Schotte marschiert im Kilt zur WM quer durch die USA, um ein Statement zu setzen

Craig Ferguson startete im Februar in Los Angeles und legt seitdem jeden Tag die Strecke eines kompletten Marathons zurück.

Ferguson Through USAIG
Craig Ferguson läuft kurz vor der Weltmeisterschaft mehr als 4.800 Kilometer quer durch die USA. | © Instagram

Während die meisten Fußballfans Flüge buchen und auf der FIFA-Ticketseite auf Updates warten, hat sich der 22-jährige Craig Ferguson aus dem schottischen Paisley für einen deutlich ungewöhnlicheren Weg zur WM 2026 entschieden.

Am 23. Februar brach er zu Fuß in Los Angeles auf und will rechtzeitig zum ersten WM-Spiel Schottlands gegen Haiti am 14. Juni in Boston ankommen. Dafür legt er mehr als 4.800 Kilometer zurück, das Beeindruckende: zu Fuß, im Kilt und Tag für Tag. Die Aktion trägt den Namen „Tartan Trek“ und hat einen deutlich größeren Hintergrund als nur Fußball.

Die Mission hinter Tartan Trek

Ferguson macht die Reise nicht nur für Aufmerksamkeit. Mit dem Tartan Trek sammelt er Spenden für die schottische Organisation SAMH (Scottish Action for Mental Health). Sein Ziel: umgerechnet rund 1,17 Millionen Euro für die sogenannten „Nooks“ zu sammeln, das sind kostenlose Anlaufstellen für Menschen mit psychischen Problemen in ganz Schottland.

Laut Ferguson hat fast jede Person, die er unterwegs trifft, eine eigene Geschichte rund um das Thema mentale Gesundheit. Genau das erinnert ihn täglich daran, warum er die Herausforderung überhaupt begonnen hat.

Ganz neu ist die Idee für ihn allerdings nicht. Bereits vor der EM 2024 lief er rund 1.600 Kilometer von Glasgow nach München und sammelte dabei mehr als 82.000 Euro für wohltätige Zwecke. Für die WM 2026 hat er das Projekt nun einfach auf ein völlig neues Niveau gehoben.

Die Antwort auf seine Kritiker

Zusätzliche Aufmerksamkeit bekam Ferguson durch ein virales Video in den sozialen Medien. Darin reagierte er auf Amerikaner, die sich darüber lustig machten, dass Europäer die Entfernungen zwischen den WM-Spielorten in den USA unterschätzen würden und sie mal versuchen sollen die Strecke zu laufen.

Seine Antwort fiel denkbar simpel aus: Er erklärte, dass er genau das seit Monaten tue und man einem Schotten besser nicht erzählen sollte, was er kann und was nicht. Das Video verbreitete sich schnell im Netz, weil seine Antwort nicht nur aus Worten bestand. Ferguson läuft seit Februar tatsächlich jeden Tag die Distanz eines Marathons.

Warum die Aktion mehr ist als ein viraler Moment

In einer Zeit, in der ständig neue Challenges und Rekordversuche für Aufmerksamkeit sorgen sollen, sticht Fergusons Geschichte vor allem deshalb heraus, weil hinter der Aktion ein echter Zweck steckt.

Die Finanzierung von Angeboten zur psychischen Gesundheit ist in Schottland und im gesamten Vereinigten Königreich seit Jahren ein wichtiges Thema. Die von SAMH betriebenen „Nooks“ bieten kostenlose Unterstützung an und sind auf Spendenaktionen wie diese angewiesen.

Ferguson betont immer wieder, dass nahezu jede Begegnung auf seiner Reise irgendwie mit dem Thema mentale Gesundheit verbunden war. Nach über 100 Tagen auf der Straße und Tausenden von Kilometern überrascht ihn das längst nicht mehr.

Die WM 2026 zählt schon jetzt zu den meistdiskutierten Sportereignissen der letzten Jahre. Ferguson spielt darin zwar nur eine kleine Rolle, seine Geschichte dürfte aber zu den bemerkenswertesten rund um das Turnier gehören. Schließlich läuft nicht jeden Tag jemand über 4.800 Kilometer durch die USA, um Geld für einen guten Zweck zu sammeln und das auch noch im Kilt.

Wie geht es weiter?

Craig Ferguson soll pünktlich zum WM-Auftakt Schottlands gegen Haiti am 14. Juni in Boston ankommen. Ob Schottland das Spiel gewinnt, bleibt abzuwarten. Für Ferguson ist die Reise allerdings schon jetzt ein Erfolg.

Wer den Tartan Trek weiter verfolgen oder die Spendenaktion unterstützen möchte, findet ihn auf Instagram unter @craigferguson_1.

Julian Mayorga
Julian Mayorga