Robert Englund wird 79: Wie Freddy Krueger fast eine Hauptrolle in Star Wars bekommen hätte

Wer sonst kann von sich behaupten, Jugendliche in ihren Träumen heimzusuchen und dafür geliebt zu werden?

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Freddy Krueger wurde die Rolle seines Lebens – dabei hätte er fast auch Han Solo sein können. | © New Line Cinema / Wikipedia

Heute, am 6. Juni 2026, feiert Robert Englund seinen 79. Geburtstag. Für Millionen Fans bleibt er für immer Freddy Krueger: der Mann mit verbranntem Gesicht, gestreiftem Pullover, Hut und Klingenhandschuh aus der Nightmare on Elmstreet-Reihe. Doch Englunds Karriere nur auf diese eine Rolle zu reduzieren, wäre fast schon unfair.

Hinter der Horror-Ikone steckt ein klassisch ausgebildeter Schauspieler, ein Theatermann, ein Sci-Fi-Fanliebling, ein Regisseur, ein Popkultur-Erzähler – und einer der vielleicht sympathischsten Stars, die das Horrorgenre je hervorgebracht hat.

Anfänge weit weg vom Grusel-Kino

Robert Barton Englund wurde am 6. Juni 1947 in Glendale, Kalifornien, geboren. Schon früh zog es ihn zur Schauspielerei. Er studierte unter anderem an der UCLA, trainierte am Meadow Brook Theatre und sammelte Erfahrung im klassischen Theater, lange bevor ihn die Welt als Freddy Krueger kennenlernte.

Seine offizielle Biografie beschreibt ihn als Darsteller mit jahrzehntelanger Erfahrung in Film, Fernsehen, Theater und Voice Acting; bis heute umfasst seine Karriere weit über 80 Filme sowie zahlreiche Serienrollen und Gastauftritte.

Seine ersten Filmrollen hatte Englund in den 1970er-Jahren. Er spielte unter anderem in Buster and Billie, Bleib hungrig, Ein Star ist geboren und Big Wednesday. Damals war er noch kein Horrorstar, sondern ein vielseitiger Charakterdarsteller, der oft Nerds, Außenseiter oder leicht schräge Figuren verkörperte.

Der erste größere Popularitätsschub kam Anfang der 1980er mit V – Die außerirdischen Besucher kommen. Als freundlicher Außerirdischer Willie wurde Englund einem breiteren TV-Publikum bekannt – ausgerechnet mit einer Figur, die fast das komplette Gegenteil von Freddy Krueger war.

Luke Skywalkers wahrer Vater?

Beinahe wäre seine Karriere allerdings in einer ganz anderen Galaxie gelandet. Englund sprach in den 1970er-Jahren für George Lucas Krieg der Sterne vor – unter anderem für Han Solo. Die Rolle bekam später Harrison Ford, doch Englund wurde trotzdem Teil der Legende. Denn nach seiner eigenen Erzählung erzählte er seinem Freund Mark Hamill von den Castings und ermutigte ihn, sich für die Rolle des Luke Skywalker vorzustellen. Hamill bekam die Rolle, Star Wars wurde Filmgeschichte – und Robert Englund blieb als eine kleine, aber faszinierende Fußnote im Entstehungsmythos der Saga erhalten.

Von der Elm Street bis Stranger Things

Sein eigenes unsterbliches Popkultur-Kapitel begann 1984 mit Wes Cravens Nightmare – Mörderische Träume. Freddy Krueger war anders als viele Slasher-Schurken seiner Zeit. Er schwieg nicht einfach. Er spielte mit seinen Opfern. Er hatte Humor, Bosheit, Stimme, Rhythmus und eine verstörende Theatralik. Genau hier kam Englunds Ausbildung ins Spiel: Er machte Freddy nicht nur zu einem Monster, sondern zu einer Performance. Die Körperhaltung, die Stimme, die Bewegungen, das Timing – alles wirkte wie eine perverse Bühnenfigur aus einem Albtraum.

In den folgenden Jahren spielte Englund Freddy in zahlreichen Fortsetzungen und neben mindestens 5 weiteren Nightmare on Elmstreet-Filmen auch in Freddy vs. Jason. Dazu kam die Serie Freddy’s Nightmares. Während andere Horrorfiguren über Jahrzehnte von verschiedenen Schauspielern gespielt wurden, blieb Freddy Krueger untrennbar mit Englund verbunden, auch wenn sich der Ton der Reihe immer wieder wandelte: Mal purer Horror dann fast schon Comedy. Doch genau das macht seine Rolle so besonders: Freddy ist nicht nur eine Maske. Freddy ist Robert Englunds Stimme, Haltung und diabolischer Charme.

Trotzdem arbeitete Englund nie nur innerhalb der Elm-Street-Welt. Er inszenierte selbst Filme wie 976-EVIL und blieb über Jahrzehnte in Horror, Fantasy, Science-Fiction und Fernsehen aktiv. Er trat in Produktionen wie Urban Legend, The Mangler und Stranger Things auf. Gerade sein Auftritt in der vierten Staffel von Stranger Things zeigte noch einmal, welchen Stellenwert er für jüngere Horrorfans besitzt: Englund war nicht nur Nostalgie-Bonus, sondern ein direkter Brückenschlag zwischen klassischem 80er-Horror und moderner Streaming-Popkultur.

Das geliebte Monster

2025 bekam diese Karriere eine späte, aber hochsymbolische Ehrung: Robert Englund erhielt am 31. Oktober, passenderweise an Halloween, seinen Stern auf dem Hollywood Walk of Fame. Die Hollywood Chamber of Commerce kündigte ihn als 2.826. Stern an; bei der Zeremonie würdigten unter anderem Heather Langenkamp und Eli Roth seine Arbeit.

Für viele Fans fühlte sich dieser Moment längst überfällig an: Der Mann, der Generationen das Fürchten lehrte, wurde offiziell in Hollywoods Gedächtnis eingeschrieben.

Sein soziales Engagement zeigt sich weniger in großen politischen Kampagnen als in seiner Nähe zu Fans und Charity-Aktionen. Englund gilt seit Jahrzehnten als besonders zugänglicher Convention-Star, der sich Zeit für Begegnungen nimmt.

2019 wurde breit darüber berichtet, dass er über die Make-A-Wish Foundation einem jungen Nightmare-Fan einen Herzenswunsch erfüllte. Solche Momente passen zu seinem öffentlichen Bild: Auf der Leinwand ist er einer der berühmtesten Albträume der Filmgeschichte, abseits davon aber ein warmherziger, erzählfreudiger und auffallend respektvoller Fanliebling.

Freddy und Robert – der König des Horrors

Genau diese Kombination macht Robert Englund bis heute so besonders. Er hat eine Figur gespielt, die grausam, sarkastisch und furchteinflößend ist – und wurde selbst zu einem der beliebtesten Menschen im Horrorkosmos.

Er ist der seltene Fall eines Schauspielers, der durch eine Monsterrolle nicht verschwand, sondern zur Legende wurde. Freddy Krueger hätte leicht zur Maske werden können, die alles andere überdeckt. Stattdessen wurde sie zum Beweis dafür, wie viel Kunst, Körperarbeit und Intelligenz in gutem Horror stecken kann.

Mit 79 Jahren ist Robert Englund längst mehr als der Mann aus den Albträumen. Er ist ein Stück Filmgeschichte, ein Bindeglied zwischen Theater und Slasherkino, zwischen Star Wars-Anekdote und Stranger Things-Comeback, zwischen Fanconventions und Walk of Fame. Sein größter Trick war vielleicht nie, Menschen Angst zu machen. Sondern aus einer Horrorfigur eine Ikone zu formen, die selbst nach über 40 Jahren noch lebt – in Träumen, Memes, Filmen, Serien und in der Liebe der Fans.

Daniel Fersch

Daniel schreibt über so ziemliches alles, was mit Games, Serien oder Filmen und (leider) auch fragwürdigen Streamern zu tun hat – insbesondere, wenn es dabei um Nintendo, Dragon Ball, Pokémon oder Marvel geht....