsthaft über Ruhestand nach. Am 28. August soll bei Netflix der Thriller The Whisper Man erscheinen.

Adam Scott spielt darin einen verwitweten Schriftsteller, dessen Sohn entführt wird. Um ihn zu finden, wendet er sich an seinen entfremdeten Vater – einen pensionierten Ermittler, gespielt von De Niro. Der Fall scheint mit einer Jahrzehnte zurückliegenden Mordserie verbunden zu sein. :contentReference[oaicite:13]{index=13}

Der Veröffentlichungstermin liegt gerade einmal elf Tage nach seinem heutigen 83. Geburtstag.

Mehr als 60 Jahre nach seinen ersten Filmrollen steht Robert De Niro damit weiterhin vor der Kamera.

Zwei Oscars und trotzdem immer die nächste Rolle

De Niros Karriere umfasst inzwischen praktisch jede Form von Anerkennung, die ein Schauspieler erreichen kann. Seinen ersten Oscar gewann er für Der Pate – Teil II. Den zweiten für Wie ein wilder Stier.

Dazu kommen zahlreiche weitere Oscar-Nominierungen, Golden Globes und seit 2025 die Ehrenpalme von Cannes. Doch vielleicht erklären Preise gar nicht vollständig, warum Robert De Niro einen solchen Einfluss auf Schauspieler nach ihm hatte.

Entscheidender war die Vorstellung davon, wie weit Vorbereitung gehen konnte. Für Taxi Driver fuhr er tatsächlich Taxi. Für Wie ein wilder Stier lernte er boxen und veränderte seinen Körper massiv. Für Der Pate – Teil II beschäftigte er sich intensiv mit Sizilien und Sprache. Und für Kap der Angst setzte er sich auf einen Zahnarztstuhl und ließ sich seine eigenen Zähne abschleifen.

Vom schüchternen Bobby Milk zur Filmlegende

Heute, am 17. August 2026, wird Robert De Niro 83 Jahre alt. Zwischen seiner Kindheit und seiner heutigen Karriere liegen einige der berühmtesten Filme des amerikanischen Kinos. Der blasse Junge aus Little Italy, den andere Bobby Milk nannten. Der Zehnjährige als feiger Löwe in Der Zauberer von Oz. Der Schulabbrecher, der bei Stella Adler Schauspiel lernte. Der junge Vito Corleone. Travis Bickle vor seinem Spiegel. Jake LaMotta im Boxring.

Zwischen all diesen Figuren befindet sich ein Schauspieler, der offensichtlich wenig Interesse daran hatte, sich auf sein eigenes Gesicht und seine eigene Persönlichkeit zu verlassen.

Er wollte sich verändern. Manchmal durch Sprache. Manchmal durch Gewicht. Manchmal durch monatelanges Training. Und manchmal offenbar sogar mit einem Zahnarztbohrer.

Der Spitzname Bobby Milk ist längst verschwunden. Die Bereitschaft, für eine Rolle ungewöhnlich weit zu gehen, blieb Robert De Niro dagegen sein gesamtes Leben erhalten – selbst wenn es ihn am Ende 25.000 Dollar und einen ziemlich langen Termin beim Zahnarzt kostete.

Daniel Fersch

Daniel schreibt über so ziemliches alles, was mit Games, Serien oder Filmen und (leider) auch fragwürdigen Streamern zu tun hat – insbesondere, wenn es dabei um Nintendo, Dragon Ball, Pokémon oder Marvel geht....