Ryan Reynolds wird 50: Wie sein heimlicher Leak Deadpool überhaupt erst möglich machte

Und irgendwie war die Aktion die Deadpool ermöglichte, absolut Wade Wilson-like...

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Und irgendwie war die Aktion die Deadpool ermöglichte, absolut Wade Wilson-like... | © Buena Vista / MARVEL

Ryan Reynolds feiert heute, am 23. Oktober 2026, seinen 50. Geburtstag. Er ist Schauspieler, Produzent und ein ausgesprochen geschickter Vermarkter seiner eigenen Persönlichkeit. Sein größter Kinoerfolg entstand allerdings auch durch einen Regelbruch: Reynolds veröffentlichte heimlich Testmaterial zu Deadpool. Die begeisterte Reaktion der Fans half, das zögernde Studio zu überzeugen. Eine Erfolgsgeschichte, die seine Hartnäckigkeit zeigt – aber auch mehr Beteiligte hat als ihren berühmtesten Hauptdarsteller.

Vom jungen Fernsehschauspieler zum Hollywoodstar

Ryan Rodney Reynolds wurde am 23. Oktober 1976 in Vancouver geboren und wuchs als jüngster von vier Brüdern auf. Schon als Teenager begann er seine Schauspielkarriere mit der kanadischen Jugendserie Hillside, die international auch als Fifteen bekannt wurde. Der Weg zu den großen Kinorollen dauerte jedoch Jahre.

Zunächst etablierte er sich vor allem mit Comedy. Filme wie Party Animals – Wilder geht’s nicht! und Selbst ist die Braut nutzten sein Talent für schnelle Sprüche und selbstironischen Charme. Später folgten Actionrollen und Comicverfilmungen. Doch erst mit Deadpool fand Reynolds eine Figur, deren respektloser Humor besonders gut zu seiner eigenen öffentlichen Persönlichkeit passte.

Diese Verbindung ist zugleich Stärke und Grenze seiner Karriere. Reynolds kann selbst schwächeren Szenen Energie geben. Wenn jedoch nahezu jede Figur mit derselben ironischen Distanz spricht, wird die vertraute Art auch berechenbar. Nicht jede Rolle gewinnt dadurch, dass der nächste Witz bereits auf seine Gelegenheit wartet.

Niemand wollte Deadpool freigeben

Reynolds hatte Wade Wilson bereits 2009 in X-Men Origins: Wolverine gespielt. Die Darstellung der Figur stieß jedoch auf erhebliche Ablehnung. Für einen eigenen Film brauchte es einen anderen Ansatz: einen Deadpool, der redet, provoziert und weiß, dass er Teil einer Comicverfilmung ist. Reynolds setzte sich über Jahre für diese Version ein.

Regisseur Tim Miller erstellte 2012 computergeneriertes Testmaterial mit Reynolds als Stimme der Figur. Der kurze Film sollte zeigen, wie sich deren Humor und Action im Kino verbinden ließen. Das Studio 20th Century Fox blieb dennoch zurückhaltend. Ein Superheldenfilm mit Erwachsenenfreigabe erschien riskant, zumal Deadpool außerhalb des Comicpublikums noch vergleichsweise wenig bekannt war.

Der heimliche Leak

Im Juli 2014 tauchte das Testmaterial im Internet auf und eroberte das Internet im Sturm. Die begeisterte Reaktion machte sichtbar, dass es ein Publikum für diesen Ansatz gab. Damit wurde aus einer internen Präsentation ein öffentliches Argument für den Film. Fox gab dem Projekt anschließend grünes Licht.

Wer das Material veröffentlicht hatte, blieb lange Gegenstand von Spekulationen. Reynolds hielt die Geschichte mit ausweichenden Antworten und Witzen am Leben. Erst beim Toronto International Film Festival im September 2025 räumte er seine Verantwortung öffentlich ein: Er hatte den Leak selbst ausgelöst.

Reynolds umging damit die Zurückhaltung des Studios und ließ die Fans auf das Material reagieren. Der Leak war ein entscheidender Impuls, keine vollständige Erklärung für die Entstehung des Films. Ohne Millers Testsequenz, die Drehbucharbeit von Rhett Reese und Paul Wernick und die anschließende Produktionsentscheidung hätte die Begeisterung allein keinen Kinofilm hervorgebracht.

2016 kam Deadpool schließlich ins Kino und spielte weltweit fast 800 Millionen US-Dollar ein. Es folgten Deadpool 2 und Deadpool & Wolverine. Aus dem lange blockierten Projekt wurde eine der erfolgreichsten Rollen seiner Karriere.

Wenn der Schauspieler selbst zur Marke wird

Reynolds übertrug sein Gespür für Aufmerksamkeit auch auf Unternehmen. Zu seinen geschäftlichen Aktivitäten gehören Beteiligungen an Aviation Gin und Mint Mobile sowie die Mitgründung der Marketingagentur Maximum Effort. Sein Humor wurde dabei nicht nur für Filme eingesetzt, sondern auch für Werbung.

Das ist wirkungsvoll, weil seine Kampagnen häufig wie Unterhaltung erscheinen. Genau darin liegt aber auch eine kritische Frage: Wann begegnet das Publikum einem Schauspieler, wann einem Unternehmer und wann einem Werbeträger? Der sympathische, selbstironische Ton ändert nichts daran, dass hinter einem gelungenen Witz ein Verkaufsinteresse stehen kann.

Auch die gemeinsam mit Rob McElhenney übernommene Verantwortung für den walisischen Fußballverein Wrexham AFC verbindet wirtschaftliches Engagement und öffentliche Erzählung. Die Dokumentarserie Welcome to Wrexham brachte dem Verein internationale Aufmerksamkeit. Sie macht zugleich deutlich, wie eng sportliche Entwicklung und Mediengeschäft bei diesem Projekt miteinander verbunden sind.

Gesellschaftliches Engagement mit konkreter Wirkung

Reynolds nutzt seine finanziellen Möglichkeiten auch für gemeinnützige Zwecke. Gemeinsam mit Blake Lively spendete er 2019 insgesamt zwei Millionen US-Dollar an den NAACP Legal Defense and Educational Fund und das Young Center for Immigrant Children’s Rights. Die Mittel sollten unter anderem den Einsatz gegen rassistische Benachteiligung und die rechtliche Unterstützung von Einwandererkindern fördern.

2021 kündigte das Paar weitere Unterstützung für die Bürgerrechtsorganisation ACLU und den NAACP-Rechtshilfefonds an. Auch das kanadische Kinderkrankenhaus SickKids gehört zu den Einrichtungen, für die Reynolds öffentlich Spenden mobilisiert. Dabei nutzt er gelegentlich sogar seine Deadpool-Figur.

Solche Unterstützung verdient Anerkennung, ohne daraus ein pauschales Urteil über seinen Charakter abzuleiten. Eine prominente Kampagne kann Aufmerksamkeit schaffen; die eigentliche Arbeit leisten die medizinischen Teams, Juristen und Organisationen. Entscheidend ist, dass die Hilfe dort ankommt.

Hartnäckigkeit mit Gespür für das Publikum

An seinem 50. Geburtstag steht Ryan Reynolds für eine Karriere, in der Schauspiel und Vermarktung besonders eng zusammengehören. Seine öffentliche Persönlichkeit ist ein Erfolgsfaktor, kann aber auch die Vielfalt seiner Rollen begrenzen. Sein gesellschaftliches Engagement hat konkrete Empfänger, während seine Geschäftsinteressen eine kritische Betrachtung verdienen. Aber hey, er hat uns Deadpool geschenkt, also sei ihm alles andere vergeben!

Daniel Fersch

Daniel schreibt über so ziemliches alles, was mit Games, Serien oder Filmen und (leider) auch fragwürdigen Streamern zu tun hat – insbesondere, wenn es dabei um Nintendo, Dragon Ball, Pokémon oder Marvel geht....